Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Ferien mit Max

Musical in drei Akten

Musik von Gerhard Siebholz
Text von Goetz Jaeger

Inszenierung

Uraufführung: 27. März 1986 
Metropol-Theater, Berlin, DDR

Besetzung: 

Premierenchronik

DDRUA27. März 1986Metropol-Theater, Berlin

Inhaltsangabe

„Ein heiteres Musiktheater-Stück um den immer aktiven und hilfsbereiten arbeitenden Rentner Max Baumann aus Berlin, der sich manches Problem selbst an den Hals organisiert, es aber immer wieder – mitunter auf recht drastische Art – zu lösen versteht und sich unentbehrlich für seine Mitmenschen macht.

Als Max mit seiner Frau einen wohlverdienten Urlaub antreten will, kann er nicht „nein“ sagen als „Aushilfs-Objektleiter“ im Betriebsferienheim an der Ostsee einzuspringen, kann er nicht ahnen, was an Turbulenz, Verwechslungen, Mißverständnissen, Hindernissen und Unvorhergesehenem auf ihn zukommt; vor allem – in welche Nöte er gerät , um für die Urlauber einen „Karneval auf Kuba“ zu arrangieren. Und welche Mühen nimmt er noch auf sich, ein junges Paar glücklich zu machen und den Familienfrieden zu retten.“

(aus dem Programmheft zur Uraufführung)

Kritiken

„Aber was im Fernsehen harmlos-liebenswürdig, auch ulkig, Seiten des Lebens von hier und heute mit Erfolg unter die Leute brachte, wirkte auf mich im großen Haus und auf der großen Bühne des Metropol-Theaters künstlich vergrößert, vergröbert auch, bemüht und in der Anhäufung von Zufällen ziemlich angestrengt. […] Gerd E. Schäfer hatte Kredit durch seine Popularität, aber er war unnötigen Peinlichkeiten ausgesetzt durch knarrende Mikroports, durch die Unmöglichkeit, der Rolle durch feine Nuancen in den darstellerischen Mitteln beizukommen, durch die Tatsache, daß unkonkrete Betriebsamkeit durch derbe Gags aufpoliert wurde und trotzdem keine szenisch handelnde Figur aus der Vorlage herauszuholen war.

Das Orchester unter Günter Joseck spielte versiert die Musik von Gerhard Siebholz, eine Musik, die sich innerhalb des gängigen Formenschatzes von Tanz- und Unterhaltungsmusik bewegt. […] So sehr ich das Bemühen der Macher anerkenne, eine Geschichte von uns, über uns, aufs Theater zu bringen, so hoch ich dem Metropoltheater anrechne, sich dieses neuen Werkes mit Engagement angenommen zu haben: Max Baumann hätte man getrost in den Dimensionen des Fernseh-Bildschirmes belassen sollen.“

Elke Schneider: Idylle – überstrapaziert. Zur Uraufführung des Musicals ‚Ferien mit Max‘ von Goetz Jaeger (Libretto) und Gerhard Siebholz (Musik) am Metropol-Theater Berlin. In: Theater der Zeit, Heft 6/1986, Seite 40.

„Viel Beifall gab es bei der Premiere und durchaus zu recht. Denn was Goetz Jaeger und Gerhard Siebholz in ihrer ersten gemeinsamen Arbeit geschafft haben, kann sich – nicht zuletzt dank der der originellen aufwendigen Inszenierung durch Gastregisseur Horst Ludwig – sehen und hören lassen. Das DDR-Musical, oft beschworen, oft herbeigewünscht, hat noch nicht allzuviele Blüten getrieben. ‚Ferien mit Max‘ ist eine.

[…] ‚Ferien mit Max‘ lebt auch vom Tanz. Und hier hat das Ballettensemble des Metropol-Theaters unter der Choreographie von Johanna Freiberg einige hervorragende Auftritte. Einmal mehr bewahrheitet sich die These, daß mit höheren Anforderungen auch die Leistungen steigen. […] Gerhard Siebholz ist mit seiner Musik keine Experimente eingegangen. „Ich wollte eingängige Melodien schreiben, Weisen, die man noch lange im Ohr behält“, sagte er. Das ist ihm gelungen.“

Klaus M. Fiedler: Eine reizende Blüte der heiteren Muse. Uraufführung von „Ferien mit Max“ im Metropol-Theater. In: Neue Zeit, Zentralorgan der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands, Ausgabe 79, 4. April 1986, Seite 4.

„Goetz Jaeger hat als Text- und Buchautor seine Erfahrungen aus sieben Fernsehsilvester-Schwänken mit Max Baumann als Hauptfigur in ein dreiaktiges Musical investiert. Gerhard Siebholz als versierter Schlagerkomponist tat die seinigen hinzu. Jetzt kann Gerd E. Schäfer alias Max Baumann auch auf den Metropol-Brettern wie einst auf dem Bildschirm für stimmungsvolle Kurzweile sorgen.

Regisseur Horst Ludwig als Gast aus Dresden hat das Ganze, durch frühlingshaft-duftige Farbigkeit von Bühnenbild (Manfred Bitterlich) und Kostüm (Annelies Felz) unterstützt, recht schwungvoll inszeniert. Das alles pendelt zwar ein bißchen unentschlossen zwischen Schwank und Revue, doch dem Vergnügen der Zuschauer tut das offenbar keinen Abbruch.“

Günter Görtz: Bildschirmheld auf der Musical-Bühne. „Ferien mit Max“ am Berliner Metropol-Theater. In: Neues Deutschland, Zentralorgan der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), 16. April 1986, Seite 6.

Titelseite des Programmheftes der UA

Medien / Publikationen

DVD / Video

Kommentar

Von 1976 bis 1987 wurden acht Folgen, überlicherweise im Silvesterabendprogramm des DDR-Fernsehens, mit Gerd E. Schäfer als Max Baumann ausgestrahlt und gehörten zu den populärsten TV-Unterhaltungssendungen der DDR.

Empfohlene Zitierweise

„Ferien mit Max“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/ferien-mit-max/

Letzte inhaltliche Änderung: 4. Oktober 2021.