Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Finians Rainbow (Finian’s Rainbow)

Musical

Musik von Burton Lane
Buch von Fred Saidy und E. Y. Harburg
Liedtexte von E. Y. Harburg
Deutsch von Max Colpet

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 28. September 1975
Pfalztheater Kaiserslautern, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Premierenchronik

USAUA10. Januar 194746th Street Theatre, New York
GBEA21. Oktober 1947Palace Theatre, London
CSSREA6. März 1948Divadlo V + W, Prag
DDspr. EA28. September 1975Pfalztheater, Kaiserslautern

Inhaltsangabe

„In Glocca Morra, einem kleinen irischen Phantasiestädtchen, stahl Finian McLonergan einem Geist den goldenen Zaubertopf, den der „Leprechaun“ Og bewachen sollte. Verfolgt von Og, kommt Finian mit seiner Tochter Sharon nach Rainbow Valley, in dem erfundenen amerikanischen Südstaat Missitucky. Er kauft dort Land und verwandelt das öde Tal binnen kurzem in ein blühendes Paradies, das von Negern und Weißen gemeinsam bewirtschaftet wird. Die Eintracht im Regenbogental verdrießt den fanatischen Senator Billboard Rawkins. Nach seinem Willen soll das friedliche Zusammenleben der Rassen wieder aufhören. Finians Wundertopf hat die Kraft, seinem Besitzer drei Wünsche zu erfüllen: So verwandelt Finian den Senator für einige Zeit in einen Negerprediger, um ihm eine Lektion zu erteilen. Der zweite Wunsch wird vom Geist Og ausgesprochen: die stumme schöne Susan Mahoney, die sich bisher nur durch Tanzbewegungen ausdrücken konnte, erhält die Sprache zurück. Der dritte Wunsch wird benötigt, um Finians Tochter Sharon vor der Wut des Senators zu schützen. Sharons Liebe gehört dem jungen Südstaatler Woody Mahoney, Susans Bruder. Die Zuneigung zu Susan gibt dem Geist Og schließlich die menschliche Gestalt zurück, so daß er das Mädchen heiraten kann.“

(aus dem Programmheft der deutschsprachigen Erstaufführung)

Kritiken

„Und wie groß die Anstrengungen – künstlerische und finanzielle – sind, die so ein relativ kleines Theater aufbringen muß, wenn es zielbewußt eine Kunstgattung besonders pflegen will, sah man wieder am Sonntagabend bei der deutschen Erstaufführung des Musicals ‚Finians Rainbow‘ von E. Y. Harburg und Fred Saidy mit der Musik von Burton Lane.

Da wird die Regie einem Spezialisten (Gunther R. Eggert) anvertraut, für die Hauptpartien werden musicalerfahrene, namhaften Darsteller engagiert, da wird weder an den phantasievoll-hübschen Bühnenbildern (Ernst Rufer) noch an den prächtigen Kostümen (Uta Loher) gespart, und schließlich wird aus dem eigenen Ensemble über die engen Spartengrenzen hinweg alles aus dem Schauspiel, der Operette, dem Ballett und dem Chor mobilisiert, was dem Erfolg dient.

Der blieb auch nicht aus. Viel Beifall bei offener Szene, langer herzlicher Schlußapplaus in Kaiserslauterm für den Broadway-Triumph von 1947, der sich in den Jahren 1955, 1960 und 1967 in langen Aufführungsserien wiederholte.“

Albert-Peter Bitz: Musical-Freunde, auf nach Kaiserslautern. Erfolgreiche deutsche Erstaufführung von „Finians Rainbow“ im Pfalztheater. In: Saarbrücker Zeitung, 30. September 1975.

„So süßlich und etwas verkitscht wie die Geschichte, in der die noch immer vorhandenen Rassenprobleme mit Märchensauce übergossen werden, ist auch die Musik von Burton Lane. Man vermißt den Schwung und den Pfiff in der Komposition, in der man Elemente der irischen Folklore ebenso findet wie Jazz-Rhythmen und Swingtime-Klänge. ‚How are things in Glocca Morra‘ wurde einst durch die Interpretation von Bing Crosby zum Schlager. Neben dem Song ‚Look to the Rainbow‘ ist es die bekannteste und am meisten zündende Melodie des Musicals, das bei vier Aufführungsserien in zwanzig Jahren am Broadway Erfolg hatte, das sich aber bei uns wohl nicht in dem Maße durchsetzen wird.“

Dieter Schnabel: Ein Broadway-Musical im Pfalztheater. Deutschsprachige Erstaufführung von „Finians Rainbow“ in Kaiserslautern. In: Badische Neueste Nachrichten, 1. Oktober 1975.

„Nach der Premiere des Musicals ‚Finians Rainbow‘ läßt sich ohne Übertreibung sagen: Das Pfalztheater hat für die deutschsprachigen Bühnen ein neues, in den USA allerdings schon seit fast dreißig Jahren zu den besten Stücken des Genres gerechnetes Musical entdeckt und gleich in einer exemplarischen Aufführung vorgestellt.

[…] Für die Musik von Burton Lane gab es in Amerika mehrere goldene Schallplatten; sie hat Schwung, ist melodiös und eingängig, und was einem plötzlich bekannt vorkommt, stammt weit weniger von musikalischen ‚Vorfahren‘ Lanes, als vielmehr von ‚Nachkommen‘. Das orchestrale Arrangement schrieb Heinz Grünberg; neben instrumentaler Farbigkeit und rhythmischen Drive besitzt der ‚Grünberg-Sound‘ die sympathische Eigenschaft, nie zu laut zu sein, wenn auf der Bühne gesungen wird. Charles B. Axton, Dirigent und – als Augen- und Ohrenzeuge vieler Broadway-Ereignisse – koordinierender Berater der Aufführung, sprach kürzlich bei einem Interview in Superlativen von der Leistung des Pfalzorchesters […]“

Marlott Persija-Vautz: Musical „Finians Rainbow“ begeistert Publikum. Eine exemplarische Aufführung – Orchestrales Arrangement voll instrumentaler Farbigkeit. In: Die Rheinpfalz (Ludwigshafen), 1. Oktober 1975.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Kommentar

Im Theater Dortmund inszenierte und choreographierte ebenfalls Gunther-R. Eggert die Aufführung von „Finians Rainbow“ (Premiere: 31. Dezember 1979) und übernahm dazu noch die Hauptrolle des Finian McLonergan.

Empfohlene Zitierweise

„Finians Rainbow“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/finians-rainbow/

Letzte inhaltliche Änderung: 24. September 2023.