Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Flora – Die rote Gefahr (Flora the Red Menace)

Musical

Musik von John Kander
Songtexte von Fred Ebb
Buch von David Thompson
nach dem Roman „Love ist just around the corner“ von Lester Atwell
Originalbearbeitung von George Abott
Deutsche Übersetzung von Frank Tannhäuser

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 1. Februar 1994
Dinner Theatre im Hotel Steigenberger, Hamburg, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA11. Mai 1965Alvin Theatre, New York
GBEA29. Juni 1992Arts Theatre, Cambridge
DDspr. EA1. Februar 1994Dinner Theatre Hotel Steigenberger, Hamburg

Anmerkung: Die englische Erstaufführung ebenso wie die deutschsprachige Erstaufführung basieren auf der Neufassung aus dem Jahr 1987 mit dem Buch von David Thompson.

Inhaltsangabe

„1935 – Flora Meszaros wird als College-Absolventin mit den hoffnungsvollen Worten des Präsidenten ‚Wir brauchen keine Angst zu haben.‘ in die Weltwirtschaftskrise entlassen. Glücklicherweise kann sie im Hotel Sedgwick Raum an befreundete Künstler untervermieten, sodaß genug zum Leben dabei herausspringt. Es wohnen und arbeiten im ‚Studio‘: Kenny und Maggie, ein Tanzpaar, der Saxophonist Willy, die Schneiderin Elsa und der Juwelier und Uhrmacher Mr. Weiss.

Bei einer ihrer zahllosen Vorstellungstermine als Modezeichnerin lernt Flora Harry Toukarian kennen. Harry ist Kommunist und stottert. Flora verliebt sich sofort Hals über Kopf und nötigt ihn dazu, sich ebenfalls im Hotel Sedgwick einzumieten. Da Harry kein Geld hat, bezahlt er seine Miete mit Äpfeln. Ebenfalls aus reiner Liebe tritt Flora in die kommunistische Partei ein.

Doch dann bekommt sie einen Job bei ‚Garret und Mellick’s‘, einem der größten kapitalistischen Betriebe in New York. Und da fängt das Dilemma an. Aus Liebe zu Harry (und weil sie Charlotte, eine sehr engagierte Gemossin, die es ebenfalls auf Harry abgesehen hat, ausstechen will) erklärt sie sich bereit, im Betrieb Unterschriften von Leuten zu sammeln, die interessiert sind, in die Gewerkschaft einzutreten.

Durch allerlei Verwechslungen gerät nicht nur Floras Liebe ins Wanken, sondern auch ihre Position bei ‚Garret und Mellick’s‘.“

(aus dem Programmheft zur Dspr. EA, 1994.)

Kritiken

„Die Uraufführung der US-Depressions Revue 1965 am Broadway war ein Flop. Umso mehr verblüfft die deutschsprachige Erstaufführung in bescheidenem Kammerspielformat – ohne elektroakustischen Aufwand, ohne Orchester und mit wenigen Versatzstücken als Bühnenbild. Was Regisseur Nico Rabenald mit zehn jungen Musical-Profis in den nüchternen Keller-Konferenzraum hineinzaubert, funkelte und sprühte, war Entertainment auf streckenweise höchstem Niveau.

[…] In der entschlackten klavierreduzierten Fassung (ausgezeichnet: Steven Gross) entfaltet ‚Flora‘ Witz und Charme, Tiefgang und vorallem Tempo. Die Konfrontation Kapitalismus-Kommunismus gerät zur schwungvollen Parodie. […] Endlich mal ein Musical-Abend, der nicht beim ersten gesprochenen Wort zusammenbricht, dessen Dialoge nicht aufgesagt, sondern glaubhaft gelebt und gespielt werden.“

Walter Wigand: Flora – Die rote Gefahr. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 46, April/Mai 1994, Seite 12.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Flora – Die rote Gefahr (Flora the Red Menace)“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/flora-die-rote-gefahr/

Letzte inhaltliche Änderung: 20. Juni 2023.