Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

FMA – Falco Meets Amadeus

Arrangements und Komposition von Johnny Bertl
Co-Arrangeur: Manfred Schweng
Buch von Burkhard Driest
Gesangstexte: div.

Inszenierung

Uraufführung: 23. September 2000
Theater des Westens, Berlin, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Premierenchronik

DUA23. September 2000Theater des Westens, Berlin
Axel Herrig als Falco

Inhaltsangabe

„Die Geschichte beginnt in einem Aufnahmestudio, in dem sich Falco seit Tagen nicht hat blicken lassen. Dort schließt der Manager mit einer geheimnisvollen Frau, die sich ‚Der Kommissar‘ nennt, den Pakt, Leben und Tod Falcos zu vermarkten. Danach geht es u.a. an die Côte d’Azur, wo Falco von Jeanny verlassen wird, was den Hit ‚Jeanny‘ hervorbringt; auf den Wiener Zentralfriedhof, wo Johnny, um die Plattenverkäufe wieder anzukurbeln, die Beerdigung des vermeintlich toten Falco inszeniert, bis dieser ‚Egoist‘ wieder seinen großen Showauftritt hat; in eine Kathedrale, in der Falco und Konny heiraten; in ein Penthouse, in dem der treue Diener Josef Falcos Kind versorgt; in ein Aufnahmestudio, in dem Falco erfahren muss, dass er gar nicht der leibliche Vater seiner Tochter ist, und in dem ‚Der Kommissar‘ wieder auftaucht, um Falco das Einlösen des Paktes abzuringen. Engel führen Falco schließlich in himmlische Gefilde, wo Mozart und Falco nebst allen anderen Anwesenden im ‚Sound of Musik‘ schwelgen.“

(Gerhard Knopf: FMA – Falco Meets Amadeus, Endlich ein Hit fürs Theater des Westens? In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 86, Dezember 2000/Januar 2001, Seite 72- 74)

Kritiken

„Der Neue-Deutsche-Welle-Star aus den Achtzigern hätte heute keine Musik mehr verkauft, wäre er nicht mit seinem Auto frontal in einen Bus gefahren. So ist aus Falco doch noch der Stoff für eine Geschichte geworden, die von Aufstieg, Fall und Nachruhm des Johann Hölzel erzählen könnte, von seiner Liebessehnsucht und Einsamkeit, seiner Arroganz und seinem Zynismus. Diese Mühe hat sich der Autor nicht gemacht. Ihm sind für das Leben des Popstars nur öde Schlagworte eingefallen. […] Trotzdem hätte es ein schönes Stück werden können. Wann immer Burkhard Driest und seine Reime zum Schweigen gebracht werden […], wann immer Falcos Songs in diese meisterlich choreografierten Bilder  fließen, erkennt man die Substanz, die in den Zutaten (Bühne, Licht, Kostüme – alles gelungen) für dieses Stück stecken. […] Es braucht noch jemanden, der aus den guten Zutaten ein gutes Stück macht.“ 

… In: Berliner Zeitung, 25. September 2000.

„Die Dialoge sind nicht nur reichlich verworren, sie werden auch noch in Knittelversen vorgetragen, in denen sich ‚Wien‘ auf ‚Indochine‘ oder ‚Stop and go‘ auf ‚geht das schon so‘ reimt. Nebenfiguren […]  werden eingeführt, um gleich danach wieder zu verschwinden. Aber auf die Handlung kommt es zum Glück nicht an. Regisseur Elmar Ottenthal und seinem musikalischen Leiter Robert Paul gelingt es immer wieder, mit Witz und Tempo die Ungereimtheiten der Vorlage zu überspielen. Die mit allerlei versenkbaren Aufbauten und verschiebbaren Podesten ausgerüstete High-Tech-Bühne (Jakob Niedermeier) kann sekundenschnell ihre Gestalt verändern. In seinen besten Momenten bietet ‚Falco Meets Amadeus‘ rasantes Musiktheater für die MTV-Generation.“

… In: Der Tagespiegel, 25. September 2000.

„Driest schrieb 1987 bereits einmal das Buch zu einem Musical: ‚Andy‘ […]. Für seinen Text wurde er damals von der Presse reichlich gescholten (‚Mit dem Text ist wenig Staat zu machen. Er ist von armseliger Banalität‘, urteilte beispielsweise der Berliner Tagesspiegel damals) und jetzt muss er sich diese Vorwürfe wieder gefallen lassen. Am Ende bleibt bei ‚FMA – Falco Meets Amadeus‘ in erster Linie der Eindruck einer geschwätzigen Nummernrevue mit dümmlichen Texten zwischen pseudo-intellektuell und Plattitüde. Immerhin passt der Sprachmix aus Englisch und Deutsch zu Falcos Songs.

[…] Rein handwerklich ist ‚FMA – Falco Meets Amadeus‘ sehr gut gemacht. Marianne Schmidt hat viele gute und aufwendige Kostüme entworfen. Jakob Niedermeier ein perfekt und fließend wandelbares Bühnenbild mit allerlei Gerüsten und Projektionen, Harald Frings und Jan Hüwel ein klasse Lightdesign. Bei der Verpflichtung des Kreativ-Teams scheint Elmar Ottenthal eindeutig das bessere Händchen zu haben als bei der Suche nach Autoren.

[…] Dem Original in Ausssehen und Stimme verblüffend ähnlich, müssten sich Falco-Imitatoren sehr warm anziehen, sollte Herrig außerhalb der Show diesbezüglich Ambitionen an den Tag legen. Perfekt!“

Gerhard Knopf: FMA – Falco Meets Amadeus, Endlich ein Hit fürs Theater des Westens? In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 86, Dezember 2000/Januar 2001, Seite 72- 74.

Medien / Publikationen

Audio

Empfohlene Zitierweise

„FMA – Falco Meets Amadeus“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/fma-falco-meets-amadeus/

Letzte inhaltliche Änderung: 2. August 2020.