Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Ghost – Nachricht von Sam [Linz]

Musical

Musik und Gesangstexte von Dave Stewart und Glen Ballard
Buch und Gesangstexte von Bruce Joel Rubin
Nach dem gleichnamigen Paramount-Pictures-Film (Drehbuch: Bruce Joel Rubin)
Deutsche Übersetzung der Dialoge von Ruth Deny
Deutsche Übersetzung der Gesangstexte von Roman Hinze

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 18. März 2017  
Landestheater Linz, Österreich

Eine Koproduktion mit Stage Entertainment.

Besetzung:  

Premierenchronik

GBUA28. März 2011Opera House, Manchester
USAEA23. April 2012Lunt-Fontanne Theatre, New York
DEA (in Engl.)15. November 2014The English Theatre Frankfurt/M.
ADspr. EA18. März 2017Landestheater Linz
DEA7. Dezember 2017Theater des Westens, Berlin

Inhaltsangabe

„Das Liebespaar Molly Jensen und Sam Wheat kann scheinbar nichts erschüttern. Auf dem Nachhauseweg von einem Abendessen werden sie plötzlich überfallen und Sam dabei von einem vermeintlichen Kleinkriminellen getötet. Als Geist bleibt er in einer Zwischenwelt gefangen. Nur das Medium Oda Mae Brown kann ihn hören. Mit ihrer Hilfe versucht er, in Kontakt mit Molly zu treten. Dabei entdeckt er, dass sein Tod kein Zufall war und seine Freundin in großer Gefahr ist.“

(aus: Manuel Sommerfeld: (Un)sterblich verliebt, Deutschsprachige Erstaufführung von „Ghost – Nachricht von Sam“ am Landestheater Linz. In: blickpunkt musical, Ausgabe 87 (02/17), März-Mai 2017, Seite 4-6)

Kritiken

„Die Bühne von Hans Kudlich zeigt ein großes Loft, das mit seinen kahlen Betonwänden und -säulen genauso gut ein Ort unter einer Brücke oder Autobahn sein könnte. Grau, kalt und unpersönlich. Ein Abbild einer urbanen Großstadt. Intime Momente sind hier nur schwer und oft nur durch zusätzlich fahrbare Kulissenteile möglich. Aufgelockert wird dies durch die Video-Animationen der Visual-Design-Firma Atzgerei, die durchaus als Kontrast die Hektik einer Großstadt verdeutlichen. In Kombination ergibt dies ein durchaus optisch ansprechendes Ergebnis, das es aber auch schwer macht, Stimmungen zu erzeugen. Doch bei ´Ghost´ kommt noch ein weiteres optisches und dramaturgisches Element hinzu, und das sind die Illusionen. Paul Kieve, der tricktechnische Berater der Uraufführung, erzählte sogar in einem Interview, dass das Bühnenbild um die Effekte herum gebaut wurde. In Linz wurde dafür Zauberkünstler Nils Bennett engagiert. Eine wegfliegende Zeitung, Sam, der als Geist durch eine Tür geht, Bürogegenstände, die von Geisterhand bewegt werden inklusive einer schwebenden Person und noch ein paar Kleinigkeiten mehr. Die Zauberkunststücke sind integraler Bestandteil dieses Musicals. Doch sie wirken hier billig, durchschaubar und nicht präzise getimt.“

Thomas Thalhammer: Ghost – Nachricht von Sam, Trotz Schwächen einen Besuch wert. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 185, Juni/Juli 2017, Seite 22-23.

„Wie der Film setzt auch die Inszenierung von Matthias Davids ganz auf Emotionen. […] Durch geschicktes Ausleuchten von kleineren Nischen und Winkeln entsteht auf der riesigen Spielfläche private Atmosphäre und die Größe der Bühne verschwindet passend im Dunkeln. Auch bei einer der zentralen Szenen – dem Raubüberfall – strukturiert Lichtdesigner Michael Grundner die Situation und lenkt den Blick der Zuschauer auf das Wesentliche. Das Gewusel aus Krankenwagen und heraneilenden Passanten in der Mitte der Bühne bleibt im Halbdunkeln – nur Molly und Sam, jeweils am Rand des Geschehens, werden mit Spots ausgeleuchtet, bleiben so verbunden, sind aber doch getrennt. Sobald Sam stirbt, steht er nicht mehr in einem warmen Gelbton, sondern in einem matten, kalten, leicht bläulichen Licht. Obwohl es kaum angesprochen wird, ist jedem im Saal klar, dass er ein Geist ist. […] Hinzu kommt, dass Sam als Geist über spezielle Fähigkeiten verfügt. Nils Bennett sorgt zur Verblüffung der Zuschauer mit speziellen Illusionen dafür, dass er durch Wände gehen kann, Zeitungen durch die Luft wirbeln oder sich Gegenstände sprichwörtlich wie durch Geisterhand bewegen. Diese kleinen Tricks sind ein weiteres Highlight und verleihen der Inszenierung eine eigene Note.

Weniger Eindruck hinterlässt allerdings die Musik. Von den preisgekrönten Komponisten und Songwriter Dave Stewart („Barbarella“) und Glen Ballard, der zum Beispiel für den King of Pop Michael Jackson und Chartstürmerin Katie Perry tätig war, hätten durchaus mehr Songs mit eingängigen Melodien kommen können. Dennoch sind einige Lieder gut gelungen.“  

Manuel Sommerfeld: (Un)sterblich verliebt, Deutschsprachige Erstaufführung von „Ghost – Nachricht von Sam“ am Landestheater Linz. In: blickpunkt musical, Ausgabe 87 (02/17), März-Mai 2017, Seite 4-6.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Kommentar

Die West-End-Premiere fand am 19. Juli 2011 im Piccadilly Theatre, London, statt.

Empfohlene Zitierweise

„Ghost – Nachricht von Sam“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/ghost-linz/

Letzte inhaltliche Änderung: 12. Mai 2022.