Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Gotthelf – das Musical

Musical

Musik von Markus Schönholzer
Text von Charles Lewinsky
nach Jeremias Gotthelfs “ Die Käserei in der Vehfreude“
Berndeutsche Übersetzung von Roland Reichen

Inszenierung

Uraufführung: 12. Juli 2011
Seespiele, Thun, Schweiz

Besetzung:  

Premierenchronik

CHUA12. Juli 2011Seespiele, Thun

Inhaltsangabe

Erste Hälfte des 19. Jahrhunderts im Emmentaler Dorf Vehfreude. Dort soll eine Käserei errichtet werden, um in Konkurrenz zum Nachbardorf bestehen zu können. So hat es der Bürgermeister entschieden. Dessen Sohn Felix verliebt sich in die arme Ännelie, die als junges Kind – als sogenantes Verdingkind – verschachert wurde und erst vor kurzem von ihrer Schwester wieder freigekauft werden konnte. Diese junge Liebe, zweier aus unterschiedlichen Schichten kommender Leute, ist bis zum Happy-End der Plot des typischen Schweizer Musicals.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Markus Schönholzer komponierte dazu eine Partitur, in der sich bisweilen muntere Rocknummern mit einfühlsamen Balladen und volkstümlichen Liedern abwechseln – es darf auch schon mal gejodelt werden. Selbst wenn keine der Nummern Hitpotenzial hat, im Ohr blieben doch einige Stücke wie zum Beispiel ‚Die Hauptstadt von Bern ist Bern‘ oder ‚Weil das ein Traum ist‘. Das wie immer vom musikalischen Direktor Iwan Wassilevski exakt eingestimmte 30-köpfige-Orchester sorgte für einen ordentlichen Sound.

[…] Regisseur Stefan Huber legte bei seiner ersten Arbeit in Thun großen Wert auf das Beziehungsgeflecht zwischen den einzelnen Figuren und die Entwicklung der Protagonisten, vor allem von Ännelie und Felix. Besonders die Chorszenen wurden von Simon Eichelberger rassig choreografiert, beispielsweise eine von Eisi angeführte Szene mit 16 furchteinflößenden Hexen. Geradezu rasant geriet eine Schlägerei mit hollywoodreifen Stunts, für die Marcel Stucki verantwortlich zeichnete. Junge Darsteller und wohlbekannte Namen bildeten eine ausgeglichene Besetzung.“

Gunnar Habitz: Gotthelf. Uraufführungn der zweiten Musical-Eigenkreation am Thuner See. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 151, Oktober/November 2011, Seite 18-20.

„Auf den ersten Blick ist die Bühne nur ein schräger Holzbrettboden – doch rasch wird klar, dass sie einige Überraschungen zu bieten hat: Bespielbare Holzstege fahren hoch, aus Luken tauchen die Darsteller auf. Einige Elemente lassen sich drehen. Wie aus dem Nichts erscheinen ein Miststock, Sitzbänke, ein Sofa oder der Dorfbrunnen. Grandiose Ideen, die in ihrer Einfachheit wunderbar ins Bild des Thuner Sees und die ihn umgebenden Berge passen und die Handlung unterstützen.

Diese einfache Ausstattung nutzt Regisseur Stefan Huber, um sich stark auf die einzelnen Charaktere und die Sprache der Landleute zu konzentrieren. Dadurch wird der Zuschauer in das Zeitalter der früheren Schweizerfilme zurückversetzt. In diesen wurde der Fokus stark auf die den örtlichen Dialekt Berndeutsch und die Mimik gesetzt. Oft standen Aberglaube und Tratsch im Vordergrund. In Thun stimmen sowohl die Mimik im Spiel als auch die Körperspannung in den Choreographien (Simon Eichenberger) bei allen Ensemblemitgliedern, wodurch in den Massenszenen beeindruckende Bilder entstehen, die in Momantaufnahmen wie Scherenschnitte wirken. Die Kostüme, größtenteils in schwarzweiß gehalten, unterstreichen diesen Eindruck. Passend zum Holzboden wird rustikal mit Holzsohlen an den Schuhen gesteppt.“

Simone Jaccoud: Gotthelf – Das Musical. Die Käserei der Vehfreude als Musical. In: musicalzentrale, Online-Magazin, 17. Juli 2011.

Medien / Publikationen

DVD / Video

Literatur

Kommentar

Da das Programmheft zur Uraufführung aktuell noch nicht vorliegt, stammen die Angaben aus den seinerzeitigen Presseveröffentlichungen. Die Angaben werden ggf. ergänzt oder geändert, wenn das Originalprogrammheft vorliegt.

Empfohlene Zitierweise

„Gotthelf – das Musical“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/gotthelf-das-musical/

Letzte inhaltliche Änderung: 8. Oktober 2022.