Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Hairspray [St. Gallen]

Musical

Musik von Marc Shaiman
Buch von Mark O’Donnell und Thomas Meehan
Sontexte von Scott Wittman und Marc Shaiman
Nach dem New-Line-Cinema-Film von John Waters
Orchestrierung von Harold Wheeler, bearbeitet von Steve Sidwell
Deutsche Dialoge von Jörn Ingwersen
Deutsche Songtexte von Wolfgang Adenberg

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 15. März 2008
Theater St. Gallen, Schweiz

Eine Co-Produktion des Theaters St. Gallen mit Marek Lieberberg Konzertagentur und Michael Brenner für Brenner Holding.

Besetzung:

Premierenchronik

USAUA15. August 2002Neil Simon Theatre, New York
GBEA30. Oktober 2007Shaftesbury Theatre, London
CHDspr. EA15. März 2008Theater St. Gallen
DEA6. Dezember 2009Musical Dome, Köln
AEA31. Juli 2015Bühne Baden

Die Londoner Premiere war zugleich die europäische Erstaufführung.

Inhaltsangabe

„Baltimore 1962. Die ‚Corny-Collins-Show‘ ist die angesagteste Tanz-Fernsehshow von ganz, nun ja zumindest von ganz Baltimore. Hier dabei zu sein und Madison, Bug oder Twist zu tanzen, ist der Traum eines jeden Jugendlichen.

Tracy Turnblad hat neben einer wirklich eindrücklichen Fisur ein grosses Herz und eine grosse Leidenschaft: das Tanzen. Leider entspricht sie nicht dem gängigen Schönheitsideal und gehört eher zu den Aussenseitern. Und dann gibt es ja auch noch Amber von Tussle, die optisch gesehen keine Wünsche offen lässt. Sie hat alles, was sich ein Mädchen wünscht: eine tolle Figur, neureiche Eltern und einen schicken Boyfriend. Die beiden sind wie Feuer und Wasser.

Noch ist Amber der Star der Sendung, doch Tracy ist auf dem besten Weg ihr den Rang abzulaufen. Sie bekommt ihre Chance und wird übernacht zum Teenie-Idol. Sie ist einfach ein Ereignis. Aber da hat Mama Turnblad auch noch ein Wörtchen mitzureden, denn sie will ihr Töchterchen eigentlich so gar nicht bei ihrer Fernseh-Karriere unterstützen. Doch am Ende wird alles gut.“

(http://theatersg.ch [Zugriff: 31. Juli 2007])

Kritiken

„Grosse Ideen brauchen grosse Frisuren. Tracy Turnblad macht es vor mit ihrem pilzig-luftigen Rundschopf. Auch die anderen Girls schütteln die unglaublichsten Locken und Blondinengirlanden, die Männern gockeln mit steifgeföhnten und hochgegelten Kämmen. Getoppt wird die haarige Parade vom gewaltigen Lockenwicklerturm der Edna Turnblad – die auch sonst überragend ist in jeder Beziehung. 

Den Oscar für das virtuoseste Hairdesign hat die St. Galler ‚Hairspray‘-Produktion schon auf sicher. Und die Kostüm- und Requisitenabteilungen verdienen sich weitere Sonderpreise. Mit gewaltigem Aufwand zaubert das Leitungsteam (Regisseur Matthias Davids, Choreograph Dennis Callaghan, Hans Kudlich, Bühne, und Renate Schmitzer, Kostüme) eine grelle Sechzigerjahr-Imitation mit dem gehörigen Schuss Überzeichnung auf die Bühne.

Die schöne, bonbonbunte Konsumwelt ist ausgebrochen.“

Peter Surber: Welcome To The Sixties, Am Samstag hatte das Musical „Hairspray“ am Theater St. Gallen Premiere. In: St. Galler Tagblatt, 17. März 2008.

„Dass sich mit dem Theater St. Gallen ausgerechnet ein Stadttheater die Rechte für die deutschsprachige Erstaufführung eines solchen Erfolgsstücks sichern konnte, kommt nicht von ungefähr, denn schon seit Jahren stellt das Haus Musicalproduktionen auf allerhöchstem Niveau auf die Bühne. Diesmal konnte sich das rührige Theater also einen echten Hochkaräter an Land ziehen, denn nach diesem Stück, das über ein ähnlich hohes Hit-Potenzial verfügen dürfte wie etwa ‚Grease‘, haben angesichts der internationalen Erfolge natürlich auch schon andere Produzenten interessiert die Fühler ausgestreckt. […]

Die Premiere am 15. März 2008 und die anschließenden enthusiastischen Publikumsreaktionen werden daher sämtliche Produktionsbeteiligte mit viel Freude aufgenommen haben. Obwohl ein Musical in seiner Ausprägung und Produktion wohl nicht viel angloamerikanischer sein kann als ‚Hairspray‘, funktioniert und begeistert das turbulente Stück um Lockenwickler, Körbchengröße und Diskriminierung auch bei uns. Dies liegt vor allem daran, mit welcher spielerischen Leichtigkeit und handwerklicher Perfektion das Musical Themen wie Außenseitertum und Rassentrennung aufgreift und umsetzt. Die Musik ist mitreißend, das Buch über alle Maßen originell und den Rest besorgt auch in St. Gallen eine durchweg hochwertige Besetzung.“

Markus Zeller: Hairspray, Hinreißend – macht einfach gute Laune. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 130, April/Mai 2008, Seite 4-7.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Video-Aufnahme

Empfohlene Zitierweise

„Hairspray“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/hairspray-st-gallen/

Letzte inhaltliche Änderung: 8. Januar 2020.