Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Hans Andersen – Die märchenhafte Geschichte vom Aufstieg des Hans Christian Andersen.

Ein Märchen mit Musik 

Musik und Gesangstexte von Frank Loesser
zusätzliche Musik und Gesangstexte von Marvin Laird
Buch von Beverley Cross und Tommy Steele
Basierend auf dem Samuel-Goldwyn-Film
Deutsche Übersetzung von Kurt Huemer und Sepp Tatzel

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 8. Februar 1986
Raimund Theater Wien, Österreich

Besetzung:

Premierenchronik

GBUA17. Dezember 1974Palladium Theatre, London
ADspr. EA8. Februar 1986Raimund Theater, Wien
DEA (Neuf.)11. März 2023Eduard-von-Winterstein-Theater, Annaberg-Buchholz

Inhaltsangabe

„1. Akt. De Kinder von Odense bestürmen den jungen Schuster Hans Christian, ihnen eine seiner Geschichten zu erzählen. Statt in die Schule zu gehen, lauschen sie lieber den Märchen, die er für sie erfindet (Däumelinchen). Dies bringt Andersen aber in Konflikt mit dem Schuldirektor und dessen Frau Louise.

Der Musiker Pedersen lädt Andersen zu einer Probe ins Theater ein, um ihn als Dramatiker vorzustellen („Das Glück klopft an Deine Tür“). Die berühmte Sängerin Jenny Lind probiert ihr Auftrittslied („Ich weiß, daß er mich zärtlich liebt“). Andersen verliebt sich Hals über Kopf in die „schwedische Nachtigall“. Als er aber sein Drama vorzeigt, erntet er nur Gelächter: der Text strotzt vor Shakespeare-Zitaten und Rechtschreibfehlern. Einzig Jenny Lind glaubt ein „gewisses Talent“ zu erkennen. Sie erreicht beim Stadtkommandanten Guldberg, daß Andersen wieder die Schule besuchen darf, solange bis er richtig buchstabieren kann. Als Jenny ihn zum Abschied küßt, glaubt Andersen, Gegenliebe gefunden zu haben („Träume ich, daß Jenny mich liebt“).

Die Kinder sind froh, ihren Märchenerzähler als Schüler neben sich zu haben („Zollwurm“…), doch Hans hat unter dem jähzornigen Schuldirektor viel zu leiden und viel zu studieren. Als der Rektor argwöhnt, Hans wolle ihm die Frau wegnehmen, droht ein fürchterliches Strafgericht. Doch sein Freund Otto Pedersen beendet die Zeit der Leiden: durch ihn findet Andersen sein Selbstvertrauen wieder („Ich kann buchstabieren“)! Hans ist voll Optimismus und sehnt sich danach, Jenny wiederzusehen („Führt mich das Schicksal bis ans End‘ der Welt…“). Zuversichtlich landet er in Kopenhagen („Wundervoll bist Du, mein Kopenhagen“).

2. Akt. Es gelingt Andersen nicht, einen Verleger für seine Werke zu finden; schließlich wird er als Landstreicher ins Gefängnis gesteckt („Diese schöne Zeit…“). Als Jenny von ihrer Amerika-Tournee zurückkehrt, läßt sie nach Andersen suchen. Im Haus ihres Managers Max Klaus wird aus Anlaß ihrer Rückkehr ein Empfang gegeben („Sag, war ich zu lange fort?“). Wiederum wird der „Dramatiker“ Andersen ausgelacht. Als er aber seine Geschichte „Das häßliche Entlein“ erzählt, erkennt Jenny sein eigentliches Talent. Sie bittet Andersen, diese kleine Erzählung aufzuschreiben und ihr zu übergeben (Bücherballett).

Auf Jennys Fürsprache hin sind Andersens Märchen inzwischen gedruckt worden und haben großen Erfolg gebracht. Hans muß erkennen, daß Jenny ihn zwar als Dichter bewundert, ihre Liebe aber Max Klaus gehört („Nie vorher war ein Paar verliebt so wie wir“)! Wieder ist es Otto, der Andersen aufrichtet („Ein hübsches Lied zum Trällern…“). Der König hat Andersen auf Schloß Kronborg eingeladen und erwartet eine neue Geschichte!

Mit einer Komödiantentruppe und „Des Kaisers neue Kleider“ macht sich Hans über den Hofstaat lustig und steht, vom König geehrt, auf dem Gipfel seines Erfolges. Aus seiner schmerzlichen Bezieung zu Jenny wird er noch viele Geschichten machen, und auch Otto, der ihm immer zur Seite gestanden ist, wird in vielen seiner Märchen weiterleben, die Kinder und Erwachsene in aller Welt lieben.“

(aus dem Programmheft der deutschsprachigen Erstaufführung, 1986)

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Kommentar

Unter dem Titel „Andersen – Ein märchenhaftes Leben“ gab es am 11. März 2023 die Deutsche Erstaufführung des Frank Loesser Musicals mit einem neuen Buch von John Fearnley, Beverley Cross und Tommy Steele in der deutschen Fassung von Sabine Ruflair (Gesangstexte) und Jürgen Hartmann am Erzgebirgischen Theater in Annaberg-Buchholz.

Empfohlene Zitierweise

„Hans Andersen“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/hans-andersen/

Letzte inhaltliche Änderung: 30. März 2023