Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Helden, Helden [Leipzig]

Musikalische Komödie in zwei Akten

Musik von Udo Jürgens
Arrangements von Andras Bogya und Karl Kowarik
Buch von Hans Gmür
Nach George Bernard Shaws Schauspiel „Arms and The Man“
Songtexte von Eckart Hachfeld, Walter Brandin und Hans Gmür
Das Musical basiert auf einem Entwurf von Peter Goldbaum

Inszenierung

DDR-Erstaufführung: 10. Oktober 1975
Musikalische Komödie, Leipzig, DDR

Besetzung:

Premierenchronik

AUA27. Oktober 1972Theater an der Wien, Wien
DEA23. Februar 1973Operettenhaus, Hamburg
CHEA25. Oktober 1973Stadttheater Luzern
DDREA10. Oktober 1975Musikalische Komödie, Leipzig

Inhaltsangabe

„Ende des 19. Jahrhunderts in einer kleinen bulgarischen Stadt: hier lebt die großbürgerliche Familie des Majors Paul Petkoff. Der Vater weilt noch im Felde, denn es herrscht Krieg zwischen Bulgaren und Serben. Dennoch schwelgen Mutter Katharina und Tochter Raina in Glückseligkeit: es war doch just Major Sergius Saranoff, Rainas Verlobter, der die kriegsentscheidende Reiterattacke leitete. Die geschlagenen serbischen Truppen fliehen durch die Stadt. Da verbirgt sich ein Offizier vor seinen Verfolgern in Rainas Schlafzimmer. Todmüde und erschöpft, wie er ist, erweckt er Rainas Mitleid, so daß sie ihn vor den eigenen Soldaten versteckt. Während sie den etwas seltsamen Krieger, der sich Schokolade statt Munition in die Patronentaschen gefüllt hat, mit Pralinées labt, berichtet er ihr den wahren, nämlich höchst lächerlichen Sachverhalt über Major Saranoffs wahnwitzige, nur durch Zufall geglückte ‚Heldentat‘.

Ein Vierteljahr später – der Krieg ist beendet – bringt der Offizier den Mantel zurück, in dem er entkommen war. Sein Name ist Bluntschli, er ist Schweizer und war, mehr zufällig denn aus Überzeugung, Söldner der Serben. Er kommt zur rechten Zeit, denn Major Petkoff hat eine diffizile militärische Aufgabe zu lösen, die Bluntschli schnell und mit Sachverstand erledigt. Saranoff, wieder Zivilist, wird vom Zimmermädchen Louka gegen den Schweizer aufgestachelt. Da findet Major Petkoff auch noch ein Foto seiner Tochter in seinem Mantel: ‚Raina ihrem Pralinée-Soldaten‘.

Saranoff fordert Bluntschli zum Duell, dieser lehnt derartige Ehrenhändel jedoch kategorisch ab. Er erklärt nun die Zusammenhänge: wie er in die Wohnung und zu seinem ‚Ehrentitel‘ kam, wie sie einander näher kamen und daß er, wenn Raina will … Sie will und nur zu gern. Vater Petkoff hat nichts dagegen, hat sich Bluntschli darüberhinaus auch noch als reicher Hotelier entpuppt. Und Saranoff hat ja noch die reizende Louka für seinen Hang zum Personal.“

(aus: Programmheft zu „Helden, Helden“ des Stadttheaters Chur, 1980)

Kritiken

„‚Helden, Helden‘ hat seinen unbestrittenen Verkaufswert: Es besitzt vorzügliche Dialoge, vortreffliche Figuren- und Szenenentwicklungen und ist, gerade was den Einsatz von Musik betrifft, ein makellos gebautes Stück.

[…] Die Leipziger Inszenierung Wolfgang Weits erfreut sich vor allem an den guten Dialogen, den Figurenzeichnungen und der klaren Handlungsführung. Das dramaturgische Funktionieren der Musik – deren Melodik und Rhythmik etwas einfallslos erscheinen, deren Stärke vor allem in der Instrumentierung liegt – wurde in jeder Phase voll ausgenutzt, am augenscheinlichsten in den Ballett- und Chorszenen.“

Karsten Bartels: Helden, Helden. In: Theater der Zeit, Heft 2, 1976, Seite 38-39.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Helden, Helden“ [Leipzig]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/helden-helden-leipzig/

Letzte inhaltliche Änderung: 13. April 2024.