Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Highway to Hellas

Musical

Musik von Heiko Lippmann
Songtexte von Christian Doll
Buch von Arnd Schimkat und Moses Wolf nach deren Romanvorlage und der Verfilmung aus dem Jahr 2015

Inszenierung

Uraufführung: 10. Juni 2016 
Stiftsfreiheit (Domfestspiele), Bad Gandersheim, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

DUA10. Juni 2016Stiftsfreiheit (Domfestspiele), Bad Gandersheim

Inhaltsangabe

Der Bankprüfer Jörg Geissner wird auf die griechische Insel Paladiki geschickt, um der richtigen Verwendung der von seiner Bank zur Verfügung gestellten Finanzmittel zu kontrollieren. Dumm nur, dass für eines dieser geförderten Vorhaben, der Bau eines Elektrizitätswerks, die Mittel anderweitig – für den Aufbau eines sanften Tourismus – zweckentfremdet wurden. Denn Strom bekommt die kleine Insel inzwischen schon längst durch ein Unterseekabel vom Festland. Die Inselbewohner versuchen mit allen Mitteln Geissner von seiner Kontrollen abzuhalten und so nach und nach verfällt der ansonsten korrekte Beamte dem Charme des griechischen Eiland und findet sogar in Eleni eine Bewohnerin, die ihm ganz besonders gefällt. So berichtet er seinem Chef, dass alles seine Ordnung hat, kündigt seinen Job und bleibt bei Eleni auf der Insel.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Unter der Regie von Achim Lenz funktioniert die Geschichte auf der Bühne viel besser als im Kino, weil stärker auf Humor gesetzt wurde – das gilt speziell für die Einfälle mit den Ziegen und dem Esel. Die sich anbahnende Freundschaft zwischen dem Banker und dem Ladenbesitzer wirkt glaubhaft, genau wie die Liebesaffäre zwischen Eleni und Geissner, zwei Nebengeschichten, denen ein paar gefühlvolle Momente entstammen. Nebenbei ist das Musical eine Parodie auf den deutschen Tourismus – und natürlich auf die Fininanzkrise in Griechenland.

In Bad Gandersheim sind immer wieder Ideen gefragt, denn vor dem Portal der romanischen Kirche des Stiftes Gandersheim kann man nur auf wenige Hilfsmittel zurückgreifen, um, wie hier, das Ambiente einer griechischen Insel darzustellen.

[…] Die Musik von Heiko Lippmann gefällt insgesamt.“

Christian Spielmann: Griechische Gerissenheit. Uraufführung von „Highway to Hellas“ in Bad Gandersheim. In: blickpunkt musical, Ausgabe 83, 04/2016 Juli – September 2016, Seite 10-11.

„Ein starkes Ensemble schaffte es mit schmissigem Gesang und tollen Choreografien, mit dem Musical bei den Bad Gandersheimer Festspielen Sehnsucht nach dem Süden zu erzeugen.

[…] Dem Festival-Team gelang es beim Musical ‚Highway To Hellas‘ glänzend, wie bei der Premiere Freitagabend der starke Beifall nach dem fulminanten Finale zeigte. Regisseur Achim Lenz schaffte es dank engagierten Schauspielern, schmissigem Gesang, tollen Choreografien (Marc Bollmeyer) und der gut aufgelegten achtköpfigen Festspielband (musikalische Leitung: Ferdinand von Seebach), Sehnsucht nach dem Süden zu erzeugen.

Cornelia Brey (Bühne) hat Sperrholzwände mit Postkartenansichten und zahlreichen Luken aufgebaut, blitzschnell verwandelt sich die Szenerie vom Minimarkt des Schürzenjägers Panos (Ron Holzschuh, ‚Dübeln ist was für Deutsche, ein Grieche nagelt‘) ins Chaos-Büro des Bürgermeisters Spyros (Udo Eickelmann) oder in die Taverne, in der es sich Arzt Dr. Yannis (Fehmi Göklü) allzu gutgehen lässt. Blaue Stoffbahnen liefern das Meer.

[…] Doch der sommerlich-leichte Spaß bietet neben schönen Melodien und wirbelnden (Sirtaki–)Tänzen manchen Knalleffekt – im Wortsinn. Wenn Esel und Ziegen aufmarschieren (Kostüme: Sophie Reble), gibt es im vollen Rund viele Lacher. Den Ovationen folgte eine Zugabe. Darauf einen Ouzo!“

[ohne Autorennennung]: Domfestspiele: Turbulentes Musical „Highway To Hellas“. In: Hessische/Niedersächsische Allgemeine (HNA), Kultur, 12. Juni 2016.

„Während der ersten Hälfte des Abends bleibt ein Dauergrinsen in den Gesichtern. So stellt man sich Sommertheater vor. Liebevoll werden die Charaktertypen nacheinander vorgestellt. Da allerdings die Handlung absehbar ist und einige Wendungen angesichts der begrenzten Bühnenmöglichkeiten nur angedeutet werden, sinkt die Spannung gegen Ende. Das kommt dann auch überraschend schnell.

Doch es gibt viele Pluspunkte. Die Band unter der Leitung von Ferdinand von Seebach ist perfekt abgemischt und bietet ein facettenreiches Arrangement. Die Choreografien von Marc Bollmeyer sind wirklich witzig und beziehen immer wieder auch Statisten mit ein. Die wurden von Kostümbildnerin Sophie Reble mit allerlei typischen Urlaubs- und Griechenland-Accessoires ausgestattet, sind teilweise urkomisch und mit Spielfreude dabei.“

Marcus C. Leitschuh: Highway to Hellas. Kurzweilige Culture-Clash-Musicalkomödie. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 180, August/September 2016, Seite 32-33.

Kommentar

Da das Programmheft zur Uraufführung aktuell noch nicht vorliegt, stammen die Angaben aus den seinerzeitigen Presseveröffentlichungen. Die Angaben werden ggf. ergänzt oder geändert, wenn das Originalprogrammheft vorliegt.

Empfohlene Zitierweise

„Highway to Hellas“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/highway-to-hellas/

Letzte inhaltliche Änderung: 24. Januar 2023.