Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Honk!

Musical

Musik von George Stiles
Text von Anthony Drewe
frei nach Hans Christian Andersens „Das hässliche Entlein“
Deutsche Übersetzung von Stephan Kopf & Zelma und Michael Millard

Inszenierung

Österreichische Erstaufführung: 3. Juni 2008
Theater der Jugend / Renaissancetheater, Wien, Österreich

Besetzung:  

Tanja Golden (Ida) & Peter Kratochvil, Jürgen Kapaun,
Sabine Bina, Melanie Bayer (Entlein).

Premierenchronik

GBUA28. November 1997Stephen Joseph Theatre, Scarborough
GBUA West-End11. Dezember 1999Royal National Theatre, London
DDspr. EA25. Oktober 2003Theater, Chemnitz
AEA3. Juni 2008Renaissancetheater, Wien

Anmerkung: Bereits 1983 fand im Watermill Theater, Newbury (UK) unter dem Originaltitel ‚The Ugly Duckling or the Aesthetically Challenged Farmyard Fowl‘ die Uraufführung der Erstversion statt.

Tanja Golden (Ida) & Reinhold G. Moritz (Erwin Erpel).

Inhaltsangabe

„Frühlingszeit auf der Geflügelfarm. Unter zahlreichen Hühnern, Puten, einer Mandarinente und einem geschwätzigen Moorhuhn lebt das Entenpärchen Ida und Erwin Erpel. Entenmutter Ida und ihr Gatte freuen sich in ihrem Tümpel auf Nachwuchs. Jedoch, als das graue, übergroße Küken Gnomy neben 4 »richtigen« Entenküken schlüpft und statt des obligatorischen »Quak!« nur ein stumpfes »Honk!« herausbringt, lachen selbst die eigenen Geschwister den Sonderling aus.

Nur Mama Ida öffnet ihr Mutterherz für das ungewöhnliche Küken und stellt beim Schwimmtraining mit dem Sohn fest, wie spielend er sie mit seinen Schwimmkünsten aussticht. Es hilft jedoch nichts, auch der weise Truthahn kann die Vogelmeute nicht abhalten, den hässlichen Gnomy auszustoßen. Man nimmt sogar in Kauf, dass das unerfahrene Küken dem Kater zum Opfer fällt, damit wieder Ruhe und Normalität einkehrt.

Gnomy folgt dem verführerischen Kater vertrauensselig, nachdem dieser als einziger freundlich scheint. Mutter Ida macht sich währenddessen auf den Weg, den verlorenen Sohn zu finden und zu beschützen. Als Gnomy die Absicht des Farmtigers erkennt, flüchtet er und verläuft sich auf der Suche nach der Geflügelfarm und dem sicheren Entennest. Dabei erlebt er allerlei Abenteuer: Er trifft auf ein vertrotteltes Gänsegeschwader unter Kommandogans Graufuß, lernt das einbeinige Haushuhn Stummel und den Travestie-Kater Prinzesschen kennen. Schließlich macht ihm der warzige Krötenfrosch klar, dass Hässlichkeit immer im Auge des Betrachters liegt. Denn er hätte wohl kaum den ganzen Teich voller Kaulquappen, wenn seine Froschfrau ihn nicht attraktiv finden würde. Gnomy lernt bei all diesen eigentümlichen Wesen: Anderssein kann sogar Spaß machen!

Schließlich trifft er auf Schwanenmädchen Sissi und verliebt sich in den grazilen weißen Vogel, als er sie aus einer Angelschnur befreit. Er ahnt nicht, wie ähnlich er dem majestätischen Vogel ist und dass er Sissi schon im nächsten Frühjahr wiedersehen wird. Denn, nachdem er den Winter überstanden hat, mausert sich das graue, hässliche Küken sich zu einem edlen Schwanen-Mann. Er kehrt mitsamt Sissi auf die Farm und zu seinen »Zieheltern« zurück und beweist allen, wie sehr der erste Eindruck trügen kann.

(Inhaltsangabe: united musicals [https://unitedmusicals.de/musical/honk/], aufgerufen 24. Mai 2025.

Roman Straka (Kater) & Martin Niedermair (Gnomy).

Kritiken

„Mit ‚HONK‘, einem mitreißenden Kindermusical über das hässliche junge Entlein, gibt das Theater der Jugend im Renaissancetheater einen starken Abgang vor der verdienten Sommerpause! Von wegen Köpfchen unterm Wasser: Wenn da über zwei Stunden mit bunter Lebenslust nach Broadway-Art schon den Kleinsten, selbstbewusst anders zu sein, vermittelt wird, dann kann man das Stück in unserer uniformen, schönen neuen Welt schon allein aus pädagogischen Gründen allen wärmstens empfehlen. Aber in dem Musical von Anthony Drewe (Buch & Text) und George Stile (Musik), das auf Hans Christian Andersens Märchen beruht, stimmt einfach alles.

[…] Alleingelassen, muss das Entlein seine innere Schönheit erst selber entdecken, um am Ende alle zu überzeugen. Unterstützt wird es dabei u. a. von entzückender Musik (Leitung: Gerald Schuller), einer abenteuerlichen Wildgänseformation mit originellem Bügelbrettflugzeug (Bühne: Judith Leikauf und Karl Fehringer) und dem guten Geist/Prinz in Froschgestalt (Robert G. Neumayr), der mit ungebrochenem Optimismus in einer großartigen Choreographie (Alonso Barros, Kostüme: Jan Hax Halama) überzeugend ermuntert, immer auf der sonnigen Seite des Lebens zu watscheln, obwohl kaum wer einen Frosch küssen will.“

Rüdiger Rausch: [Titel unbekannt]. In: Kronenzeitung, 7. Juni 2008.

„Im Renaissancetheater kam nun im Rahmen des Theaters der Jugend ‚Honk!‘ von Anthony Drewe und George Stiles zur österreichischen Erstaufführung – ein preisgekröntes Musical nach Hans Christian Andersens berühmtem Märchen.

Regisseur Henry Mason bietet in Zusammenarbeit mit dem musikalischen Leiter Gerald Schuller, den Ausstattern Judith Leikauf, Karl Fehringer, Jan Hax Halama und dem Choreografen Alonso Barros eine hinreißende Aufführung.

In einem Furioso präsentiert das zwölfköpfige Darstellerteam, allen voran Martin Niedermair als Schwan und Tania Golden als fürsorgliche Entenmutter, die berührende Geschichte, die zum Nachdenken anregen sollte.“

Lona Chernel: [Titel unbekannt]. In: Wiener Zeitung, 5. Juni 2008.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Honk!“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/honk/

Letzte inhaltliche Änderung: 9. Juni 2025.