Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Kinky Boots

Musical

Musik und Liedtexte von Cindy Lauper
Buch von Harvey Fierstein
basierend auf dem Miramax-Film ‚Kinky Boots‘ von Geoff Deane & Tim Firth
Deutsche Übersetzung (Buch) von Ruth Deny
Deutsche Übersetzung (Liedtexte) von Kevin Schroeder

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 3. Dezember 2017  
Stage Operettenhaus, Hamburg, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA4. April 2013Al Hirschfeld Theatre, New York
GBEA15. September 2015Adelphi Theatre, London
DDspr. EA3. Dezember 2017Stage Operettenhaus, Hamburg]

Inhaltsangabe

„In ‚Kinky Boots‘ hat Charlie Price plötzlich die Schuhfabrik seines Vaters geerbt, die kurz vor dem Bankrott steht. Während er versucht, dem Vermächtnis seines Vaters gerecht zu werden und den Familienbetrieb zu retten, findet Charlie Inspiration in Form von Lola – ein fabelhafter Entertainer auf der Suche nach ein paar stabiler Stilettos. Lola entpuppt sich als die Person, die Charlie helfen kann, der Mann zu werden, der er sein soll. Zusammen versuchen sie, das Schicksal der Fabrik abzuwenden. dabei findet das ungleiche Paar heraus, dass es mehr gemeinsam hat als beide je für möglich gehalten haben … und entdeckt: Änd’re dein Denken und änderst die Welt.“

(Inhaltsangabe aus dem Programmheft zur Deutschsprachigen Erstaufführung, 2017.)

Kritiken

„Das neue Musical im Operettenhaus passt in das Theater an der Reeperbahn wie die faust aufs Auge – es ist direkt, voll hintergründiger Ironie, berührend und bietet eine mitreißende Show.

[…] Wenn auch ‚Kinky Boots‘ in Hamburg im Großen und Ganzen eine Kopie des Originals ist, so durften doch D. B. Bonds die Originalregie von Jerry Mitchell und Rusty Mowery dessen Choreographie für Hamburg anpassen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Lola und ihre Angels sorgen von Anfang an mit ihrem tänzerischen Können für Begeisterung. Gino Emnse bewegt sich mit unwahrscheinlicher Eleganz und Sicherheit auf den 16cm hohen Absätzen und ist jederzeit präsent. […] Mit einem sehr guten Timing für Situationskomik zwischen Dialogen, Songs und Choreographie werden starke Momente erzielt, in denen Emotionalität und Witz einander durchdringen – auch im Deutschen. Seine aus dem Englischen adaptierte Oscar Wilde Botschaft „Sei du selbst, alle anderen gibt es schon“ macht ‚Kinky Boots‘ zu einem intelligenten, Mut machenden Musical.

Die Hamburger Premiere besticht mit einem guten Sound, sodass das mit Elan spielende 15-köpfige Orchester unter dem Musikalischen Leiter Sebastian De Domenico differenziert mit Akzenten von Saxophon, Klarinette oder Violine zu hören ist. Der Extraapplalus nach dem Vorhang ist verdient.“

Barbara Kern: Sei du selbst, alle anderen gibt es schon. ‚Kinky Boots‘ als deutschsprachige Erstaufführung in Hamburg. In: blickpunkt musical, Ausgabe 92, 1/2018 Januar – März 2018, Seite 10-13.

„Der Zauber dieses Musicals liegt in der stimmigen Handlung, den sympathischen Charakteren und der direkten Art, in der Vorurteile thematisiert und ausgeräumt werden, sowie in Cindy Laupers schmissigen Songs – und nicht zuletzt an der guten Hamburger Besetzung, die von Regisseur und Choreograf Jerry Mitchell – und seinen lokalen Kollegen DB Bonds (Regie) und Rusty Mowery (Choreografie) – perfekt in Szene gesetzt werden.

[…] Doch ‚Kinky Boots‘ lebt vor allem von den groß und raumgreifend in Szene gesetzten, häufig bunten Ensembleszenen (u.a. „So’n sexy hohes Teil“, „Komm steh auf / sei Du“). Nicht nur Cindy Laupers Popsongs zünden hier richtig gut, auch das Schillernde, was einem auf jedem Show-Plakat entgegenstrahlt, wird hier sichtbar: Sechs herausragende Dragqueens, Lolas Angels, setzen mit ihrer Eleganz und ihrem tänzerischen Können Maßstäbe.

[…] Nur selten kommt es vor, dass die Zuschauer schon während der Final-Nummer tanzend, klatschend und johlend in den Reihen stehen – ‚Kinky Boots‘ trifft offenbar den Nerv der Zeit!“

Michael Flint: Kinky Boots. Die perfekte Symbiose aus Glitzer und Tiefgang. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 189, Februar/März 2018, Seite 8-9.

„In Zeiten von Donald Trump und AfD scheinen die ‚Kinky Boots‘ von Drag Queen Lola und ihren „Angels“ umso heftiger aufstampfen zu müssen. „Akzeptiere jemanden so, wie er ist“, lautet Lolas Forderung. Doch keine Angst, trotz Botschaft und Tiefgang kommt auch bei diesem Musical die Unterhaltung nicht zu kurz. Dank der Musik von Lauper wird das Stück zur großen Party. Und manch ein Zuschauer wird sich selbst an der Reeperbahn verwundert die Augen reiben, wenn er die „Angels“ in Frauenklamotten auf ihren High Heels sieht. Sind das wirklich Männer mit diesen endlos langen Beinen? Ja, sind es. Wow!

Um die Handlung verständlich zu machen, wurden sämtliche der 16 Songs ins Deutsche übersetzt. Das Ergebnis ist teilweise holprig. So wird aus „Sex Is In The Heel“ ein schnödes „So’n Sexy Hohes Teil“ und aus „What A Woman Wants“ ein „Wovon Frauen Träumen“. Doch wie bei der deutschen Version von „Mamma Mia“ setzt die Gewöhnung schnell ein. Auch deshalb, weil in dem Musical nicht Laupers alte Hits wie „Girls Just Wanna Have Fun“ oder „Time After Time“ zu hören sind, sondern neue und eigens komponierte Stücke.“

mai: Sexy und intelligent – diese hohen Hacken nehmen es mit Trump und AfD auf. In: stern, 4. Dezember 2017.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Empfohlene Zitierweise

„Kinky Boots“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/kinky-boots/

Letzte inhaltliche Änderung: 11. März 2022.