Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Kismet (Orientalische Märchennacht) [Leipzig]

Musical in zwei Akten

Musik und Gesangstexte von Robert Wright und George Forrest
unter Verwendung von Themen von Alexander Borodin
Buch von Charles Lederer und Luther Davies
nach einer Komödie von Edward Knoblock
Deutsche Fassung von Janne Furch

Inszenierung

DDR-Erstaufführung: 4. September 1977
Musikalische Komödie, Leipzig, DDR

Besetzung:

Programmheft der DDR-EA, MuK Leipzig

Premierenchronik

USAUA3. Dezember 1953Ziegfeld Theatre, New York
GBEA20. April 1955Stoll Theatre, London
DDspr. EA22. Januar 1977Theater der Stadt, Koblenz
DDREA4. September 1977Musikalische Komödie, Leipzig
AEA5. März 1980Raimund Theater, Wien

Anmerkung: Bei der DDR-EA hat Margarete Junghans am Premierenabend den Part der Lalume der kurzfristig erkrankten Christel Gluck übernommen.

Inhaltsangabe

„So einen Tag haben weder Ali Baba noch Aladdin je erlebt – in 24 Stunden muss der dichtende Bettler Hajj einem Banditen entfliehen, den bösen Polizeiminister ertränken, mit dessen Witwe anbandeln und seine Tochter mit dem charmanten Kalifen von Bagdad verheiraten.[…] In KISMET fand Musik des Komponisten Alexander Borodin Verwendung, um der orientalischen Märchengeschichte aus sagenhaften Zeiten das exotische Flair im üppigen Orchesterklang zu verleihen. Die Story entstammt einem gleichnamigen Theaterstück von Edward Knoblock: Ein lebenslustiger Geschichtenerzähler taucht mit seiner bezaubernden Tochter in Bagdad auf und platziert sich aus einer Laune heraus als Bettler vor der Moschee. Er wird mit einem berüchtigten Räuberhauptmann verwechselt und gerät in abenteuerliche und gefährliche Situationen, die er mit List und Tücke zu meistern weiß.“

In: Verlagsangabe Musik und Bühne Verlagsgesellschaft mbH, Wiesbaden, 2021.

Kritiken

„Nun gut, es sind ’nur‘ 35 Prozent der ‚Kismet‘-Musik, die eigennützig auf Borodin bauen, aber diese sind wohl wohl zu trivial und plakativ benutzt, als daß sie einen nicht schaudern lassen würden. Und die von Wright/Forrest selbst entworfene Musik? Sie schwelgt in romantizistischer Gebärde, entwickelt die Neigung mancher amerikanischer Musical-Komponisten zu Sequenzierung fast exzessiv, bietet eine Folge von recht süßlichen Melodien und harmlosen Reihen dar, die einem Kitschverständnis mehr zu- als entgegenarbeiten.

[…] Beim Leipziger Publikum (dritte Vorstellung, halbgefüllter Saal) kam das Stück überhaupt nicht an. Aber das verwundert einen wenig, denn die Aufführung machte zumindest soviel falsch, dieses wahrhaftig bescheidene, in seinem artifiziellen Anspruch nicht sonderlich grandiose Stück zu einem Nonsense zu disqualifizieren. […] Was man jedoch auf der Bühne dieses vornehmlich auf Musicals, Operette, Spieloper eingerichteten Theaters, der Musikalischen Komödie Leipzig, zu sehen bekam, ließ diese Zuneigung zum Stück nicht spüren, zeigte das ganze Elend eines langweiligen Theaterabends, der entsteht, wenn fehlende Engagiertheit und schale Routine zusammentreffen. Akteure waren zu erleben, denen man von Herzen bescheinigen möchte, daß sie besser sind als sie hier vorführen konnten. Von einfacher regielicher Führung der Personen war sehr wenig zu bemerken (von konzeptionell offensichtlichen Gedanken kann man schon gar nicht sprechen), als Figuren auf dem Theater waren, sie sämtlich uninteressant, handwerkliche Unfertigkeit behinderten selbst ein zaghaftes Einsickern orientalischen Märchenzaubers, man vermißte in Wolfgang Weits Regie selbst Spurenreste von Phanatasie.“

Wolfgang Lange: Optimist und Hasadeur. „Kismet“ in lipzig und Magdeburg. In: Theater der Zeit, Heft 11/1977, Seite 33-34.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Empfohlene Zitierweise

„Kismet (Orientalische Märchennacht) [Leipzig]“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/kismet-leipzig/

Letzte inhaltliche Änderung: 24. November 2022.