Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Kuss der Spinnenfrau (Kiss of the Spider Woman) [Coburg]

Musical

Musik von John Kander
Buch von Terence McNally basierend auf dem Roman von Manuel Puig
Liedtexte von Fred Ebb
Deutsch von Michael Kunze

Inszenierung

Deutsche Erstaufführung: 11. Mai 2002
Landestheater, Coburg, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

CANUA14. Juni 1992St. Lawrence Centre for the Arts, Bluma Appel Theatre, Toronto
GBEA20. Oktober 1992Shaftesbury Theatre, London
USAEA3. Mai 1993Broadhurst Theatre, New York
ADspr. EA28. November 1993Vereinigte Bühnen Raimund Theater, Wien
CHEA28. Oktober 2000Stadttheater, St. Gallen
DEA11. Mai 2002Landestheater, Coburg

Inhaltsangabe

„Schaufensterdekorateur Molina sitzt wegen Verführung eines Minderjährigen in einem südamerikanischen Gefängnis. Acht Jahre Haft soll er verbüßen. Doch es gibt einen Ausweg: Verrat. Er soll einem politischen Gefangenen namens Valentin Informationen entlocken. Gelingt ihm dies, so ist er frei.

In gemeinsamer Zelle zusammengepfercht will sich jedoch trotz großer Einsamkeit keine rechte Vertraulichkeit einstellen. Zu verschieden sind die Charaktere. Molinas Welt aus ‚Stil und Dekor‘, voller Sinnlichkeit und Fantasterei prallt hart gegen die lustfeindliche, berechnende Sicht des überzeugten Gesellschaftserneuerers Valentin. Während dieser nur an Marta denkt, seine heimliche Liebe, stürzt sich Molina in cineastische Visionen um die Filmdiva ‚Aurora‘. Doch selbst die Göttliche hat eine Schattenseite: In der Rolle der ‚Spinnenfrau‘ bringt sie den Tod. – Mit der Zeit entwickelt sich die gegenseitige schroffe Ablehnung der beiden Häftlinge zu schrittweisem Respekt, Verständnis, bis hin zu Zuneigung. Die Geduld der Gefängsnisleitung ist jedoch begrenzt. Auch bedarf Molinas kranke Mutter dringend seiner Zuwendung. Anstatt Valentin jedoch zu verraten, gibt Molina fingierte Informationen nach oben weiter, kommt frei, wird aber misstrauisch beschattet. Als er für Valentin eine Nachricht abzusetzen versucht, wird er erneut inhaftiert. Jetzt liegt es bei Valentin, entweder er verrät die Bewegung oder sieht zu wie Molina vor seinen Augen niedergestreckt wird. Da naht die ‚Spinnenfrau‘ und beugt sich zum tödlichen Kuss.“

(aus: Programmheft des Landestheaters Coburg)

Kritiken

„Bei der deutschen Erstaufführung in Coburg litt die ansonsten sorgfältige Inszenierung von Detlef Altenbeck unter starken Strichen beim Dialog und unter einfallsloser Ausstattung. Die geradezu riesige Zelle der beiden Häftlinge liegt in einem hübschen, sauberen Knast, sogar die Pritschen haben einen Touch ‚Schöner Wohnen‘.  Alle Gefangenen sind frisch rasiert und sehen in ihren sauberen Kittelchen nicht wie verratzte, gequälte politische Häftlinge aus, sondern ganz verdächtig wie der Coburger Opernchor. Die zwei Wärter sind keine Sadisten, sondern Statisten und zwar schlechte.

[…] Die große Film-Apotheose, zu der sich der erschossene Molina am Schluss wieder erhebt, gibt es hier gar nicht. Er tanzt eine kure Version mit Valentin, Gabriel, seiner Mutter und dem Aufseher, bevor ihn dann die Spinnenfrau küsst. Erst mit dem allerletzten Ton fällt der echte Todesschuss und katapultiert uns sozusagen mit einem finalen Knall in die Realität zurück.“

Angela Reinhardt: Kuss der Spinnenfrau. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 95, Juni/Juli 2002, Seite 16-17.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Kuss der Spinnenfrau“ (Kiss of the Spider Woman) [Coburg]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/kuss-der-spinnenfrau-coburg/

Letzte inhaltliche Änderung: 11. November 2022.