Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Lady in the Dark [Basel]

Musical Play in zwei Akten

Musik von Kurt Weill
Buch von Moss Hart
Gesangstexte von Ira Gershwin
Deutsche Fassung von Roman Hinze

Inszenierung

Schweizer Erstaufführung: 29. Oktober 2022 
Theater, Basel, Schweiz

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA23. Januar 1941Alvin Theater, New York
DDspr. EA24. Mai 1951Staatstheater Kassel
GBEA9. Dezember 1981Playhouse, Nottingham
AEA18. Dezember 2021Volksoper, Wien
CHEA29. Oktober 2022Theater Basel

Inhaltsangabe

In dem „Musical Play“ geht es um Liza Elliott und die Melodie eines Kinderliedes, an die sie sich nur noch bruchstückhaft erinnern kann. Sie ist Ende 30, Herausgeberin einer sehr erfolgreichen Frauenzeitschrift, mit einem älteren verheirateten Mann heimlich liiert, und der Inbegriff einer spröden Karrierefrau. Alles hat sich dem beruflichen Zielen unterzuordnen. Unvermutet jedoch zeigen sich Risse in dem Selbstbild, die so bedrohlich werden, dass sie einen Arzt aufsucht. Dort begibt sie sich in psychoanalytische Behandlung, die ihr in wilden, assoziativen Traumsequenzen die Hintergründe der Krise aufdeckt: Unbedachte Äußerungen ihres Vaters haben sie im Kindesalter in eine Art Selbsthass getrieben, der sie unbewusst zwang, ihren eigenen Körper hässlich zu finden und ihn in betont nüchterner Businessbekleidung zu verbergen. Gleichzeitig gibt sie durch die Gründung einer Modezeitschrift anderen Frauen Anleitungen zum Schönsein (was ihren Selbsthass wiederum bestätigt). Die Kompensation des selbsterzeugten Leidens und Minderwertigkeitsgefühls durch eine erfolgreiche Karriere funktioniert jedoch nicht auf Dauer. Die Zerstörungskraft ihrer Neurose treibt sie unaufhaltsam dem völligen seelischen Zusammenbruch entgegen. Erst durch die Aufhellung der Vergangenheit, an die sie sich mittels des Kinderliedes erinnert, wird der Heilungsprozess eingeleitet, der ihr schließlich auch die Wahl des richtigen Mannes erlaubt.

(Wolfgang Jansen)

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Kommentar

Die deutschsprachige Erstaufführung war zugleich die europäische Erstaufführung.

Am 11. September 1976 brachten die Bühnen der Hansestadt Lübeck eine Neuinszenierung unter dem Titel „Die Dame im Dunkel“ heraus. Zu diesem Anlass schrieben Karl Vibach und Marianne Schubert eine neue Übersetzung. 

Am 15. Oktober 2011 brachte das Staatstheater Hannover eine Neuinszenierung unter dem Originaltitel „Lady In The Dark“ heraus. Damit verbunden war eine Neuübersetzung des Werks, die Roman Hinze schrieb.

Empfohlene Zitierweise

„Lady in the Dark“ [Basel]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/lady-in-the-dark-basel/

Letzte inhaltliche Änderung: 9. November 2022.