Lady in the Dark [Basel]
Musical Play in zwei Akten
Musik von Kurt Weill
Buch von Moss Hart
Gesangstexte von Ira Gershwin
Deutsche Fassung von Roman Hinze
Inszenierung
Schweizer Erstaufführung: 29. Oktober 2022
Theater, Basel, Schweiz
- Musikalische Leitung: Thomas Wise
- Regie: Martin G. Berger
- Choreografie: Marie-Christin Zeisset
- Bühnenbild: Sarah Katharina Karl
- Kostüme: Esther Bialas
- Lichtdesign: Roland Edrich
- Videodesign: Vincent Stefan
- Chor: Michael Clark
Besetzung:
- Liza Elliott: Delia Mayer
- Russel Paxton: Stefan Kurt
- Randy Curtis: Jan Rekszus
- Charley Johnson: Gabriel Schneider
- Kendall Nesbitt: Martin Hug
- Miss Foster: Marion Wulf
- Miss Stevens: Valentina Inzko Fink
- Ben: Manuel Nobis
- Alison Du Bois: Esther Randegger
- Vater: Vivian Zatta
- Mutter: Sonja Goltz
- Lehrerin: Frauke Willimczik
- Mann: Karl-Heinz Brandt
- Frau: Carmela Calvano Forte
- Solo-Tenor: Boguslaw Bidzinski
- Tänzer*innen: Shayna Weintraub / Kenzie Brousson / Hannah Kelly / Ayako Nakano / Alexander Hallas / Davide De Biasi / Camryn Pearson / Alicia Lehmann
- Statisterie des Theater Basel
Premierenchronik
| USA | UA | 23. Januar 1941 | Alvin Theater, New York |
| D | Dspr. EA | 24. Mai 1951 | Staatstheater Kassel |
| GB | EA | 9. Dezember 1981 | Playhouse, Nottingham |
| A | EA | 18. Dezember 2021 | Volksoper, Wien |
| CH | EA | 29. Oktober 2022 | Theater Basel |
Inhaltsangabe
In dem „Musical Play“ geht es um Liza Elliott und die Melodie eines Kinderliedes, an die sie sich nur noch bruchstückhaft erinnern kann. Sie ist Ende 30, Herausgeberin einer sehr erfolgreichen Frauenzeitschrift, mit einem älteren verheirateten Mann heimlich liiert, und der Inbegriff einer spröden Karrierefrau. Alles hat sich dem beruflichen Zielen unterzuordnen. Unvermutet jedoch zeigen sich Risse in dem Selbstbild, die so bedrohlich werden, dass sie einen Arzt aufsucht. Dort begibt sie sich in psychoanalytische Behandlung, die ihr in wilden, assoziativen Traumsequenzen die Hintergründe der Krise aufdeckt: Unbedachte Äußerungen ihres Vaters haben sie im Kindesalter in eine Art Selbsthass getrieben, der sie unbewusst zwang, ihren eigenen Körper hässlich zu finden und ihn in betont nüchterner Businessbekleidung zu verbergen. Gleichzeitig gibt sie durch die Gründung einer Modezeitschrift anderen Frauen Anleitungen zum Schönsein (was ihren Selbsthass wiederum bestätigt). Die Kompensation des selbsterzeugten Leidens und Minderwertigkeitsgefühls durch eine erfolgreiche Karriere funktioniert jedoch nicht auf Dauer. Die Zerstörungskraft ihrer Neurose treibt sie unaufhaltsam dem völligen seelischen Zusammenbruch entgegen. Erst durch die Aufhellung der Vergangenheit, an die sie sich mittels des Kinderliedes erinnert, wird der Heilungsprozess eingeleitet, der ihr schließlich auch die Wahl des richtigen Mannes erlaubt.
(Wolfgang Jansen)
Medien / Publikationen
Audio-Aufnahmen
- „Lady In The Dark“. The Original 1963 Studio Cast Recording, USA, aufgezeichnet am 23. Januar und 22. Mai 1963, digitally mastered Mono Recording, Sony Classical 1997, MHK 62869. (1xCD)
Literatur
- Elmar Juchem: Kurt Weill und Maxwell Anderson, Neue Wege zu einem amerikanischen Musiktheater, 1938-1950. Veröffentlichungen der Kurt-Weill-Gesellschaft, Band 4, Stuttgart: Metzler 2000.
- Favid Farneth, Elmar Juchem, Dave Stein: Kurt Weill, Ein Leben in Bildern und Dokumenten. Aus dem Englischen übersetzt von Elmar Juchem, Berlin: Ullsteion 2000.
- Christoph Wagner-Trenkwitz (Mitarbeit: Felix Brachetka): „Es grünt so grün…“, Musicals an der Wiener Volksoper. Wien: Almathea 2007.
- Wolfgang Jansen: „…die Doppelschichtigkeit der menschlichen Seele“, Die europäische Erstaufführung von Kurt Weills ‚Lady In The Dark‘ 1951 in Kassel. In: Ders.: Musicals, Geschichte und Interpretation. Gesammelte Schriften zum populären Musiktheater, Band 1, Münster u.a.: Waxmann 2020, Seite 49-53.
Kommentar
Die deutschsprachige Erstaufführung war zugleich die europäische Erstaufführung.
Am 11. September 1976 brachten die Bühnen der Hansestadt Lübeck eine Neuinszenierung unter dem Titel „Die Dame im Dunkel“ heraus. Zu diesem Anlass schrieben Karl Vibach und Marianne Schubert eine neue Übersetzung.
Am 15. Oktober 2011 brachte das Staatstheater Hannover eine Neuinszenierung unter dem Originaltitel „Lady In The Dark“ heraus. Damit verbunden war eine Neuübersetzung des Werks, die Roman Hinze schrieb.
Empfohlene Zitierweise
„Lady in the Dark“ [Basel]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/lady-in-the-dark-basel/
Letzte inhaltliche Änderung: 9. November 2022.