Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Lied der Sehnsucht

Operette

Musik von Wilhelm Licht
Text von Maria und Kurt Uhlig

Inszenierung

Uraufführung: 14. April 1949
Apollo Theater, Deutsche Volksbühne Dresden, Sowjetische Besatzungszone 

Besetzung:  

Premierenchronik

SBZUA14. April 1949Apollo Theater, Deutsche Volksbühne, Dresden

Inhaltsangabe

Die Geschichte spielt in der Gegenwart und nimmt ihren Anfang in Bosnien. Ausgangspunkt ist jedoch nicht das Nachkriegselend auf dem Balkan, sondern ein idyllisches Dorf, eine Art „heile Welt“, in dem der Hirte Janos und Manja, die Tochter des Dorfvorstehers, ihre letzten Hochzeitsvorbereitungen treffen. Er singt tenoral frei seine Liebe heraus, das titelgebende Lied der Sehnsucht. Plötzlich landet ein Flugzeug, dem der amerikanische Revuestar Mabel entsteigt, die Janos sofort für ihre neue Broadway-Produktion verpflichtet. Die Hochzeit wird abgeblasen, das unverheiratete Paar ins Flugzeug verfrachtet und ab geht’s nach Warna in Bulgarien. Dort missversteht Manja eine Bühnenprobe einige Tage später und glaubt, Janos singe das Titellied jetzt für Mabel. Umgehend verlässt sie die Stadt und begibt sich – ohne Abschied, zu Fuß – auf den Weg nach Hause. Janos wird weiter nach Rio des Janeiro geflogen, wo die Revue in einem „Broadway-Theater“ zur Premiere kommt. Er selbst tritt in einer seinem Dorf nachgebildeten Kulisse auf, in dem er erneut sein Lied der Sehnsucht vorträgt, dieses Mal „stark amerikanisiert“ und begleitet von Hawaiigitarren. Trotz des Erfolges der Revue ist er jedoch unglücklich, denn Mabel hat ihm zu verstehen gegeben, nicht seine Frau werden zu wollen; sie will ihm nicht als Bäuerin in sein Dorf folgen. In diesem Moment erreicht ihn der Ruf der Heimat: Er hört im Radio überraschenderweise Manja das Lied der Sehnsucht singen. Auf ihrem Weg nach Hause ist sie von einer bulgarischen Dorfbevölkerung freundlich aufgenommen worden, und da sie ebenfalls eine schöne Stimme hat, wird ihr Lied vom Hörfunk in Sofia ausgestrahlt. Sofort packt Janos seine Koffer und trifft schon bald – zu Fuß – in dem Dorf ein, in dem auch Manjas Vater inzwischen Zuflucht gefunden hat. Er erzählt, dass die Amerikaner in Bosnien Ölquellen entdeckt hätten, woraufhin sie alles Land aufgekauft und die freien Bauern zu unfreien Arbeitern versklavt hätten. Er sei vor dem schrecklichen Einfluss des „Dollars“ geflohen. Dem stimmt Janos zu, denn auch er will nichts mehr vom „Dollar“ wissen. Somit haben alle harmonisch wieder zueinander gefunden und der bulgarische Dorfvorsteher erklärt, dass für jeden Platz sei, der „für uns und mit uns in unserer Gemeinschaft arbeitet“.

(Wolfgang Jansen)

Medien / Publikationen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Lied der Sehnsucht“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/lied-der-sehnsucht/

Letzte inhaltliche Änderung: 19. November 2019.