Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Mary Poppins [Wien]

Musical

Originalmusik und Liedtexte von Richard M. Sherman und Robert B. Sherman Musik
Buch von Julian Fellowes
nach den Geschichten von P. L. Travers und dem Film von Walt Disney
Neue Lieder, zusätzliche Liedtexte und Musik von George Stiles und Anthony Drewe
Deutsche Liedtexte von Wolfgang Adenberg
Deutsches Buch von Ruth Deny
Orchestrierung von William David Brohn
Tanz- und Gesangsarrangements von George Stiles

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 1. Oktober 2014
Vereinigte Bühnen Wien, Ronacher, Wien, Österreich 

Besetzung:

Premierenchronik

GBUA15. Dezember 2004Prince Edward Theatre, London
USAEA16. November 2006New Amsterdam Theatre, New York
NLEA11. April 2010Circustheater Scheveningen, Den Haag
ADspr. EA1. Oktober 2014Ronacher, Wien
DEA23. Oktober 2016Stage Apollo Theater, Stuttgart
CHEA10. Juli 2024Seebühne, Thun (Thunerseespiele)

Inhaltsangabe

„Das Musical ‚Mary Poppins‘ erzählt die Geschichte der Familie Banks. Deren Kinder Jane und Michael tanzen ihrem Kindermädchen auf der Nase herum. Die Eltern entscheiden: Sie brauchen dringend eine neue Betreuerin. Doch das Ehepaar Banks hat klare Vorstellungen davon, wie die Nanny sein soll. Keine der Bewerberinnen hat die nötige Strenge. Mit der Anstellung von Mary Poppins kommt neuer Wind ins Haus. Humorvoll und einfühlsam gestaltet die junge Frau den Alltag mit Jane und Michael. Sie nimmt sie mit auf zahlreiche magische Abenteuer und Traumreisen. Dabei verändert sich nicht nur das Wesen der Kinder, sondern die Dynamik der ganzen Familie.“

(aus: Website, Presseinfo Thunerseespiele, 2024)

Kritiken

„Für die Bühnenversion wurden nicht nur völlig neue Szenen aus Travers Geschichten übernommen und dafür andere Filmsequenzen außen vor gelassen, im dramaturgisch nicht allzu starken Buch von Julian Fellowes gibt es auch Unterschiede in der Anlage der Charaktere. Engagierte sich Winifred beispielsweise im Film noch als Suffragette, so ist sie im Musical weit von einer Frauenrechtlerin entfernt und lebt als ehemalige Schauspielerin nur noch für ihre Familie. Wenn George ihr am Ende gestattet, wieder im Theater aufzutreten, lehnt sie ab, da sie ohnehin nicht sonderlich telentiert gewesen sei. Außerdem habe sie nun ‚eine Rolle gefunden, die mir viel besser liegt‘. Über das Frauen- und Familienbild, das in diesem Musical hochgehalten wird, ließe sich trefflich diskutieren… . […]


Die neuen Songs von George Stiles und Anthony Drewe fügen sich gut ein, können den schwungvollen Hits der Sherman-Brüder aber bei Weitem nicht das Wasser reichen. Deren Songs wurden für die Bühnenversion teilweise umgestellt und erklingen nun in anderen Szenen als im Film, was ihrer Wirkung jedoch nicht den geringsten Abbruch tut. Schon gar nicht, wenn sie so flott musiziert werden wie vom Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter der Leitung von Koen Schoots.“

Gerhard Knopf: Mary Poppins, 80 Jahre als Roman, 50 Jahre als Film, 10 Jahre als Musical – jetzt auch im Wiener Ronacher. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 169, Oktober/November 2014, Seite 4-7.

„Mit dieser Produktion holten sich die Vereinigten Bühnen Wien nach ‚Mamma Mia!‘ ein weiteres Importprojekt in die österreichische Hauptstadt, das in der Regie von Anthony Lyn vor Ideen und fantasievollen Effekten nur so übersprudelt. Damit seien hier allerdings nicht nur David Boyds kopfüber getanztes Steppsolo an der Bühnendecke und Annemieke van Dams Abschiedsflug über die Köpfe der Zuschauer angesprochen, sondern auch die aufwendigen und farbenfrohen Kostüme von Bob Crowley verleihen der Inszenierung eine eindrucksvolle Atmosphäre. […] Vor dieser Kulisse präsentiert die Umsetzung der Londoner Original-Choreografie, für deren Adaptierung in Wien Geoffrey Garratt verantwortlich zeichnete, dem Zuschauer ein technisch äußerst hochwertiges Bild von dem tänzerischen Können der vielseitigen Ensemblemitglieder ebenso wie der Darsteller in den Haupt- und Nebenrollen. So ist neben den typisch großen, dekorativen Tanzstücken im Jazzstil, wie ‚So ein wunderschöner Tag‘ und dem allseits bekannten ‚Supercalifragilisticexpialigetisch‘, welche aus dem Musiktheater bereits kaum mehr wegzudenken sind, mit ‚Schritt für Schritt‘ auch erstmalig wieder eine intensive Steppnummer auf einer Musicalbühne zu sehen, in der David Boyd und die Ensemblemitglieder zeigen können, dass auch diese Tanzrichtung noch nicht in Vergessenheit geraten ist.“

Felix Lanmüller: Das perfekte Kindermädchen, Deutschsprachige Erstaufführung von „Mary Poppins“ im Wiener Ronacher. In: blickpunkt musical, Ausgabe 73, November 2014 – Januar 2015, Seite 38-40.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Mary Poppins“ [Wien]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/mary-poppins-wien/

Letzte inhaltliche Änderung: 16. September 2024.