Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Mendy – das Wusical

Texte von Helge Schneider und Andrea Schumacher
Musik von Helge Schneider

Inszenierung

Uraufführung: 17. April 2003  
Schauspielhaus Bochum, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Premierenchronik

DUA17. April 2003Schauspielhaus, Bochum

Inhaltsangabe

„Das Kind seiner Eltern reitet gerne und hat ein Lieblingspferd, Mocca. Doch die Mutter ist streng (Lady Mamma). Vater ist an den Rollstuhl gefesselt und fährt Porsche. Sie haben auch einen Knecht, der schmutzige Stiefel hat. Er wird plötzlich mit dem Beil aus Versehen getroffen. Nachher wollen sie die Müllsäcke mit ihm vor der Polizei verheimlichen. Dann will der Vater das Pferd seiner Tochter an den Schlachtermeister verkaufen. Das gibt Geld für neue Reifen! Das Kind läßt sich aber eintauschen. Als der Schlachthof brennt, hauen alle ab, nur der Vater, der seine Frau vorher überfahren hat, hat Pech. Happy-End.“

(aus dem Programmheft der Uraufführung)

Kritiken

„Die junge Frau neben mir klatscht sich schier die Hände wund vor Begeisterung, und schräg hinter mir brandet immer wieder geradezu brüllendes Gelächter auf: Da sitze ich also nun mitten im Helge-Schneider-Fan-Block und werde zum staunenden Zeugen einer ungewöhnlichen Uraufführung am Bochumer Schauspielhaus.“

Andreas Thiemann: Das Theater am Ende der Gosse. In: Iserlohner Kreisanzeiger, 19. April 2003.

„Wer oder was ist ein Wusical? Wie lässt sich erklären, was Gründonnerstag am Bochumer Schauspielhaus Premiere hatte? Ursprünglich sollte das Stück über ein pferdeverliebtes Mädchen „Wendy – ein Musical“ heißen. Das hätte jeder verstanden: Aber was auf die Bühne kam, war etwas ganz anderes, nämlich das, was entsteht, wenn Helge Schneider versucht, ein solches Musical herzustellen (beziehungsweise eben nicht), und das darum zu Recht lieber Mendy – ein Wusical genannt wurde.“

Jens Jessen: Das Pausenpolizeihähnchen schaut dich an. In: Die Zeit, 24. April 2003.

„Man kann also nicht behaupten, Helge Schneider habe bei seinem Schauspielhaus-Debüt sein avantgardistisches Potential für das Theater komplett ausgeschöpft. Aber Helge Schneider ist ja auch kein Revolutionär, nicht im Theater, nicht im Jazz, nicht im Entertainment. Er ist eher ein Kind, das sich freut, wenn es die ganze, große Drehbühne auch mal haben darf – und sie dreht, und dahinter ist gar nichts, nur die Rückseite der Kulisse. Aber oben blinken die Lämpchen fröhlich und schreiben abwechselnd Wendy und Mendy in den Theaterhimmel, und der Todesvogel tanzt und verliert sich im ba-ba-ba- des Jazzsängers wie sonst Herr Schneider selbst. Und später am Abend wird Matthias Hartmann auch einen lustig längsgestreiften Anzug tragen, wie Helge Schneider, aber Schneider wird die um Längen bessere Kopie zu einem Original sein, das es nirgendwo mehr gibt. Mehr konnten er und die Bochumer nicht erwarten.“

Elke Buhr: Oben blinken die Lämpchen. In: Frankfurter Rundschau, 19. April 2003.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Empfohlene Zitierweise

„Mendy – das Wusical“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/mendy-das-wusical/

Letzte inhaltliche Änderung: 4. Februar 2020.