Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Mozart!

Musical

Musik von Sylvester Levay
Text von Michael Kunze

Inszenierung

Uraufführung: 2. Oktober 1999 
Theater an der Wien, Wien, Österreich

Besetzung:  

weitere Besetzungen:

Swings:

Premierenchronik

AUA2. Oktober 1999Theater an der Wien, Wien
DEA21. September 2001Neue Flora, Hamburg
SEA26. Sepzember 2002Wermland Opera, Karlstad
JEA5. Oktober 2002Nissei Theatre, Tokyo
HUNEA13. Februar 2003Operetta Theatre, Budapest
CZEA4. Oktober 2009City Theatre, Brno
ROKEA20. Januar 2010Sejong Grand Theatre, Seoul
CNEA13. Dezember 2016Culture Square Theatre, Shanghai
BEA10. Dezember 2017Stadsschouwburg, Antwerpen
LTEA27. Oktober 2023Muzikinis Teatras, Kaunas

Inhaltsangabe

„Das Musical ‚Mozart!‘ basiert auf der Lebensgeschichte von Wolfgang Amadeus Mozart. In ihrem Mittelpunkt steht ein genialer Künstler, der sich von seinem tyrannisch-liebenden Vater und seinem System der Bevormundung befreien muss, um sich als Musiker und Mensch entfalten zu können. Michael Kunze schildert in Mozarts Ringen um Unabhängigkeit vor allem ein Drama des Erwachsenwerdens. Ein Drama, das jedem von uns vertraut ist.

Doch für Mozart war das schwerer als für die meisten. Hatten ihn doch sein Vater und eine staunende Welt zum Inbegriff kindlicher Vollkommenheit erklärt. Das putzige Porzellankind, das er angeblich war, verfolgte auch noch den Erwachsenen wie ein Schatten. In dem Musical ‚Mozart!‘ tut es das tatsächlich. Es zeigt zwei Mozarts: den Menschen Wolfgang und das Genie Amadé. Der kleine Amadé ist im Leben des erwachsenen Mozart allgegenwärtig.

‚Mozart!‘ – das Musical will eine zum Klischee gewordene historische Figur von Verkitschung und Vergötterung befreien, um sie vom heutigen Standpunkt aus neu zu entdecken.“

(aus: Homepage der VBW)

Kritiken

„Gespannt blickten die Musicalfreunde erneut nach Wien, enttäuscht kehrte man aus der Donaustadt zurück. Zwar hat Hans Schavernoch gigantische, optisch einmalige Szenen für ‚Mozart!‘ entwickelt, die Kostüme Yan Taxs’ bestechen durch Einfallsreichtum; was Kunze, Levay und Kupfer beisteuern, bleibt Durchschnitt. Die Mängel des Projektes liegen eindeutig im Buch. Wie schon in ‚Elisabeth‘ geht es Michael Kunze beim Mozart-Stoff darum, eine historische Figur von Verkitschung und Vergötterung zu befreien, um sie vom heutigen Standpunkt aus neu zu entdecken. Um die Mozart-Biographie musicalgerecht aufzubereiten, bedient sich Kunze einiger dramaturgischer Effekte, die teils zu stark konstruiert erscheinen. So darf Naturforscher Dr. Mesmer an Mozarts Grabstätte am Friedhof St. Marx nach den Überresten des Komponisten graben, wobei sich der Doktor an eigene Begegnungen mit Wolfgang erinnert.

Das Stück beginnt, taucht ein in die (Um-)Welt des Wunderknaben: Der ehrgeizige Vater Leopold, die liebliche, unterschätzte Schwester Nannerl, der despotische Fürsterzbischof Colloredo und die schrecklich unehrliche Familie Weber haben ihre festen Auftritte, eben so, wie es Mozarts Leben schrieb. Dem Menschen Mozart stellt Michael Kunze das Genie Amadé gegenüber: ein kleiner Junge, der fortan den erwachsenen Mozart durch die Lebensstationen begleitet. Dieser Dramaturgie-Trick funktioniert; im Gegensatz zu Kunzes Texten, die streckenweise äußerst banal über die Rampe kommen. Sylvester Levay lässt Amadé und seine Musik unangetastet, nur kurz hören wir ‚echten Mozart‘. Der Rest Levay ist bedauerlicherweise ohrwurmfrei.
Ein perfektes Ensemble, aus dem vor allem Uwe Kröger als Fürsterzbischof Colloredo herausragt und in dem Yngve Gasoy-Romdal als Mozart eine gute Figur macht, ist bei den Wiener Produktionen fast schon Usus.“

Christian M. Sauer: Welturaufführung in Wien: Mozart! – das Musical. In: Deutsches Ärzteblatt 97, Heft 5, 4. Februar 2000.

„Bei Autor Michael Kunze wird er umgebracht, ermordet durch Amadé, das sogenannte Porzellankind, die Verkörperung von Mozarts Genie. Kunzes Idee, Wolfgang Amadeus Mozart in zwei Persönlichkeiten zu spalten ist brillant. Auf der einen Seite der junge Mann Wolfgang mit seiner Lust am prallen Leben, auf der anderen Amadé, die Verkörperung Mozarts außergewöhnlicher Begabung.

[…] Leider hatte man dem Publikum nichts anzubieten, was emotional und nur annähernd so herzbewegend und fesselnd gewesen wäre wie Mozarts Musik. Nun wäre es absolut unfair, wollte man Sylvester Levay an Mozart messen, aber im Vergleich zu manchem von Levays zeitgenössischen Kollegen hält seine mit Rock- und Pop-Rhythmen aufwartende, mit Balladen und Couplets durchsetzte Partitur nichts wirklich Bewegendes bereit.

[…] Dass dieser Musical-Abend zu unterkühlt ausgefallen ist, dürfte zudem an Regisseur Harry Kupfer und seinem Bühnenbildner Hans Schavernoch gelegen haben. Mit den bekannten kippbaren Spiegelwänden, rotierender Bühnentechnik, Projektionen und gekonntem Lichtdesign (Franz Peter David) gelingen ganz viele ganz wundervolle Bilder (gleich zu Beginn das in der Bühnenmitte ’schwebende‘ Wunderkind am Flügel), und so ist ‚Mozart!‘ optisch mehr als opulent ausgefallen, wenngleich im zweiten Akt zu viele zu lange Szenen vor schwarzem ‚Nichts‘ spielen.“

Gerhard Knopf: Mozart!. Schöne Bilder, ‚ein bissel für’s Hirn‘, aber ein bissel wenig für’s Herz. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 80, Dezember 1999/Januar 2000, Seite 6- 10.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Empfohlene Zitierweise

„Mozart!“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/mozart/

Letzte inhaltliche Änderung: 21. Februar 2024.