Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Müllers Büro

Ein Musical Comic Strip

Musik von div.
Buch und Songtexte von Markus Weber
nach dem gleichnamigen Film von Niki List

Inszenierung

Uraufführung: 7. April 1995 
Südthüringisches Staatstheater, Meiningen, Bundesrepubllik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

DUA7. April 1995Südthüringisches Theater, Mieningen
AEA10. November 2006Wiener Metropol, Wien

Inhaltsangabe

Max Müller, Detektiv á la Sam Spade, erhält von einer äußerst hübschen Klientin den Auftrag, ihrer verschwundenen Freund zu suchen. Max macht sich zusammen mit seinem Freund Larry auf in die Wiener Unterwelt, mischt sich in die Bandenkriege der verschiedenen rivalisierenden Gruppen ein und entdeckt u.a., dass seine Klientin ganz andere Gründe hat ihren Verflossenen zu suchen, als anfangs angenommen.

(Klaus Baberg)

Titelseite des Programmheft zur Uraufführung, 1995.

Kritiken

„‚Müllers Büro‘ in der Bühnenfassung von Markus Weber will von allem etwas sein und ist daher von allem nichts: Die Mischung aus Kriminalkomödie und Slap Stick gerät zu einer Anhäufig teils ironischer, teils platter Anspielungen auf die gängigen Film- und Musicalklischees, die durch ihre Überfrachtung ins Beliebige abdriftet und die Inszenierung zerfasern läßt.

[…] Über den generellen Eindruck der Uraufführung half auch die fetzige bis softe Musik der südthüringischen Kultband MEX (Songtexte: Markus Weber) und die geschlossene gute Ensembleleistung nicht hinweg. Und auch die rasante Choreographie (Joel Schnee) blieb eine Sternschnuppe in einer unentschlossenen Inszenierung ohne roten Faden. […] Nur sind die einzelnen Typen zum Teil durch ihr schrilles Outfit, Stimmen und Gestik dermaßen überzogen dargestellt, daß sie zur Karikatur ihr selbst werden. Und das schmerzt mitunter gewaltig. Der Zuschauer bleibt ratlos zurück: Etwas weniger wäre mehr gewesen.“

Martina Schaefer: Weniger wäre mehr gewesen. Musical: ‚Müllers Büro‘ hatte am Meininger Theater als Comic Strip Premiere. In: Südthüringische Zeitung, Kultur, 11. April 1995, Seite 12.

„Vielleicht war alles im ersten Ansturm des mächtigen raumsprengenden Sounds für den einen oder anderen gewöhnungsbedürftig. Aber recht bald ließ man sich einfangen – sporadisches Stirnrunzeln nicht überbewertend – von der komödiantischen Unbekümmertheit mit der Markus Weber ‚Müllers Büro‘ in Meiningen inszenierte, in dem ein Filmstoff zu einem Musical wurde. Was dabei herauskam, waren zum einen geradezu klassich zu nennende, mächtige Klanggebilde, dann wieder zärtlich feingesponnene Lyrik, alle in der Formensprache moderner Popmusik.

Weber fand in Meiningen auch die kompetenten Interpreten, Musiker, die zwischen knallhart und sanft jene Kulisse bildeten, vor der die Handlung und mit ihr die erstaunliche Fülle von mehr als fünf Dutzende Mitwirkende agierten.

[…] All das wurde zu einem grandiosen Puzzle, einem an skurilen, bizarren , knallbunten Einfällen überreichen (Narren-?) Spiel, das ein komödiantisches Vergnügen per excellence boten. Was macht es da, daß der eigentliche Handlungsstrang dabei fast unterging? War er überhaupt gefragt? In Wahrheit ging es doch, und das profihaft gekonnt, um eine wirbelnde, ironische, parodierende Szenerie, in der eigentlich nichts erst zu nehmen war, außer man wolle so manche Theater-, Film- und Fernsehproduktion ad absurdum führen. Genau das ist gelungen!“

Josef Kuhn: Nichts für Schulzes Oma. ‚Müllers Büro‘ als Musical am Meininger Theater. In: Volkszeitung, Würzburg, Nummer 84, 10. April 1995.

„Daß die witzige bis irrwitzige Uraufführung der Bühnenfassung des Kultfilms ‚Müllers Büro‘ von Niki List ab und zu – trotz der hohen Touren – auf der Stelle dreht, ist in der schwächlichen Vorlage begründet. Allerdings dürfte es fast unmöglich sein, das rasende Tempo des Ensembles durchzuhalten. Dennoch landet Weber einen Coup, der 1986 auch List mit seinem Erfolgsfilm gelang.

[…] Sprachlich tangiert die Aufführung etliche Ebenen: Frivole Anspielungen wechseln mit herb-derben Sprüchen. Alles andere als zimperlich sind auch Mimik und Gestik, etlichen Damen zeigen viel Bein und Busen, Herren ihren wohltrainierten Körper. Man kommt und geht entschlossen zur Sache, um die absurd-komische Kriminalkomödie als amüsant-spektakulären, irren bis wirren Bilderbogen zu präsentieren.

Schier unerschöpflich scheint die szenische Phantasie des Regisseurs und Ausstatters, welche die Bühne mitunter in ein Tollhaus verwandeln.“

Christoph A. Brandner: Abgedrehte Persiflage. Musical in Meiningen: Zur Uraufführung der Bühnenfassung von ‚Müllers Büro‘. In: Fuldaer Zeitung, 13. April 1995.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Empfohlene Zitierweise

„Müllers Büro“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/muellers-buero/

Letzte inhaltliche Änderung: 24. Februar 2022.