Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

My Fair Lady [Wien]

Musical

Musik von Frederick Loewe
Buch und Liedtexte von Alan Jay Lerner, nach Bernard Shaws „Pygmalion“ und dem Film von Gabriel Pascal
Deutsche Übersetzung von Robert Gilbert

Inszenierung

Österreichische Erstaufführung: 19. September 1963
Theater an der Wien, Wien, Österreich

Besetzung:

Premierenchronik

USAUA15. März 1956Mark Hellinger Theater, New York
GBEA30. April 1958Theatre Royal, Dury Lane, London
DDspr. EA25. Oktober 1961Theater des Westens, Berlin
AEA19. September 1963Theater an der Wien, Wien
DDREA30. Oktober 1965Staatsoperette Dresden
CHEA20. April 1968Stadttheater St. Gallen

Anmerkung: Die österreiche Erstaufführung war ein Gastspiel des Theater des Westens, Berlin.

Inhaltsangabe

Henry Higgins (nachgebildet dem antiken Bildhauer Pygmalion, der sich in das von ihm selbst geschaffene Bildnis der idealen Frau verliebt) ist ein international anerkannter Phonetik-Professor. Bei Feldstudien vor der Londoner Oper trifft er auf ein junges Mädchen aus der Unterschicht, die Blumen aus einem Tragekorb heraus verkauft. Als er ihre Aussprache und Redeweise notiert, protestiert sie und erregt damit die Aufmerksamkeit eines Mannes, der gerade die Oper verlässt: Oberst Pickering. Es stellt sich heraus, dass dieser ein Kollege von Higgins und extra seinetwegen nach London gekommen ist. Sie beginnen sofort zu Fachsimpeln, wobei Higgins erwähnt, dass er – bei dem richtigen Unterricht – aus dem Blumenmädchen ganz leicht eine Lady der Upperclass machen könnte.

Am nächsten Tag steht Eliza, das Blumenmädchen, bei Higgins vor der Tür, um den erwähnten Unterricht zu buchen. Doch er macht sich einen Spaß aus ihrem Ansinnen. Er ist für dergleichen nicht zu haben, selbst gegen Bezahlung, die Eliza ihm anbietet. Wieder geraten die Männer ins Fachsimpeln und schließlich bietet Oberst Pickering eine Wette an: Er würde alle Unkosten übernehmen, wenn Higgins es tatsächlich schaffen sollte, Eliza so weit zu bringen, dass niemand sie – selbst am britischen Hofe nicht – als armes Mädchen der Unterschicht erkennen würde. Eliza sieht ihre Chance und stimmt zu.

Das Mädchen wird umgehend im Haus von Higgins einquartiert, ihre Bekleidung ausgetauscht, und am nächsten Tag beginnt das Training. Die erste Probe, als Higgins Eliza mit zu seiner Mutter und zum Pferderennen von Ascot nimmt, misslingt. Sie fällt sprachlich völlig aus der Rolle. Doch der Unterricht geht weiter. Und langsam verwandelt sich der zunächst unansehnliche soziale Rohdiamant Eliza in einen glitzernden Edelstein. Demgemäß besteht Eliza die zweite Probe, als sie in Begleitung der beiden aufgeregten Männer den festlichen Ball bei Hofe besucht. 

Zurückgekehrt im Haus von Higgins gratuliert Oberst Pickering den Kollegen für seine herausragende Arbeit. Dieser zeigt sich wiederum erleichtert darüber, dass jetzt endlich alles vorbei sei. Eliza, die danebensteht und zu Recht auf ihre Leistungen stolz ist, wird übersehen. Sie reagiert verletzt und verlässt während der Nacht das Haus.

Am nächsten Morgen ist Higgins außer sich, dass die „ideale Frau“, die er geschaffen hat, plötzlich einen eigenen Willen zeigt. Er geht sie suchen, findet sie bei seiner Mutter, die ihrem Sohn aber zu verstehen gibt, wie richtig Eliza gehandelt hat. Geknickt kehrt Higgins zurück und gesteht sich ein, sich an ihre Nähe gewöhnt zu haben. Daheim schaltet er wehmütig die alten Tonaufzeichnungen ein, die er zu Beginn des Unterrichts von Eliza angefertigt hat, und lauscht ihrem deftigen Cockney-Englisch: zumindest auf diese Weise ist sie nach wie vor anwesend… Da betritt sie das Wohnzimmer. Sie ist zurückgekehrt…

(Wolfgang Jansen, 2020)

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„My Fair Lady [Wien]“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/my-fair-lady-wien/

Letzte inhaltliche Änderung: 28. November 2022.