Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Nine [Berlin]

Musical

Musik und Songtexte von Maury Yeston
Buch von Arthur Kopit
Nach dem Film „8 1/2“ von Federico Fellini
Deutsch von Ulf Dietrich
Deutsche Liedtexte von Lida Winiewicz

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 21. Februar 1999
Theater des Westens, Berlin, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Premierenchronik

USAUA9. Mai 198246th Street Theatre, New York
GBEA9. Dezember 1996Donmar Warehouse, London
FEA16. September 1997Folies Bergère, Paris
DDspr. EA21. Februar 1999Theater des Westens, Berlin
AEA22. Oktober 2022Bühne Baden

Inhaltsangabe

„Der stets erfolgreiche Filmregisseur und Liebling der Frauen, Guido Contini, gerät in eine Sinnkrise. Seine Affären wachsen ihm über den Kopf: Mutter, Ehefrau, Geliebte, Ex-Geliebte, seine Produzentin, seine ärgste Kritikerin und sein weiblicher Fanclub wirbeln sein Leben durcheinander. Der klassische Fall des begehrten Mitfünfzigers mit den grauen Schläfen, dem es schwerfällt, sich zu entscheiden.“

(aus: Flyer des Theater des Westens, Berlin, 1999)

Kritiken

„Leider ist das Werk die Mühe nicht wert: die Musik von Maury Yeston akademisch überladen, die Dramaturgie knirschend, die Dialoge schleppend, trotz flotter Tanzeinlagen kommt man nicht vom Fleck. Doch dafür präsentieren sich, blank poliert und luxuriös möbiliert, noch einmal die First und Second Ladies des „TdW“.

Eleonore Büning: Bevor die Macher kommen. Aus „8 1/2“ wird „Nine“: Helmut Bauman inszeniert sein letztes Musical nach Fellinis Vorlage. In: Frankfurter Allgemeiner Zeitung (FAZ), 1. März 1999, Nr. 50, Seite 51.

„Der Broadway muß ein trauriger Ort sein, wenn er so wenig mit Fellinis kindlicher Trauer anfangen kann. „Nine“ war von Baumann gewiß als kulturelle Tat im Musicalgewerbe gedacht, und man würde gerne etwas Günstiges dazu sagen. Aber gerade der relativ hohe Anspruch, den „Nine“ vor sich herträgt, zwingt zum ständigen Vergleich mit Fellinis Vorlage, und er kann nur verheerend für das Musical ausgehen.

Yestons Musik, die sich grozügig aus der Operngeschichte seit dem achtzehnten Jahrhundert bedient, aber trotzdem nur spätromantische Filmmusiksoße zusammenrührt, verspielt die Grundspannung von Rota; sie ist nicht volkstümlich, sondern vulgär und kommerziell.

[…] Die Handlung, die bei Fellini lose und eigentlich nicht entwirrbar herumliegt, wird bei Yeston zu einem straffen Seil, an dem die nur in der ersten Hälfte genregerecht „zündenden“, nach der Pause nur noch faden Nummern hängen.“

Gustav Seibt: Achteinhalb + Anspruch = Nine. Ein Musical nach Fellini: Das Theater des Westens begeht eine kulturelle Tat. In: Berliner Zeitung, 23. Februar 1999.

„Allein der Österreicher Alfred Pfeifer als Guido bleibt blaß, stimmlich wie darstellerisch. Dunkel gewandet, stolpert er zumeist passiv durch den bunten Reigen, optisch dem Vorbild Marcello Mastroianni aus Fellinis Film nicht unähnlich und völlig an die Wand gespielt von der versammelten Weiblichkeit. Was für die Dramatrurgie so schlecht nicht ist: Zwar ist das ganze Stück, der Blick des Regisseurs auf das Universum der Frauen, eine reine Männerphantasie, und trotzdem ist der Protagonist, der reine Projektionsfigur bleibt, eine Leerstelle in der Mitte.“

Christina Tilmann: Weibliche Dreifaltigkeit. Kein Fellini, aber ein Baumann: „Nine“ im Theater des Westens. In: Der Tagesspiegel, 23. Februar 1999, Seite 26.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Video / DVD

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Nine“ [Berlin]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/nine-berlin/

Letzte inhaltliche Änderung: 4. Oktober 2022.