Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Nunsense [Wien]

Musical

Musik, Buch und Gesangstexte von Dan Goggin
Arrangements der Halb-Playbacks von Peter Uwira
Deutsche Fassung von Michael Mohapp und Rupert Henning

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 1. Oktober 1989 
Graumann Off Broadway-Theater, Wien, Österreich

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA12. Dezember 1985Cherry Lane-Theatre, New York
GBEA23. März 1987Fortune Theatre, London
ADspr. EA1. Oktober 1989„Graumann Off Broadway“-Theater, Wien
DEA8. Dezember 1989Kammerspiele, Düsseldorf
CHEA30. Dezember 1989Kellerbühne, St. Gallen

Inhaltsangabe

„Ursprünglich als Missionsorden gegründet, waren die ‚Kleinen Schwestern von Hoboken‘ in einer Leprakolonie auf einer kleinen Insel südlich von Frankreich tätig, mußten jedoch einer Gruppe protestantischer Missionare weichen und kehrten in ihr Klosetr nach Hoboken zurück. Dort gerieten sie bald in Vergessenheit und wären wohl auch nie wieder aufgefallen, wenn nicht eines Tages die Köchin des Ordens, Schwester Marie Julia – ein Kind Gottes – die unglückliche Idee gehabt hätte, ein neues Rezept für Fischsuppe auszuprobieren…

Die Mutter Oberin und vier ihrer Mitschwestern waren an jenem Tag in der Stadt – beim Bingo. Als sie ins Kloster zurückkehrten, fanden sie alle 52 Schwestern des Ordens mit dem Gesicht im Suppenteller – tot! Da es dem Orden an Geld ermangelte, um die verblichenen Schwestern zur letzten Ruhe betten zu können und auch der Verkauf von Ansichtskarten mit Nonnenportraits nur 48 Beerdigungen ermöglichte – vor allem, weil sich Mutter Oberin verkalkuliert und aus dem Erlös einen Videorecorder für das Kloster gekauft hatte, war guter Rat teuer. Doch schließlich hatte sie eine Idee: sie würde mit ihren noch lebenden Mitschwestern eine Show im Festsaal der Klosterschule auf die Beine und Bühne stellen… NUNSENSE.“

(aus: Programmheft der deutschsprachigen Erstaufführung von „Nonsense“ im Graumann Off Broadway) 

Kritiken

„In einer Bearbeitung von Mohapp & Henning wirbelt dieses köstliche Stück über die kleine Bühne (Ausstattung: Markus Windberger, Kostüme: Sissy Dobsa) des Graumann Off Broadway. Peter Uwira zeichnet für die Arrangements der Playbacks verantwortlich und begleitet als Bruder Marie Peter am Klavier. Viele Chorsätze oder die ‚Kino‘-Nummer sind in dieser Form im Original nicht enthalten, so daß man durchaus von einer eigenständigen Wiener Fassung sprechen kann.

[…] In der Choreografie von Monika Tajmar bescheren die Nonnen einen unterhaltsamen Theaterabend, der zum Lachen anregt und einen Gewinn für die Wiener Musical-Szene darstellt. Dieses Stück lebt von den Darstellerinnen, von der Musik, die vom Country- bis zum Gospel-Song alles zu bieten hat und von der entzückend skurrilen, geradezu explosiv komischen Handlung. Und nicht vergessen, ‚Nunsense‘ ist Lebensschule:

‚Mancher glaubt, im Kloster darf man nachts nur beten gehn, doch was in Wahrheit ins uns steckt, das werden Sie heut sehn.
Wir sind normale Menschen! Ein Wort in Gottes Ohr! Heut abend wolln wir zeigen: Nonnen haben auch Humor.'“

H. Wallner: Wien: Nunsense. In: Das Musical, Die Musicalzeitschrift. Heft 20, Dezember 1989/Januar 1990, Seite 26-27.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Kommentar

Die Premiere war gleichzeitig die Eröffnung des „Graumann Off Broadway“-Theaters.

Empfohlene Zitierweise

„Nunsense“ [Wien]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/nunsense-wien/

Letzte inhaltliche Änderung: 2. Juli 2020.