Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

People

Musical

Musik von Richard Geppert
Songtexte von Richard Geppert & Cathrin Spies
Buch von Jean-Michel Fournereau

Inszenierung

Uraufführung: 8. Oktober 1998
Rosengarten, Mannheim, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

DUA8. Oktober 1998Rosengarten, Mannheim

Inhaltsangabe

„Ein Studierzimmer. Der junge Komponist Littlegod sitzt am Schreibtisch und schreibt an einem neuen Werk. Man hört immer wieder verschiedene musikalische Themen, die plötzlich abbrechen, da er das Blatt zerreißt, auf dem er gerade geschrieben hatte. Sein Zorn wird dabei so laut, daß er seine Nachbarin Marie weckt. Müde und unbefriedigt fällt er in tiefen Schlaf. Sein Traum verschlägt ihn auf eine noch unbekannte Insel. Während er noch schläft, beobachten ihn Jules und Jim sowie einige Bewohner der Insel. Kaum erwacht, macht er die Bekanntschaft von Rob, einem Tischler, der ihn in seine Hütte aufnimmt. Im Gespräch erzählt Rob, daß er Tischbeine für einen riesigen Tisch, an dem die ganze Menschheit Platz nehmen kann, herstellt. Rob bekennt, daß er schon lange Zeit auf die Ankunft Littlegod’s gewartet hat, da dessen verstorbener Vater, dies schon viele Jahre zuvor angekündigt hatte. Ebenso erfährt Littlegod von sieben Geschwistern, von deren Existenz er bis zu diesem Augenblick nichts gewußt hatte. Rob verwaltet im Auftrag Bigfathers dessen Nachlaß, der aus einem einzigen Film besteht.

In einem Kellergewölbe beginnt der erste Teil des Films, in dem Bigfather seine Lebensgeschichte erzählt und Littlegod aufruft mit seinen Geschwistern zusammenzutreffen, um gemeinsam das Erbe anzutreten. Die Idee einer ’neuen Tafelrunde‘ bewegt Littlegod so, daß er telefonisch mit seinen Geschwistern Kontakt aufnimmt. In Erwartung der Verwandten feiern die Inselbewohner mit Littlegod die längste Nacht des Jahres. Noch fasziniert von Musik und Tanz, findet sich Littlegod plötzlich in seinem Studierzimmer wieder. Jules und Jim, ebenfalls im Zimmer, diskutieren mit Littlegod über dessen Traum. Gemeinsam überlegen sie, was für Menschen die Geschwister sein könnten. Durch diese Überlegungen werden alle eben noch fiktiven Personen zur Realität. Ein Bruder – der Showmaster Sam Sentiment – organisiert sofort die Fernsehshow ‚Vermißt‘. Pathetisch und voller Emotionen teilt er dem Publikum mit, daß es in der Sendung um ihn und seine Familie geht, die es zu suchen gilt. Littlegod bricht mit den Geschwistern nach Eden Island auf.

Die drei Schwestern Marie, Elisabeth und Luisa kommen per Schiff nach Eden-Island. Katharina begrüßt ihre Schwestern und führt sie in die Hütte, wo sich alle Geschwister den zweiten Teil des Testaments anschauen. Hier spricht Bigfather über seine Visionen, über die Zukunft der Welt und über Phantasie und Leidenschaft. Der Film reißt an der wichtigsten Stelle, an der Bigfather sein größtes Geheimnis enthüllen will. Aufgebracht und enttäuscht darüber geben die Geschwister Littlegod die Schuld an dem Dilemma. Littlegod ist enttäuscht und traurig, daß er nie das größte Geheimnis seines Vaters erfahren wird und ihn zugleich die Vorwürfe seiner Geschwister treffen. Diese nämlich sind, jeder auf seine Art, erbost über den Filmriss und über die damit verbundenen Verwirrungen und Zeitverschwendung. 

Vorwürfe, Eigensinn der Geschwister und die eigene Enttäuschung steigern sich zum Alptraum, aus dem Littlegod schreiend erwacht. Neben ihm sitzt, wie schon die ganze Zeit: Marie, die seinen Schlaf und seine schweren Träume bewacht hat. Mit ihr kann er seine Traumerlebnisse, seine Ängste und Sehnsüchte endlich besprechen. Im Finale erkennen sie, daß sie und ihre Geschwister dazu berufen sind, Visionen für die Menschen zu entwickeln. Der runde Tisch mit den unendlichen vielen Tischbeinen ist das Symbol für eine neue Tafelrunde.“

(Inhaltsangabe aus dem Programmheft der UA, 1998)

Kritiken

„‚People‘ gleicht im Grunde exakt dem Vorgängermodell ‚Human Pacific‘, wirkt aber durch ein paar humorige Nebenfiguren doch etwas lockerer. Richard Geppert komponiert zweifellos hübsche Popsongs und Balladen im Gospelstil, aber sein Opus macht schmerzhaft deutlich, welch unendliche Weiten zwischen Popkonzert und richtigem Theater liegen können. Selbst eine Spaß-Show wie ‚Starlight Express‘ gönnt sich einen halbwegs nachvollziehbaren Handlungsbogen; diese krude Story aus Gospel, Esoterik und Friedens-Blabla jedoch fasert an allen Ecken und Enden aus und wiederholt ständig nur den Inhalt ‚we are brothers and sisters‘. Wobei der äußerst beschränkte Wortschatz dafür sorgt, daß auch wirklich jeder die englischen Texte versteht.“

Angela Reinhardt: People. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 174, Dezember 1998/Januar 1999, Seite 19.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Empfohlene Zitierweise

„People“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/people/

Letzte inhaltliche Änderung: 9. April 2024.