Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Pistolen-Jenny (Calamity-Jane)

Western Musical in sieben Bildern

Musik von Sammy Fain
nach dem Warner Bros. Film von James O’Hanlon
auf Grund des Bühnenstücks von Charles K. Freeman
bearbeitet von Ronald Hanmer und Phil Park
Liedertexte von Paul Francis Webster
Deutsche Übertragung von Klaus Eidam
Deutsche Liedertexte von Jürgen Degenhardt

Inszenierung

BRD-Erstaufführung: 25. November 1969
Pfalztheater, Kaiserslautern, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Tanznummern:

Premierenchronik

USAUA28. Mai 1961Casa Manana Theatre, Fort Worth (Texas)
DDRDspr. EA10. Februar 1968Städtische Bühnen, Erfurt
DEA25. November 1969Pfalztheater, Kaiserslautern
GBEA27. August 1979Forum Theatre, Billingham

Inhaltsangabe

Jenny, genannt Calamity-Jane, flucht wie ein Droschkenkutscher und ist in Deadwood City bekannt wie ein bunter Hund. Als statt der vom Saloonbesitzer erwarteten Sängerin Francoise der Sänger Francis auftaucht, der dann als Frau verkleidet bei seinem Auftritt eine mittelschwere Aufruhe bei den erwartungsfrohen Besuchern auslöst, verspricht Jenny, die bekannte Sängerin Adelaide Adams aus Chicago zu holen. Doch auch das geht schief, weil sie aus Versehen deren Garderobiere Katie Brown mitbringt, die sie für Miss Adams gehalten hat. Katie hat aber auch Showambitionen und als bei ihrem zweiten Anlauf in Millers Saloon ihr die Männer zu Füßen liegen, scheint alles perfekt. Dumm nur, das zwei Männer, Wild Bill Hickock und der Leutnant Danny Gilmartin, sich in Katie verguckt haben. Und gerade der Kavallerie-Soldat hat es auch Calamity-Jane angetan. Katie, zwischenzeitlich ins Jennys Hütte eingezogen und das Domzil fraulich aufgehübscht, staffiert auch Calamity-Jane anlässlich eines Balls im nahen Fort feminin auf. Jenny wird zur Sensation und Augenweide. Nach einigen turbulenten und amourösen Verwicklungen kommt aber alles zum guten Ende. Katie bekommt ihren Leutnant, Calamity-Jane ihren Wild Bill Hickock und selbst Francis kommt bei Susan, der Nichte vom Saloon-Besitzer, zum Zuge.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Für die Rolle der Pistolen-Jenny holte sich Könemann aus Konstanz Brigitte Abel, seine erfolgreiche My Fair Lady (sie hat sie schon gut 250mal gespielt). Sie war ebenso hübsch und keß, wie das Original wohl ungebärdig, rauhbeinig und zum Schluß auch verkommen war. Mit den Sprechsongs des ersten Teils kam sie nicht so gut zurecht, ihre Chance lag im zweiten Teil. Regisseur Könemann überspielte geschickt die Schwächen des ersten Teils, brannte ein Feuerwerk von Einfällen ab und rettete den schwachen Auftakt des von vielen amerikanischen Köchen zusammengebrauten Musicals mit dem rasanten Einsatz seines Balletts (Elfriede Graseck hat das vergrößerte Ballett großartig geschult), Ute Gripsas-Frühling schuf die prächtigen Kostüme. Kurz das Ganze war eine Augenweide.

[…] Das Ballett muß als Ganzes gelobt werden. Es erhielt den ersten zündenden Beifall. Der Regisseur machte unter überlegenem Einsatz seines ganzen Apparates, was aus der ‚Pistolen-Jenny‘ zu machen ist, hatte ein paar mitreißende, schwungvolle Massenszenen arrangiert, verstand sich auch auf Herz und Gemüt. […] Das Publikum, obwohl in dieser Miete auf klassisch geschult, feierte die temperamentvolle Könemann-Truppe mit Blumen und Beifall.“

Robert Oberhauser: Westdeutsche Erstaufführung im Pfalztheater. Günter Könemann setzt auf die Trumpfkarte Musical. Ein weiblicher Westernheld als Musical-Star – Die „Pistolen-Jenny“ kam aus USA über die DDR nach dem Westen. In: Die Rheinpfalz, Nr. 247, Feuilleton, 27. November 1969.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Literatur

Kommentar

Bereits am 17. April 1969 strahlt das ZDF die Fernsehfassung von „Pistolen-Jenny“ mit Liselotte Pulver als Jenny und Helmut Schmid als Wild Bill Hickock aus. In weiteren Rollen des bestens besetzten Musicals waren Birke Bruck, Siegfried Rauch, Rotraud Schindler, Gus Backus, Günther Lüders und Ralf Wolter zu sehen.

Empfohlene Zitierweise

„Pistolen-Jenny (Calamity-Jane)“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/pistolen-jenny/

Letzte inhaltliche Änderung: 10. Mai 2023.