Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Rags – „Kinder des Windes“

Musical

Musik von Charles Strouse
Liedtexte von Stephen Schwarz
Buch von Joseph Stein
Deutsch von Peter Zeug

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 1. November 1997
Theater, Zwickau, Bundesrepublik Deutschland 

Besetzung:

Premierenchronik

USAUA21. August 1986Mark Hellinger Theatre, New York
DDspr. EA1. November 1997Theater, Zwickau
GBEA9. Januar 2020Park Theatre, London

Inhaltsangabe

„Wird in „Anatevka“ das Schicksal eines jüdischen Dorfes in der Ukraine geschildert, dessen Bewohner vor zaristischen Pogromen fllüchten und in die USA emigrieren, beginnt das Handlungsgeschehen in „Rags“ mit der Ankunft einer Gruppe jüdischer Emigranten in der „Neuen Welt“. Von hochfliegenden Lebensentwürfen und naiven Glücksträumen bis zu bewußter Zurückhaltung, nüchternem Zweifel und müdem Fatalismus reichen die Erwartungshaltungen der Neuankömmliinge. Rebecca Hershowitz ist mit ihrem zehnjährigen Sohn David auf der Suche nach ihre Mann Nathan, der schon vor Jahren nach New York gekommen ist. Die lebenshungrige Bella Cohen, mit der sich Rebecca auf der langen Überfahrt angefreundet hat, läßt sich mit ihrem strenggläubigen Vater in der Lower East Side – dem jüdischen Wohnviertel in Manhatten – nieder. Bei ihnen findet zunächst auch Rebecca mit ihrem Sohn Zuflucht. Ben, Bellas Freund, gelingt es, sich so schnell wie möglich hochzurbeiten und ein „Yankee Boy“ zu werden. Den Emigranten fällt es schwer, mit den gänzlich anderen Lebensbedingunge in der Millionenstadt fertig zu werden. Rebecca lernt den für die Gewerkschaften engagierten Saul kennen, mit dem sie mehr als Freundschaft verbindet. Bella leidet unter ihrem Vater, der sie einsperrt und nicht wie die anderen jungen Frauen in der Fabrik arbeiten lassen will. Bens Ambitionen haben sich bisher auch nicht erfüllt. Enttäuscht und ernüchtert, müssen sie erfahren, daß sie auch hier wieder nur „Rags“ (deutsch: Lumpen, Fetzen) – Menschen zweiter Klasse sind.“

(Programmheft der Deutschsprachigen Erstaufführung, Zwickau, 1997)

Kritiken

„Allerdings scheint Joseph Stein das zielgerichtete Erzählen dieser eher dünnen und nicht abgeschlossenen Handlung nicht so wichtig gewesen zu sein. Ihm kam es ganz offensichtlich vielmehr auf das Zeichnen eines facettenreichen Stimmungsbildes des jüdischen Lebens in der Lower East Side zur Jahrhundertwende an […]

Leider zerdehnt die Inszenierung von Rainer Wenke das Stück oftmals in eine epische Breite, die es inhaltlich nicht füllen kann, und provoziert so Längen, die nicht sein müssen. […] So ist „Rags“ in Zwickau und Plauen trotz kleiner Abstriche eine sehenswerte Entdeckung – man kann nur hoffen, daß dieses interessante Musical bei uns in den nächsten Jahren noch viele Nachinszenierungen erlebt und für Abwechslung im Musical-Alltag sorgt.“

Klaus-Dieter Kräft: Rags – Sehenswerte Entdeckung eines Broadway-Flops. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 69, Februar / März 1998, Seite 35. 

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Kommentar

Die Premiere fand anlässlich der Festtage zur Wiedereröffnung des Gewandhauses statt.

Empfohlene Zitierweise

„Rags – „Kinder des Windes“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/rags-kinder-des-windes/

Letzte inhaltliche Änderung: 25. Oktober 2020.