Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Rebecca [St. Gallen]

Musical

Buch und Liedertexte von Michael Kunze
basierend auf dem Roman von Daphne du Maurier
Musik und Orchestrierung von Sylvester Levay

Inszenierung

Schweizer Erstaufführung: 22. Oktober 2011  
Theater, St. Gallen, Schweiz

Besetzung:

Alternative Besetzung:

Ensemble

Premierenchronik

AUA28. September 2006Raimund-Theater, Wien
JEA6. April 2008Theatre Creation, Tokyo
FINEA28. August 2008City Theatre, Helsinki
RUSEA29. März 2009Theatre Center Art-Voyage, Moskau
ROEA7. Mai 2011Teatrul National de Opereta, Bukarest
CHEA22. Oktober 2011Theater St. Gallen
DEA8. Dezember 2011Palladium Stuttgart
SRBEA9. Dezember 2012Madlenianum Opera & Theatre, Belgrad
ROKEA12. Januar 2013LG Arts Centre, Seoul
SEA7. Februar 2014Malmö Opera, Malmö
CZEA9. März 2017National Moravian-Silesán Theatre, Ostrava
GBEA (in Engl.)18. September 2023Charing Cross Theatre, London
CNEA5. November 2024Culture Square Theatre, Shanghai

Inhaltsangabe

„Die Hauptfigur, aus deren Blickwinkel die Geschichte erzählt wird (‚Ich‘), ist ein unbedarftes junges Mädchen, das als Gesellschafterin der reichen Amerikanerin Mrs. Van Hopper nach Monte Carlo kommt. Dort verliebt sie sich und heiratet Maxim de Winter. Als sie mit ihm auf seinen Landsitz Manderley zieht, ist der Empfang fast feindselig. Auf die große Liebe fällt der Schatten der verstorbenen Rebecca: Alle sprechen nur von Maxims erster Frau, der schönen, alles dominierenden Rebecca. Auch Maxim selbst scheint kaum an etwas Anderes denken zu können. Der Geist der Verstorbenen, die vor einem Jahr beim Segeln ertrunken ist, ist überall gegenwärtig, und die ihr ergebene Haushälterin Mrs. Danvers pflegt ihr Andenken in jedem Winkel des Hauses. Einzig Maxims Schwester Beatrice und Maxims Freund und Gutsverwalter Frank Crawley machen der neuen Mrs. de Winter ein wenig Mut.

Nach einem Ball, auf dem die neue Mrs. de Winter auf Betreiben von Mrs. Danvers im Kostüm Rebeccas einen unglücklichen Auftritt hatte, wird sie fast zum Selbstmord getrieben. Da wird in der Bucht von Manderley bei der Bergung eines gestrandeten Schiffes durch Zufall Rebeccas Segelboot mit ihrer Leiche entdeckt. Welches Geheimnis steckt hinter Rebeccas Tod? Maxim, der Monate zuvor eine Unbekannte als seine Frau identifiziert hatte, gerät in Verdacht, sie selbst getötet zu haben. Nun muss die polizeiliche Untersuchung neu aufgerollt werden. Die neue Mrs. de Winter steht zu ihrem Mann, umso mehr als sie von ihm erfahren hat, dass er Rebecca nicht geliebt, ja sogar gehasst hat. Rebeccas Cousin Favel will Maxim mit einem vertraulichen Brief der Verstorbenen erpressen. Er deutet an, dass Rebecca von ihm schwanger war und Maxim sie aus Eifersucht getötet hat. ‚Ich‘ ergreift die Initiative und gewinnt so nicht nur Maxims uneingeschränkte Liebe. Es stellt sich heraus, dass Rebecca unheilbar krank war und ihren Tod – Maxim perfide dazu benützend – selbst herbeigeführt hat. Am Ende steht Manderley in Flammen und mit Rebeccas Andenken geht auch Mrs. Danvers in den Flammen unter.“

(aus: Booklet der CD „Rebecca“, Wiener Cast, 2006)

Lisa Antoni (als ‚Ich‘), Kerstin Ibald (als Beatrice)

Kritiken

„Die gravierendste Änderung gegenüber der Wiener Originalfassung ist die Hereinnahme von zwei neuen Songs – einer davon heißt ‚Zauberhaft natürlich‘ und stellt näher heraus, was Maxim an der unscheinbaren jungen Frau so fasziniert, die in dem Stück nur ‚ich‘ heißt. Verortet ist der Song in der Szene, in der sich ‚Ich‘ und Maxim anlässlich eines Ausfluges in die Bergwelt von Monte Carlo an einer Klippe näherkommen. Im Grunde genommen und auf den ersten Blick eine gute Idee, zumal dieses Lied mit einer hübschen Melodie aufwarten kann und sich nahtlos ins musikalische Gesamtkonzept einfügt. […] Eine weitere nennenswerte Änderung ist die Herausnahme des Songs ‚Wir sind britisch‘, für den das Autorenteam anlässlich der Uraufführung viel Kritik einstecken musste. Glücklicherweise erlaubt es der Aufbau von Kunzes ‚DramaMusicals‘, wie er seine Werke selbst nennt, einen Song, der jeweils eine konkrete Funktion zu erfüllen hat, problemlos durch einen anderen zu ersetzen, solange er nur die gleiche Funktion erfüllt.

[…] Als geradezu ideal für dieses Stück erweist sich die vergleichsweise geringe Größe des Theaters St. Gallen – Regisseurin Francesca Zambello nutzt die relative Nähe des Auditoriums zum Bühnengeschehen für eine intime Atmosphäre. Sämtliche Darsteller spielen weit weniger manieriert als in Wien.“

Markus Zeller: Rebecca. Großartige Schweizer Erstafführung. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 152, Dezember 2001/Januar 2012, Seite 10-13.

„Das Bühnenbild ist der größe Pluspunkt der St. Gallener Inszenierung: Großartig, was Peter A. Davison erneut geleistet hat, insbesondere für eine Stadttheater-Produktion wird hier ganz großes Kino gezeigt. […] In höchstem Maße erfrischend und mit neuen Ideen bestückt sind die Choreographien von Simon Eichenberger. Kostümbild (Birgit Hutter, VBW) und Lichtgestaltung (Mark McCullough) tragen zum homogenen Gesamteindruck der gelungenen Inszenierung bei.

Das Premierenpublikum zollte Kreativteam und Darstellern durch Standing Ovations den verdienten Tribut. St. Gallen hat mit seiner ‚Rebecca‘-Inszenierung keine Kopie der Wiener Produktion erstellt, sondern etwas ganz Eigenes geschaffen, wozu man gratulieren darf.“

Silvia E. Loske: Nun träumt St. Gallen von Manderley…Schweizer Erstaufführung Rebecca in St. Gallen. In: blickpunkt musical, Ausgabe 55, Nr. 06/11 November 2011 – Januar 2012, Seite 80-81.

„Das Theater St. Gallen legt mit seiner Inszenierung von ‚Rebecca‘ die Messlatte für die nachfolgende Produktion in Stuttgart hoch. Was hier gezeigt wird, ist im wahrsten Sinne des Wortes ‚großes Kino‘. Ein grandioses Ensemble, beeindruckende Kulissen und Video-Projektionen überzeugen auf ganzer Linie.

Mystische Nebelschwaden begrüßen das Publikum beim Eintritt in den Saal. Auf dem Vorhang prangt groß der Buchstabe ‚R‘ auf blauem Hintergrund. Zu Beginn erscheint hinter einem transparenten Vorhang ‚Ich‘ und das Anwesen Manderley wird per Videobild projiziert. Diese Vermischung von Projektionen (Sven Ortel) und dem abwechslungsreichen Bühnenbild (Peter J. Davison) zieht sich durch die gesamte Inszenierung. Die Bilder, die auf diese Weise entstehen, sind beeindruckend. Wenn Manderley in Flammen steht und Mrs. Danvers auf der Treppe hinter dem ‚brennenden‘ Transparentvorhang stirbt, garantiert das Gänsehaut pur. […]

Ein weiterer Pluspunkt der Inszenierung ist das Sinfonieorchester des Theaters St. Gallen unter der einfühlsamen und energiegeladenen Leitung von Koen Schoots. Die beiden neuen Songs, welche Sylvester Levay und Michael Kunze geschrieben haben, tragen dazu bei, die Beziehung von Maxim De Winter und ‚Ich‘ besser zu verstehen und das gesellschaftliche Umfeld, in dem sich die Inszenierung bewegt, besser einzuordnen. […]

Die Regie von Francesca Zambello, die ‚Rebecca‘ schon in Wien inszeniert hat, konzentriert sich darauf, die mystisch-rätselhafte Grundstimmung stets durchscheinen zu lassen.“

Simone Jaccoud: Rebecca, Theater St. Gallen. In: Online-Portal „musicalzentrale.de“, 13. November 2011.

Thomas Borchert (als Maxim de Winter)

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Rebecca“ [St. Gallen]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/rebecca-st-gallen/

Letzte inhaltliche Änderung: 21. Februar 2024.