Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Robin Hood [Bremen]

Musical

Musik von Martin Doepke
Buch von Hans Holzbecher und Andrea Friedrichs
Texte von Elke Schlimbach und Grant Stevens

Inszenierung

Uraufführung: 8. Dezember 2005
Musicaltheater Bremen, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Vorn v.l.: Günther Kaufmann (Bruder Tuck), Jesper Tydén (Robin Hood), liegend: Ethan Freeman (Sheriff von Nottingham)

Premierenchronik

DUA8. Dezember 2005Musicaltheater, Bremen

Inhaltsangabe

„1. Akt

Im Jahr 1194 kehrt der junge Ritter Robin von Locksley vom dritten Kreuzzug in seine Heimat zurück. Der englische König Richard Löwenherz bleibt in Österreich gefangen. England wird währenddessen von seinem Bruder Prinz John mit Hilfe seiner machthungrigen Frau Isabelle und dem grausamen Sheriff von Nottingham beherrscht. Es kommt zum Eklat mit Robin von Locksley, doch Robin kann als Vogelfreier mit der jungen Jess in die Wälder des Sherwood fliehen. Dort trifft er auf Little John und seine Kumpane, die als Vogelfreie im Wald leben. In ihnen findet er die königstreuen Verbündeten gegen den ausbeutenden Hofstaat. Aus dem Schutz des Sherwood Forest werden fortan die Reichen überfallen und ihrer Habseligkeiten beraubt, um Richard Löwenherz zu befreien und die Armen zu versorgen. Doch nicht einmal die schöne Lady Marian kann verhindern, dass es sehr bald zu einem folgenschweren Duell kommt…

2. Akt

Gefangen im Kerker von Nottingham Castle schwindet Robin immer mehr der Mut und der Glaube an seinen Kampf für Gerechtigkeit. Doch er schöpft wieder Zuversicht, als ihn Marian heimlich aufsucht. Nach ihrem Besuch im Kerker wird Lady Marian von Isabelle ertappt. Prinz John, Isabelle und der korrupte Bischof zwingen Marian, ihrer Vermählung mit dem Sheriff zuzustimmen. Der Sheriff lässt es sich natürlich nicht nehmen, Robin im Kerker zu besuchen, um ihm mitzuteilen, er habe ihm nicht nur die Freiheit, sondern auch die Liebe genommen. Das Ende der Legende naht. Dadurch angetrieben gelingt es Robin, sich aus dem Kerker zu befreien und die Trauung von Marian und dem Sheriff zu verhindern. In neuer Hoffnung auf ein gerechtes England endet unsere Geschichte mit der Heimkehr von Richard Löwenherz und der Vermählung des glücklichen Paares Lady Marian und Robin von Locksley.“

(aus: Programmheft zur Uraufführung)

Daniela Ziegler (Lady Isabelle), Mathieu Carrière (Bischof von Herford)

Kritiken

„Bei so viel Hochklasse war der Erfolg eigentlich vorprogrammiert. Tatsächlich erlebten die Zuschauer der Uraufführung eine aufwändige, fulminante Ausstattung, ausgeklügelte Lichteffekte, mitreißende Choreografie, ein für die gemeinsame Sache elektrisiertes Ensemble, das nur eines im Sinn hatte: zu beeindrucken. Allerdings ging die Rechnung nicht ganz auf. Vielleicht war der Anspruch zu immens, die Probenzeit zu kurz, das Finanzbudget doch noch zu schmal für den herausragenden Hit. Das Buch wirkt jedenfalls besonders im zweiten Teil mit der heißen Nadel gestrickt, die Songtexte klappern manchmal arg, die Akteure verhedderten sich gelegentlich in den Dialogen, der Ton schepperte oft blechern, die Technik fiel einmal total aus (was dem Publikum während der Premiere eine Zwangspause bescherte), und auch die Übergänge könnten noch eleganter vollzogen werden.“

Heinz-Jürgen Rickert: Robin Hood, Die tapferen Männer von Sherwood auf der Musicalbühne. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 117, Februar/März 2006, Seite 4 – 6.

„Eindimensionale Figuren, durchschnittliche Musik, platte Gags und eine Liebesschnulze vereint das namhaft besetzte neue Musical von Martin Doepke (Musik), Andrea Friedrichs (Buch) und Hans Holzbecher (Buch und Regie). Ärgerlich. […] 

Bezeichnend, wie das Kreativ-Team mit der einzig interessanten Figur umgeht. Lady Isabelle (Daniela Ziegler) hat eine heimliche uneheliche Tochter mit dem Sheriff, die als Mitglied von Robins Bande wieder auftaucht und von ihrem unwissenden Vater (wenn auch mehr aus Versehen) getötet wird. Doch nachdem Isabelle wortreich darunter gelitten hat, wird diese Nebenhandlung einfach aufgegeben. Isabelle gehört weiter zu den Bösen, und ihr Comedy-Abgang am Ende – keifend und mit Queen-Winken wird sie von Robins Leuten von der Bühne getragen – macht die Figur endgültig kaputt.

Viele Songs und alle Fechtszenen bleiben bloße Nummern, welche die Show eher unterbrechen als dem Geschehen oder den Figuren Tiefe zu verleihen. Gleiches gilt für die sehr langen Fechtszenen. Warum muss der Held immer gleich auf acht Feinde gleichzeitig losgehen? Es ist doch klar, dass die sich ziemlich tumb anstellen müssen, um in die Flucht geschlagen zu werden. Der gesamte Abenteuerplot ist völlig unspannend, weil man zu jedem Zeitpunkt weiß, wer gewinnen wird, und einem die Figuren schnell sowieso egal sind.“

Robin Jantos: Robin Hood, Musicaltheater Bremen. In: Onlineportal: musicalzentrale.de, 10. Dezember 2005.

„Eingehende Texte, die berühren, gleichermaßen zum Nachdenken wie zum Lachen anregen und den Zuschauer spielerisch an die Handlung fesseln, sind für ein Musical allerdings oft untypisch ‚verpackt‘. Denn ‚Robin Hood – Für Liebe und Gerechtigkeit‘ ist nach lang gezogener Ouverture, in der nichts passiert, eigentlich mehr Sprechtheater, aufgelockert durch den einen oder anderen Song, und weit entfernt davon, ein durchkomponiertes Musical zu sein. Selbst aneinander gesetzte Songs sucht man hier vergeblich. Geschadet hätte es zwar nicht, dieses Verhältnis zu verändern und so manche Textpassage zu kürzen, um zwei oder drei weiteren Liedern Platz zu schaffen, doch das Gesamtpaket kann auch so gut unterhalten.“

Stephanie Tatenhorst: Weltpremiere im Musical-Theater Bremen: Robin Hood. In: thats Musical.de, das Internet Musicalmagazin, 10. Dezember 2005.

Sabine Neibersch (Lady Marian), Jesper Tydén (Robin Hood)

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Literatur 

Empfohlene Zitierweise

„Robin Hood“ [Bremen]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/robin-hood-bremen/

Letzte inhaltliche Änderung: 18. Oktober 2023.