Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Romeo & Julia (Roméo & Juliette) [Wien]

Musical

Musik und Buch von Gérard Presgurvic
Deutsche Übersetzung von Michaela Ronzoni, Mitarbeit von Julia Sengstschmid

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 24. Februar 2005
Raimund Theater, Wien, Österreich

Besetzung:

Die Montagues

Die Capulets

Premierenchronik

FUA19. Januar 2001Palais des Congrès, Paris
ADspr. EA24. Februar 2005Raimund Theater, Wien

Kritiken

„Hat das Musical in Wien noch Zukunft? Das fragte sich mancher schon in der Pause der österreichischen Erstaufführung von ‚Romeo & Julia‘ im Raimundtheater, der ersten Premiere der neuen Intendantin Kathrin Zechner. Einig waren sich zwar alle, dass ‚Romeo‘ nach den Raimundtheater-Pleiten von ‚Wake Up!‘ und ‚Barbarella‘ wenigstens keinen Flop bescherte. Aber das Stück? – Eine luxuriös aufgeputzte Belanglosigkeit! […] Michaela Ronzoni besorgte die deutsche Version: hölzerne Reimerei, dürftige Sprachklischees, ein Sammelsurium von Banalitäten wie aus einem Comic-Hefterl.

Presgurvivs Musik (arrangiert von Christian Kolonovits) steht dem Text nicht nach. […] Vergeblich bemüht sich da Caspar Richter am Pult des Orchesters der Vereinigten Bühnen, das Beste daraus zu machen.“

Karlheinz Roschitz: Seichte, belanglose Lovestory, Erstaufführung des Presgurvic-Musicals „Romeo & Julia“. In: Kronen Zeitung, Nr. 16.094, 26. Februar 2005.

„Eine belanglose Abendunterhaltung ohne Wortwitz und ohne musikalische Raffinesse: Gérard Presgurvics ‚Romeo & Julia‘ bot am Donnerstag im Wiener Raimundtheater wenig, woran sich Emotionen entzünden konnten. Ein Pauschallob gebührt am ehesten dem großen Ensemble, das die kraftraubenden Tanzszenen mit Elan und akrobatischem Können bewältigt. […]

Problem Nummer eins ist die Musik. Gérard Presgurvic hat zwar sehr fleißig komponiert (es gibt 35 Musiknummern), doch seine Lieder, Balladen und Schnulzen klingen so, als hätte er die Stillosigkeit zum Stil erheben wollen. Zu hören gibt’s eintönigen Gebrauchs-Pop, gemischt mit (zu) viel Schmalz und Zitaten aus allen erdenklichen Genres. In Summe: eher eine Schlagerparade als eine Bühnenmusik.“

Gunther Baumann: Viel Schmalz, wenig Poesie. das Musical „Romeo & Julia“ im Raimundtheater. In: Kurier, 25. Februar 2005.

„Das tragische Liebespaar wird verkörpert  von Marjan Shaki (in Wien bekannt als Rosanna in ‚Wake Up‘) und Lukas Perman (ehemals Permanschlager, bekannt aus der österreichischen Talentshow ‚Starmania‘). Shaki gefällt mit ihrer klaren Stimme, die mädchenhafte Verträumtheit steht ihr gut zu Gesicht. Lukas Perman konnte sich gesanglich bemerkenswert steigern, darstellerisch hingegen bleibt er hinter den Erwartungen zurück. Er scheint stets einen Meter über dem Boden zu schweben und am Leben wenig Anteil zu nehmen, er ist die  personifizierte Traumgestalt, die über den Dingen schwebt. Dadurch wirken weder die plötzlich aufkeimende Liebe noch die schlussendliche Verzweiflung, die die beiden in den Tod treibt, wirklich glaubhaft. Es scheint stets, als müsste alles so kommen, die Reaktionen entstehen nicht impulshaft, sondern wirken teils geplant. Im Traumland scheinen die Bewohner ihr Schicksal vorauszuahnen.“

Eva Seidl: Romeo & Julia, Große Erwartungen im Wiener Raimundtheater. In: blickpunkt musical, Nr 02/05, März-April 2005, Seite 13-15.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur:

Empfohlene Zitierweise

„Romeo & Julia“ („Roméo & Juilette“) [Wien]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/romeo-und-julia-wien/

Letzte inhaltliche Änderung: 9. August 2023.