Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Sie liebt mich, … sie liebt mich nicht? (She Loves Me)

Musical

Musik von Jerry Bock
Songtexte von Sheldon Harnick
Buch von Joe Masteroff
Basierend auf einem Stück von Miklós László
Deutsche Übersetzung von Frank Thannhäuser und Nico Rabenald

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 19. September 1996
Etablissement Ronacher, Wien, Österreich

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA23. April 1963Eugene O’Neill Theatre, New York
GBEA29. April 1964Lyric Theatre (Hammersmith), London
ADspr. EA19. September 1996Etablissement Ronacher, Wien
DEA16. Dezember 2006Theater, Bielefeld

Anmerkung: Die deutschsprachige Erstaufführung war eine Veranstaltung der Deutsche Entertainment AG und Stella Musical Produktion.

Inhaltsangabe

„Irgendwo, in einer kleinen, feinen Parfümerie. Irgendwann, in den dreißiger Jahren. Wie jeden Morgen treffen sich die Angestellten von Herrn Maraczek zur Arbeit: Der ältere, vom Leben enttäuschte Ladislav Sipos, der quirlige Laufbursche Árpád, die junge und hübsche Ilona Ritter, die ein lockeres Verhältnis mit dem Schürzenjäger Stefan Kodály hat, und der Erste Verkäufer Georg Nowack.

Mit den ersten Kunden betritt auch Amália Balásh den Laden, auf der Suche nach einer neuen Stelle. Zwischen Georg und ihr herrscht Abneigung auf den ersten Blick. Herr Maraczek stellt sie trotzdem ein, nachdem sie ihn mit einem Trick von ihren Verkaufskünsten überzeugt hat. Was Georg und Amália nicht wissen: Sie sind einander über eine anonyme Brieffreundschaft in romantisch-leidenschaftlicher Liebe verbunden. Der Alltag in der Parfümerie geht weiter seinen Gang. Herr Sipos erzählt von seinen geringen Perspektiven, Fräulein Ritter sinniert über die Liebe, Georg und Amália fiebern ihrem ersten Rendezvous mit dem jeweiligen Briefpartner entgegen – und Herr Maraczek verdächtigt Georg, der Liebhaber seiner Frau zu sein. Im Streit kündigt Georg. Im Café erkennt der überraschte Georg Amália am vereinbarten Erkennungszeichen als seine Brieffreundin. Ohne seine Identität preiszugeben, kommt es schließlich wieder zum Streit, den der Oberkellner in seiner ihm ganz eigenen Art beendet.

Herr Maraczek liegt im Hospital und erholt sich von seinem Selbstmordversuch. Diesen hatte der Bericht eines Detektiven verursacht, in dem Stefan Kodály – und nicht Georg – als der wahre Liebhaber von Frau Maraczek entlarvt wurde. Am Krankenbett entschuldigt sich Herr Maraczek bei Georg und betraut ihn mit der Leitung der Parfümerie. Sein erster Auftrag ist, Kodály zu entlassen. Die Stelle wird von Árpád übernommen, der sich als Verkäufer bewiesen hat. Georg besucht auch Amália, die sich nach ihrer geplatzten Verabredung krank gemeldet hat. Georg berichtet, zufällig ihren Brieffreund getroffen zu haben, und erzählt ihr in den schillerndsten Worten von ihm. Beide erkennen, daß aus ihrer gegenseitigen Abneigung allmählich Zuneigung wird. Als Amália einen Brief an den lieben, unbekannten Freund schreiben will, denkt sie nur noch an Georg – und die Eiscreme, die er mitgebracht hatte. Auch Ilona Ritter hat inzwischen einen neuen Schwarm gefunden. Jeder erfährt die Geschichte über den Optiker Paul.

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, in einer sich steigernden Verkaufsschlacht geht es Weihnachten entgegen. Und wieder einmal hat die Liebe gesiegt: Während der Schnee leise rieselt, ist sich plötzlich auch Amália ganz sicher, daß Georg und ihr unbekannter Brieffreund ein und dieselbe Person sind. Voll Glück fallen sich beide in die Arme…“

(Inhaltsangabe aus dem Programmheft der Dspr. EA, 1996.)

Kritiken

„‚Sie liebt mich…‘ ist eine Musical Comedy mit sehr leisem, verhaltenem Humor: man schmunzelt, lacht aber nur selten. Vielleicht, weil sich der erste Akt etwas mühsam anläßt, wird scheinbar auf übertriebenes Tempo gesetzt, um die Handlung flott zu machen. So wirkt vieles überzogen […] und irgendwie stehen keine Charaktere aus Fleisch und Blut auf der Bühne. Nach der Pause legt sich das erfreulicherweise, es wird emotionaler, menschlicher.

[…] Das ist eine ganz hübsche, charmante Geschichte, die von Regisseur Peter Heusch nach der Original-Inszenierung von Scott Ellis auch recht nett erzählt wird. Aber das Stück […] hat, um mit Hugo von Hofmannstahls ‚Ariadne‘-Haushofmeister zu sprechen, ‚Längen, gefährliche Längen‘. An dieses Zitat mußte ich schon während der New Yorker Aufführung gelegentlich denken und nun auch wieder in Wien – und das trotz der nach der deutschsprachigen Erstaufführung […] vom 19. September 1996 im Ronacher noch vorgenommenen Kürzung von ca. 20 Minuten. Dabei dürfte diese gar nicht einfach gewesen sein, denn ‚Sie liebt mich…‘ darf als eines der Musicals gelten, bei denen die Songs ganz eng in die Handlung verwoben sind und diese auch weitertransportieren.

[…] ‚Sie liebt mich…‘ dürfte sich vorwiegend als musicalischer Nostalgie-Trip für die mittlere und ältere Generation eignen. Das jüngere Publikum ist vermutlich mit anderen Musical-Großproduktioen besser bedient.“

Gerhard Knopf: Sie liebt mich, …sie liebt mich nicht? Deutschsprachige Erstaufführung im Wiener Etablissement Ronacher. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 62, Dezember 1996/Januar 1997, Seite 6-8.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Empfohlene Zitierweise

„Sie liebt mich, …sie liebt mich nicht? (She Loves Me)“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/sie-liebt-mich/

Letzte inhaltliche Änderung: 5. Juli 2023.