Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Singin‘ in the Rain [Klagenfurt]

Musical in zwei Akten

Drehbuch und Adaptierung von Betty Comden und Adolph Green
Basierend auf dem gleichnamigen MGM-Film aus dem Jahr 1952
Regie und Originalchoreografie von Gene Kelly und Stanley Donen
Musik und Gesangstexte von Nacio Herb Brown und Arthur Freed
Deutsche Übersetzung von Hartmut H. Forche

Inszenierung

Österreichische Erstaufführung: 28. Januar 2010
Stadttheater, Klagenfurt, Österreich

Songs in englischer Sprache.

Besetzung:

Premierenchronik

GBUA30. Juni 1983Palladium Theatre, London
USAEA2. Juli 1985George Gershwin Theatre, New York
DEA15. April 1994Staatsoperette, Dresden
CHEA12. Oktober 2002Stadttheater, Bern
AEA28. Januar 2010Stadttheater, Klagenfurt

Inhaltsangabe

Bei einer Feier nach einer erfolgreichen Filmpremiere lernt der Stummfilmstar Don Lockwood die junge Kathy Selden kennen und verliebt sich sofort in sie, obwohl alle Filmfans der Überzeugung sind, das Don mit seiner Filmpartnerin Lina Lamont liiert ist. Nur Dons Freund und Filmkompagnon Cosmo Brown weiß es besser, kennt er doch Lina zu gut.

Als der Tonfilm aufkommt, häufen sich die Schwierigkeiten beim Filmproduzenten Simpson, denn Linas Stimme ist für das neue Medium nicht zu gebrauchen und wo sich das Mikrophon für die Aufnahmen befindet, kann sich Miss Lamont mit ihrer Piepsstimme auch nicht merken. Man kommt auf die Idee, dass Kathy, ohne das Wissen von Lina, diese heimlich synchronisieren soll.

Zum Ende wendet sich aber alles zum Guten, als auch das Premierenpublikum des neuesten Don Lockwood & Lina Lamont-Films erkennt, wer die wahre, richtige Gesangsstimme der Hauptdarstellerin ist – Kathy Selden.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Köpplinger und Choreografin Ricarda Regina Ludigkeit orientieren sich sehr eng am Film, erfreulicherweise, ohne die Darsteller in eine Zwangsjacke zu stecken. Die Szenen und Dialoge werden in vielen Fällen fast eins zu eins übernommen, wobei natürlich einige bühnenbedingte Kompromisse zu schließen sind.

[…] Daniel Prohaska als Don Lockwood ist ein durchaus einnehmender Hauptdarsteller, ohne allerdings über Gene Kellys krokodilhaften Charme zu verfügen, der diesen für die Rolle des ‚Matinee-Idols‘ der Stummfilmzeit prädestinierte. Bei der Titelnummer wird er von der Choreografie etwas zur Seite gedrängt – zu viele Passanten lenken von ihm ab, dazu spielt sich ein guter Teil der Szene im Trockenen ab.

[…] Star des Abends und zu Recht mit dem größten Schlussapplaus bedacht ist Bettina Mönch als Lina Lamont. Sie legt die kapriöse Filmdiva mit einer Edith-Hancke-Stimme an, stets am Rande der Karikatur, doch mit wunderschönen kleinen Gesten. […] Dirigent Jeff Frohner schafft es zwar nicht ganz, dem Kärtner Sinfonieorchester den typischen MGM-Klang zu entlocken, und etwas mehr Pep hätte nicht geschadet, was auch eine CD der Bühnenversion beweist, trotzdem ist es schön, einen prall gefüllten Orchestergraben zu sehen und vor allem zu hören.“

Bernd Freimüller: „Singin‘ in the Rain“. Die österreichische Erstaufführung als veritabler Musicalhit. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 142, April/Mai 2010, Seite 18-19.

„Natürlich haben auch heute noch die meisten Besucher den Film mit Gene Kelly in Erinnerung – diese Bilder vergessen zu machen, ist eine große Aufgabe. Zu diesem Zweck greift Rolf Langenfass für Bühnenbild und Kostüme zu allen vorstellbaren Mitteln. Eine große Showtreppe wird mit Spiegeln beinahe ins Unendliche verlängert, Glitzervorhang und Discokugel bringen die Bühne zum Strahlen.

[…] Kleine Unstimmigkeiten finden sich auch in den deutschen Dialogen von Hartmut H. Forche, denn mancher englischer Wortwitz lässt sich schlicht nicht ins Deutsche übertragen. Im Ganzen bietet seine Übersetzung jedoch eine runde Leistung.

[…] Die Choreographie lag in den erfahrenen Händen von Ricarda Regina Ludigkeit, der jedoch neben den Stepnummern nicht allzu viel eingefallen zu sein scheint. Oft behindern auch die ausladenen Kostüme die Tänzer, in manchen Tanznummern hätte man sich doch etwas mehr Spritzigkeit gewünscht. Dies tut dem Spaß dieser herrlichen Komödie jedoch keinen Abbruch. Es kann nicht oft genug gesagt werden, dass es sich für ein Stadttheater durchaus lohnt, abseits von ‚My Fair Lady‘ und ‚Kiss Me, Kate‘ in die Vergangenheit zu schauen und auch mal unbekannte Stücke auf die Bühne zu bringen. Die Begeisterung des Klagenfurter Premierenpublikums zeigte ein ums andere Mal, dass ein gut inszenierter Broadway-Klassiker den Spielplan jedes Stadttheaters bereichert.“

Eva Seidl: Deine Stimme könnte den Stummfilm zurückbringen. Singin‘ in the Rain im Stadttheater Klagenfurt. In: blickpunkt musical, Ausgabe 45, Nr. 02/2010 März-April 2010, Seite 48-49.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Singin‘ in the Rain“ [Klagenfurt]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/singin-in-the-rain-klagenfurt/

Letzte inhaltliche Änderung: 15. April 2023.