Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Sissi und Romy

Musical

Musik von Roland Baumgartner
Originallibretto von Daniel Pascal
Bearbeitung des Original-Librettos für die Seefestspiele Möbisch von Georges Gracon
Libretto von Daniel Pascal, Kurt Wilhelm und Georges Gracon
Liedtexte von Daniel Pascal und Georges Gracon
Liedtext von „Der Tag kommt“ von Bernd Meinunger

Inszenierung

Uraufführung: 13. Juli 1991
Seefestspiele Mörbisch, Österreich

Besetzung:

Premierenchronik

AUA13. Juli 1991Seefestspiele, Mörbisch

Inhaltsangabe

„Worum geht es in Sissi und Romy? Einerseits um die historisch belegbaren Tatsachen: um eine wahnsinnig aufregende Zeit, in der die Haupthandlung spielt. Revolutionszeiten, Aufbruchstimmung, ein neues Frauenbild ist im Entstehen – eine wilde, lebendige Zeit.

Die andere Ebene spielt auf der Bühne – heute, jetzt. Wenn sich die beiden Ebenen aneinander reiben, dann entstehen Funken.

Ein Film ist geplant – die Geschichte der Kaiserin Sissi soll erzählt werden, wiedererweckt werden (also auch die Manipulation beginnt wieder!). Irgendwie wird der Film verunmöglicht, indem ein junges Mädchen hereingestellt wird (durch eine höhere Macht?). Sie legt ein eigenartiges Verhalten an den Tag. Ein Verhalten, das konträr zur konventionellen Vorstellung des Filmregisseurs steht.

Die Stationen der Sissi: Kindheit, Jugend, Hochzeit, die Überforderung des jungen Menschen auf dem Thron, der Versuch einer Flucht in Form ausgedehnter Reisen (Korfu…) und ihr tragisches Ende in Genf.“

(aus dem Programmheft zur Uraufführung)

Kritiken

„Aber eine Idee allein genügt eben noch nicht, um einen großen Wurf zu landen, wobei das Originallibretto allerdings wesentlich besser ist, als die Bearbeitung durch Georges Gracon (hinter diesem Pseudonym soll sich die österreichische Lokalgröße Lore Krainer verschanzen). Sogar der Titel erweist sich als unzutreffend, wurde uns doch versprochen, die erschreckenden Parallelen im Leben der beiden faszinierenden Persönlichkeiten Kaiserin Sissi und Romy Schneider als ‚Paraphrase über Schicksal und Symbolik‘ aufzuzeigen. Aber viel zu rasch tritt die Lebensgeschichte der Filmschauspielerin zugunsten einer oft plakativen und unzureichend erläuterten Szenenfolge aus dem Leben der Kaiserin von Österreich in den Hintergrund.

[…] Und die Musik? Roland Baumgartner, der mit heutigen Stilmitteln an die klassische Wiener Operettentradition anschließen und österreichische Musik dem heutigen Zeitgeist entsprechend liefern will, vermag mit seiner Komposition – einem ständigen Wechselbad der Musikstile – den Zuhörer nicht in seinen Bann zu ziehen.

[…] ‚Zweieinhalb Stunden Klamotte, Kitsch, Peinlichkeiten‘, urteilte die Neue Kronen Zeitung und die AZ nannte ‚Sissi und Romy‘ ‚die Unverschämtheit auf der Seebühne zu Mörbisch. Alles Schwachsinn. Die Musik, das Libretto, die Choreographie, die Regie. Derlei kann man dem Publikum, das ja auch nicht auf dem Neusiedler See dahergeschwommen ist, nicht mehr zumuten.'“

Heinz Wallner: Sissi und Romy. In: Das Musical, Die Musicalzeitschrift, Heft 31, Oktober/November 1991, Seite 19-21.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Empfohlene Zitierweise

„Sissi und Romy“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/sissi-und-romy/

Letzte inhaltliche Änderung: 21. Juni 2020.