Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Spamalot [Köln]

Monty Python’s Musical

Musik von John Du Prez und Eric Idle
Buch und Liedtexte von Eric Idle
Nach dem Kinofilm „Die Ritter der Kokosnuss“
Deutsche Adaption von Karlheinz Freynik

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 25. Januar 2009
Musical Dome Köln, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Premierenchronik

USAUA17. März 2005Shubert Theatre, New York
GBEA16. Oktober 2006Palace Theatre, London
DDspr. EA25. Januar 2009Musical Dome Köln
CHEA13. April 2013Theater am Hechtplatz, Zürich
AEA18. September 2016Landestheater Salzburg

Kritiken

„‚Spamalot‘ steigert sich nach der Pause noch mal so richtig und legt mit Heriberts und Lancelots Szenen ein Tempo vor, das man sich so auch vor der Pause gewünscht hätte und das endlich die ausgelassene Stimmung ins Publikum trägt, die eigentlich den gesamten Abend über herrschen sollte. Auf den Plätzen in meiner näheren Umgebung hat man sich denn auch gut amüsiert, schlappgelacht hat sich jedoch niemand. Es ist schwer einzuschätzen, wie der britische Humor beim breiten deutschen Publikum ankommen wird – es bleibt der grandiosen Produktion und dem tollen Ensemble, das sichtlich mit großem Spaß bei der Sache ist, aber zu wünschen, dass begeisterte Zuschauer mit aktiver Mund-zu-Mund-Propaganda den Ritter-Klamauk ähnlich lange am Leben erhalten wie die Vorgängerproduktion ‚We Will Rock You‘, die immerhin vier Jahre lang im Musical Dome für ein volles Haus gesorgt hat.“

Klaus-Dieter Kräft: Monty Python’s Spamalot, Deutschsprachige Erstaufführung des erfolgreichen Ritter-Klamauks. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 135, Februar/März 2009, Seite 10-12.

„Mit dem Humor ist das so eine Sache. Entweder zündet ein Witz oder ein Sketch sofort oder er zündet niemals. Wer einen Witz erklären muss, hat schon verloren. Jeder kennt das Gefühl, wenn einem ein Witz erzählt wird. Der Erzähler biegt sich vor Lachen und man selbst denkt ‚Ist man im falschen Film?‘ So ähnlich erging es mir bei ‚Spamalot‘: ‚Bin ich im falschen Musical?‘ In der besuchten Vorstellung waren zahlreiche Monty Python Fans im Saal, die das Musical zum Teil bereits aus London kannten und sich begeistert auf die Schenkel klatschten und aus voller Brust ‚Always look on the bright side of life‘ mitsangen. […]

Nur wenig ist allgemeingültiger Humor, der überall funktioniert: Da fliegt eine Kuh als ‚Wurfgeschoss‘ über eine französische Schlossmauer und erschlägt einen Ritter. Statt des Trojanischen Pferdes gibt es ein entsprechendes Karnickel. Pech nur, das die Ritter, die die Burg stürmen wollen, vergessen haben vorher einzusteigen, bevor das Monster-Kaninchen in die Burg geholt wird. Das kann man witzig finden, muss es aber nicht. […]

Seine Stärken spielt ‚Spamalot‘ immer dann aus, wenn bei Musik, Ensemble, Bühnenbild und Choreographie aus dem Vollen geschöpft wird. Es kann mit großen Schownummern, ausgetüfelten Efrfekten und opulent arrangierter Musik punkten. Scharen von Showgirls mischen die Truppe auf, die Tafelrunde tagt in einem glitzernden Las Vegas-Casino und Ritter Lancelot entpuppt sich als leidenschaftlicher Copacabana-Tänzer.“

Norbert Ufermann: Schräger Humor, very british!, Spamalot feiert Deutschland-Premiere im Musical Dome Köln. In: blickpunkt musical, Europas aktuellestes Magazin für Musical und Entertainment, Nr. 1/09, März-April 2009, Seite 24-25.

„Es ist exakt diese absurde Mischung von Kuriositäten, die selbst für diplomierte Monty-Python-Fans überraschend einschlagen, die ‚Spamalot‘ so überaus spaßig machen. Ist es auch ein Musicalvergnügen für die ganze Familie, wie der Veranstalter verspricht? Nur bedingt.

So könnte beispielsweise der zwar extrem witzige, aber doch auch arg obzön dargebotene Schlagabtausch zwischen den Rittern und dem ungehobelten Wachpersonal der französischen Festung manche Eltern in Erklärungsnot bringen. Aber auch das gehört zu Monty Python.

Neben der Übersetzungsfrage bereitete eine Tanz- und Musikeinlage, bei der es um die dominierende Rolle der Juden im US-amerikanischen Showbusiness geht, den Verantwortlichen vorab Kopfzerbrechen. Auch hier die Überlegung: Geht das in Deutschland, oder verstößt es gegen die Political Correctness?

Anders als im Original wurde das Ganze in Köln eine Spur kleiner gefahren. Zwar wirbelten weiß gekleidete Damen mit einem blauen Davidstern um den Hals über die Bühne, rollte ein Klavier mit einem siebenarmigen Leuchter auf die Bühne, und der Held der Szene setzt sich eine Kippa aufs Haupt, aber auf den riesigen Davidstern, der gespickt mit Glühbirnen vom Himmel schweben sollte, wurde verzichtet.“

Monika Salchert: Willkommen bei den fliegenden Kühen, Deutschlandpremiere von „Spamalot“ in Köln. In: Stuttgarter Nachrichten, 26. Januar 2009.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Empfohlene Zitierweise

„Spamalot“ [Köln]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/spamalot-koeln/

Letzte inhaltliche Änderung: 2. April 2024.