Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Sterne, Geld und Vagabunden

Operette mit italienischen Volksliedern

Musik von Herbert Kawan
Text von Erich Geiger

Inszenierung

Uraufführung: 9. Juni 1956 
Operetten-Theater, Dresden, DDR

Besetzung:  

Premierenchronik

DDRUA9. Juni 1956Operetten-Theater, Dresden

Inhaltsangabe

„Zwei Sagen kreisen um den alten Glockenturm auf dem Hügel von Centoscaline. „Wer in Liebesnöten die vielen Stufen heraufpilgert und die Glocke erklingen läßt, darf hoffen, binnen Jahresfrist mit dem geliebten Menschen vereint zu sein“. So lautet die eine. „Wenn einmal der Glockenturm verschwindet, wird das kleine Fischerdorf Centoscaline von einer gewaltigen Überschwemmung heimgesucht werden“, so lautet die andere. Einige Geschäftemacher haben sich zusammengefunden, um mit Hilfe dieses Glockenturms die jahrhundertealte Neigung der Menschen auszunutzen, den Sternen geheimnisvolle Mächte zuzuschreiben. Und so will der Manager Sacchetti zusammen mit seinem Architekten Franato und dem ‚großen‘ Astrologen Tonio di Palma diesen Glockenturm mit seiner Wunschglocke vom Dorf erwerben, um in seiner unmittelbaren Nähe ein großes Luxushotel mit astrologischer Betreuung aufzubauen.

Zwar gibt es im Dorf einige, die dem plötzlich zu erwartenden Geldstrom der Fremden etwas skeptisch gegenüberstehen, wie Niccolo, der einfache Fischer, oder Jula, die vom Dorf ausgestoßene Korbflechterin. Aber der größte Teil der Dorfbewohner erwartet doch eine völlige Änderung seines bisherigen Lebens. Daß sie jedoch schon vor der Grundsteinlegung zu dem Hotel aus ihrem trügerischen Traum erwachen, verdanken sie der Tatsache, daß sich zufällig zwei Vagabunden am Tage des Glockenfestes – das von Sacchetti zu einem großen „Kongreß der einsamen Herzen“ für die Fremden werden soll – hier heraufgefunden haben.

Stupido, der naive arbeitslose Vagabund, wird mit dem großen Astrologen verwechselt und weiß lange Zeit gar nicht, was mit ihm geschieht und warum ihm von allen Seiten Geld zugesteckt wird. Aber als er dann die Fremden mittels astrologischer Berechnungen in Ehepaare verwandeln soll – wobei sich natürlich Sacchetti den fettesten Bissen aussucht – kommt er hinter diesen ganzen Schwindel und macht nicht mehr mit. Sacchettis Pleite soll durch das Konkurrenzunternehmen Fagazzaros, der ein Monopol für die Aberglaubensverwertung innezuhaben glaubt, in ein völliges Fiasko verwandelt werden: er will den Turm sprengen. Doch von den Mädchen aus dem Dorf wird das Sprengkommando daran gehindert. Eigentlich wäre das Stück jetzt zu Ende, wenn nicht durch eine Ungeschicklichkeit Stupidos der Turm doch noch in die Luft fliegen würde. So haben wir aber noch Gelegenheit zu sehen, wie das Dorf die Fremden endgültig vertreibt und mit Hilfe des unter den Trümmern des Turmes hervorquellenden Weines – vor Jahrhunderten stand hier ein altes Kloster – sein eigenes Glockenfest feiert.

Stupido und Jula kommen leider nicht zusammen. Das bleibt Niccolo und Francesca vorbehalten, während die beiden Vagabunden wieder ihres Weges ziehen. Aber das Dorf ist von seinem Aberglauben geheilt. Es wird zwar kein Hotel Orsokopo mehr entstehen, aber unsere beiden Vagabunden haben mit diesem Abenteuer immerhin 1 1/2 Millionen Lire als Nutznießer jenes Manager-Konkurrenzkampfes verdient. Vielleicht werden sie damit eine kleine Taverne eröffnen.“

(Inhaltsangabe aus dem Programmheft der UA, 1956.)

Medien / Publikationen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Sterne, Geld und Vagabunden“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/sterne-geld-und-vagabunden/

Letzte inhaltliche Änderung: 5. April 2022.