Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Sweeney Todd – Der Teufelsbarbier von Fleet-Street (Sweeney Todd, the Demon Barber of Fleet Street)

Musical Thriller

Musik und Gesangstexte von Stephen Sondheim
Buch von Hugh Wheeler
Nach einer Adaption von Christopher Bond
Deutsche Übersetzung von Markus Weber

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 11. April 1985
Freiburger Theater, Freiburg i.Br., Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Premierenchronik

USAUA1. März 1979Uris Theatre, New York
GBEA2. Juli 1980Theatre Royal Drury Lane, London
DDspr. EA11. April 1985Stadttheater Freiburg i. Br.
AEA3. April 1990Landestheater Linz

Inhaltsangabe

„Schauplatz dieser „black operetta“ (Sondheim) ist das viktorianische London. Hier beginnt die blutrünstige Geschichte. Die Stadt ist für den Barbier Sweeney Todd ein Sündenpfuhl, ein Höllenschlund, in dem sich das Geschmeiß dieser Erde versammelt hat. Mit scharfem Rasiermesser schneidet er seinen Kunden die Kehle durch und befördert die Leichen mittels einer Falltür zu seiner Wirtin Mrs. Lovett, die davon köstliche und heiß begehrte Fleischpasteten fabriziert.

Der Held dieser grausigen Geschichte hat für seine Freveltaten durchaus ein Motiv: Ein korrupter Richter hatte ihm einst Weib und Kind genommen und ihn dann verurteilt. Dafür und auch weil er 15 Jahre lang unschuldig im Gefängnis gesessen hat, rächt sich Sweeney Todd an seinen Mitmenschen. Am Ende erkennt Todd in einer von ihm getöteten Bettlerin seine eigene Frau wieder, seine geliebte Lucy, die einzige Frau auf der Welt, die sein vergiftetes Herz noch liebt. Und weil Mrs. Lovett log und ihn im Glauben ließ, Lucy sei tot, wird er sich auch an ihr rächen

Songs im Bänkelsängerstil, einprägsame Balladen und wirkungsvolle Duette von Todd und Mrs. Lovett untermalen das blutrünstige, brillante Geschehen.“

(Inhaltsangabe des Verlags Musik & Bühne, Wiesbaden, 2022.)

Kritiken

„Die Adaption von Christopher Bonds Geschichte über den Teufelsbarbier von der Londoner Fleet Street besorgte der Regisseur selbst. Er setzte dafür mehrere Sprachebenen ein, den Slang wie den Dialektausdruck, die Umgangs- wie die Hochsprache, je nach Situation.

[…] Schön, daß das Freiburger Regieteam nicht der Überformulierung, der Chargierung der Rollen erlegen ist. Wenn der Richter Turpin (Walter Hoffmann) auf dem in den Zuschauerraum hineinragenden Laufsteg bei seinem Monolog zu allen Mitteln inklusive Peitsche greift, um sich von seiner sexuellen Last zu befreien – dieweil Tochter Johanna (Edit Lehr) im durchsichtigen Kleid Turpins Geilheit anstachelt -, dann ist das eher ein Trauerspiel denn ein Musical.

[…] Walter Perdacher entwarf ein multifunktionales Bühnenbild (mit fast schon obligatorer Drehbühne) und die schön-schäbigen Kostüme. Lynne Washington studierte die lahmen Bewegungen des Chors und der Revuetrupppe ein. Schluß mit dem Strammstehen. Die Revuegirls sind müde Jungfern, die ihre Beine im Takt schlenkern. Auch ein Zitat aus besseren (Musical-)Zeiten. Ein fast dreistündiger Abend, der vergessen macht, wie harmlos es eigentlich in der Gattung sonst zugehen soll.“

Jürg Erni: Leckere Leichen aus dem Fleischwolf. In: Die Deutsche Bühne, Das Theatermagazin, [ohne Ausgaben-Nr., die Kritik liegt den Herausgebern als Kopie vor]

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Empfohlene Zitierweise

„Sweeney Todd – Der Teufelsbarbier von Fleet-Street“ („Sweeney Todd, the Demon Barber of Fleet Street“). In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/sweeney-todd/

Letzte inhaltliche Änderung: 17. November 2022.