Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Sweet Charity

Musical

Musik von Cy Coleman
Buch von Neil Simon
Nach dem Film „Die Nächte der Cabiria“ von Federico Fellini
Liedertexte von Dorothy Fields
Deutsche Fassung von Marianne Schubart
Deutsche Liedtexte von Victor Bach

Inszenierung

DDR-Erstaufführung: 29. April 1971
Staatsoperette, Dresden, DDR

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA29. Januar 1966Palace Theatre, New York
GBEA11. Oktober 1967 Prince of Wales Theatre, London
DDspr. EA7. Februar 1970Hessisches Staatstheater, Wiesbaden
DDREA29. April 1971Staatsoperette, Dresden
AEA? 1978/79Landestheater Linz
CHEA12. November 2009Stadttheater, Bern

Inhaltsangabe

Charity „Hope“ Valentine ist Taxi-Girl, eine Animierdame, die auch besondere Wünsche ihrer Kunden erfüllt. Sie arbeitet mit ihren Kolleginnen im „Fan-Dango“-Club. Desillusioniert vor ihrem Arbeitsumfeld, von den verflossenen Liebhabern und ihrer Zukunft, verbringt sie per Zufall eine Nacht mit dem italienischen Filmstar Vittorio Vidal, wenn auch nur auf der Flucht vor dessen eifersüchtiger Freundin in seinem Kleiderschrank. Ihr Glück scheint aber vollkommen, als sie zusammen mit dem verklemmten Buchhalter Oscar in einem Lift steckenbleibt und ihn, der an Klaustrophie leidet, von der beengten Situataion ablenken kann. Sie kommen sich näher, sehen sich öfter, gehen sogar zusammen zu einer obskuren „Messe“ des Sekten-Priesters Daddy Brubeck. Schließlich hält Oscar um ihre Hand an. Das Glück scheint perfekt. Doch bei der Junggesellinen-Abschiedsfeier im „Fan-Dango“ gesteht Oscar Charity, sie doch nicht heiraten zu können. Er schafft es nicht, über ihre „berufliche“ Vergangenheit hinweg sehen zu können. Wieder ist Charity allein. Doch wie immer blickt sie optimistisch in die Zukunft.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Wir stehen einer solchen Problematik fremd gegenüber. Ich glaube, das ist der Hauptgrund, daß dieses Werk auf unseren Bühnen kein echter Erfolgsschlager wird. Hinzu kommt der unzureichende dramaturgische Aufbau. Es gibt Bilder, mit denen man auch nach mehrmaligem Erleben des Stückes nichts anzufangen weiß. Ich denke dabei an die Verabschiedungsszene im Tanzpalast ‚Fan-Dango‘ oder an die plötzliche Massenszene nach Charitys ‚Eines lockt mich‘. Auch daß die zweite Hauptfigur bei einem Werk mit zweieinhalb Stunden Spieldauer erst nach einer reichlichen Stunde eingeführt wird, ist keine glückliche Lösung. Die Episoden zuvor ziehen sich krampfhaft in die Länge.

[…] All das Gesagte über Libretto, Dramaturgie und Musik läßt schon erkennen, wie schwierig die szenische Umsetzung des Stückes ist. Rudolf Schraps konnte als verantwortlicher Regisseur die schon genannten Nachteile nicht beseitigen. Sehr vorteilhaft wirkt sich allerdings der flüssige Übergang der vielen einzelnen Bilder aus. Hier hat der Regisseur, gemeinsam mit der bewährten Ausstattung Axel von Flockens, überzeugende Lösungen gefunden.“

Werner Poike: Ein neues Musical. Zur DDR-Erstaufführung von „Sweet Charity“ an der Staatsoperette. [ohne Quellenangabe und Erscheinungsdatum].

„Die Musik Cy Colemans repräsentiert stilistisch das, was man, am Weltmaßstab orientiert, heute unter moderner Musicalintonation zu verstehen hat. Sie ist harmonisch und rhythmisch interessant, glänzend instrumentiert und trifft in der Charakterisierung der Bühnenvorgänge haargenau ins Schwarze. Trotz prägnanter melodischer Einfälle in deren Volkstümlichkeit nicht von der Art, wie wir sie etwa in ‚My fair Lady‘ finden.

Kein Mittel hat der Regisseur Rudolf Schraps ungenützt gelassen, um die Starrolle der Charity mit komödiantischer Virtuosität über die Rampe zu spielen, ohne dabei die Typisierung der Mitspieler und den Blick aufs ganze aus dem Auge zu verlieren. Neben schwächeren Passagen gab es ungemein beeindruckende Momente, so die kostlöche Fahrstuhlszenen. […] Der Schlußbeifall konnte sich sehen und hören lassen!“

Hermann Werner Finke: Sweet Charity. DDR-Erstaufführung des amerikanischen Musicals nach Fellinis Erfolgsfilm. [ohne Quellenangabe und Erscheinungsdatum].

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Video / DVD

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Sweet Charity“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/sweet-charity/

Letzte inhaltliche Änderung: 15. April 2021.