Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Teenagerlove

Musical

Musik von Finn Savery
Buch und Gesangstexte von Ernst Bruun Olsen
Deutsche Übersetzung von Wolfgang Neuss

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 22. September 1964
Theater am Kurfürstendamm, Berlin, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

DKUA13. Oktober 1962Königliches Theater, Kopenhagen
DDspr. EA22. September 1964Theater am Kurfürstendamm, Berlin
DDREA19. Oktober 1968Volkstheater, Rostock

Inhaltsangabe

„Maggie ist die Ehefrau des alternden, aber immer noch sehr erfolgreichen Schlagersängers Billy Jack. Sie schwimmen im Geld; doch Billy hat die Raffgier eines Schaufelbaggers. Mit seinem Texter Tommy will er eine Filmproduktion gründen. Gegenseitig versuchen sich die beiden ‚Freunde‘ aufs Kreuz zu legen. Kameradschaftlich liegen sie sich in den Armen, um sich zu erdrücken. Doch Tommy hat das größere Kriegsglück. Er biedert sich bei der Tochter des Plastik-Millionärs Smith an. Nun hat auch er Geld. Er kann die Maske der Freundschaft fallen lassen. Doch Billy, ein Kind der Gosse, gibt so schnell nicht auf. Mit seinem Plebejer-Charme ‚becirct‘ er die Plastik-Tochter. Sie bekommt ein Kind von ihm. Maggi, die als einzige den rasanten sozialen Aufstieg ohne größere moralische Schäden überstanden hat, begeht Selbstmord. Der große Billy Jack spielt weiterhin den Superstar, der durch nichts zu erschüttern ist. Doch innerlich ist er längst tot. Maggi erscheint ihm als Traumbild: Die Vergangenheit wird wieder lebendig. Sie war hart, bestimmt vom Gesetz der Gosse. Aber sie war voller Leben, Hoffnung und Glück. Die Gegenwart ist nur Geldgier, verlogene Schau, Leere. Billy Jack bringt sich schließlich selbst symbolisch um.“ 

(von der Rückseite der LP)

Kritiken

„Hauptbeschäftigung aller Beteiligten ist das Sex-Play, das in diversen Varianten exekutiert wird: schwul, lesbisch, aber auch ganz normal über Kreuz. Und wenn es nicht direkt praktiziert wird, so wird doch wenigstens darüber geredet – skandinavisch unverblümt, wie man es seiner Herkunft schuldig ist. Die Dialoge sind äußerst frei, wenn sie sich nicht gerade in streng reglementierten Versen ergehen. Eingestreut sind kurze Songstrophen, oft nur ein paar Takte lang, manchmal allerdings wachsen sie sich zu umfangreichen Frau-Wirtin-Liedern aus. 

Die menschlich Leere, Synthetik und Sexo-Manie ihres Milieus ist den Autoren zum Verhängnis geworden: statt Menschen haben sie nur Abstraktionen hervorgebracht, statt individueller Sprechweisen lassen sie nur Papier reden (jedenfalls in der deutschen Version von Wolfgang Neuss), statt wirklich eingängiger Melodien präsentieren sie nur abgestandene Melodiemuster. Was sie zeigen, ist eine Kunststoffwelt, ohne Blut, ohne Leben, ohne Interesse. Sie wollten sie kritisch zeigen, hart, aggressiv, bitter, zornig, zynisch, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, unfreiwillig sind sie dann aber selbst ein Opfer dieser Welt geworden, ihrer Phraseologie, ihrer Banalität, ihrer leeren Mechanik, ihrer permanenten Infantilität.“

Horst Koegler: Kritik mit Musik. In: Theater heute, Hr. 12, Dezember 1964, Seite 44.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Empfohlene Zitierweise

„Teenagerlove“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/teenagerlove/

Letzte inhaltliche Änderung: 25. März 2021.