Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Towarischtsch (Tovarich)

Musical

Musik von Lee Pockriss
Neu arrangiert von Gert Wilden sen. und Gert Wilden jun.
Buch von David Shaw
Basierend auf der Komödie von Jacques Deval und Robert E. Sherwood
Gesangstexte von Anne Crosswell
Deutsche Übersetzung von Bernd Behr

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 23. Februar 1981
Stadttheater Aachen, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Premierenchronik

USAUA18. März 1963Broadway Theatre, New York
DDspr. EA23. Februar 1981Stadttheater, Aachen

Inhaltsangabe

„1. Akt

Moskau 1927: in seinem Büro in Moskau, unter einem überdimensionalen, durch einen Schnurrbart entstellten Portrait der Großfürstin Tatjana Petrowna, gibt der sowjetische Kommissar Gorotschenko seinen Agenten Wassilij und Nastrowjewitsch die letzten Anweisungen für eine Mission ganz spezieller Art: Die beiden sollen nach Paris fahren, das nach der Revolution geflohene Großfürstenpaar Michail und Tatjana ausfindig machen, und vor allem das Privatvermögen des Zaren, als dessen Verwalter sich der Fürst noch immer sieht, für die sowjetische Regierung zurückholen.

Ahnungslos, ob dieses geplanten Besuchs leben der Fürst Michail Alexandrowitsch Ouratieff und seine Frau Tatjana unter recht ärmlichen Umständen in Paris. ‚Hofiert‘ werden sie höchstens von den russischen Emigranten, z. B. von Schamforoff, dem ehemaligen russischen Grafen, der jetzt Straßenkehrer ist, Orloff, dem ehemaligen russischen Admiral, Natascha, der ehemaligen russischen Tänzerin, und nicht zuletzt von der französischen ’sûreté‘, die ein wachsames Auge auf das russische Emigrantenehepaar geworfen hat. Der Grund: Die französische Regierung, vertreten durch den Direktor der Bank von Frankreich, Chauffourier-Dubieff, möchte eine größere Anleihe machen, und dafür käme das Vermögen des Zaren wie gerufen. So sehr Chauffourier-Doubieff auch drängt – er weiß, daß Kommissar Gorotschenko ebenfalls auf dem Weg nach Paris ist und will ihm zuvorkommen – Michail Ouratieff bleibt hart; Denn nur ein Nachfolger des Zaren soll Zugang zu dem Vermögen bekommen.

Inzwischen hat die Tänzerin Natascha dem russischen Großfürstenpaar eine Stellung als Bedienstete bei einem amerikanischen Ölmillionär verschafft. Der mit unglaublicher Lethargie in den Tag lebende Michail ist zunächst von dieser Idee weit weniger begeistert als seine sehr temperamentvolle Frau. Trotzdem: Fürst und Großfürstin kommen – als Butler und Kammerzofe – in das Haus der Familie Davis.

In der Zwischenzeit sind die beiden sowjetischen Agenten in Paris im russischen Emigranten-Café ‚Kasbek‘ aufgetaucht und versuchen die Tänzerin Natascha von ihrer Mission zu ‚überzeugen‘, was jedoch kläglich mißlingt.

Im Hause von Charles und Grace Davis wird eine Party mit den wichtigsten Vertretern der Wirtschaft und des Öl-Business gegeben, um ein Öl-Kartell zu bilden. Unter ihnen ist als Bevollmächtigter des russischen Erdölkommission, Kommissar Gorotschenko, ebenso der Direktor der Bank von Frankreich. Zu seiner Überraschung entdeckt Charles Davis – ahnungslos wie er ist -, daß es sich bei seinem ‚Michel‘ um den Großfürsten Michail Ouratieff handelt; als daraufhin Gorotschenko erscheint, das Fürstenpaar völlig unverhofft vor sich sieht, und die Herausgabe des Zarenvermögens fordert, bleibt den beiden nichts anderes übrig, als die Flucht zu ergreifen….

2. Akt

Im Café ‚Kasbek‘ haben Michail und Tatjana vorübergehend Unterkunft gefunden; es herrscht bedrückte Stimmung: Für Michail ist Kommissar Gorotschenko in doppelter Hinsicht zum Gegner geworden. In der gleichen Nacht kehren Tatjana und Michail in das Haus an der Avenue de Tourville zurück.  Beide glauben der Gefahr entgangen zu sein, als Gorotschenko plötzlich wieder auftaucht. Es geht noch einmal um das 25 Milliarden-Vermögen – und um Tatjana. Wie wird sich Großfürst Michail entscheiden?“

(aus dem Programmheft zur Deutschsprachigen Erstaufführung)

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Empfohlene Zitierweise

„Towarischtsch“ („Tovarich“). In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/towarischtsch/

Letzte inhaltliche Änderung: 25. Dezember 2019.