Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Victor / Victoria

Musical

Musik von Henry Mancini
zusätzliche Musik von Frank Wildhorn
Buch von Blake Edwards
Songtexte von Leslie Bricusse
Deutsche Übersetzung von Stefan Huber

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 3. Juli 1998 
Staatsoperette, Dresden, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Doppelbesetzungen alphabetisch

Premierenchronik

USAUA25. Oktober 1995Marquis Theatre, New York
DDspr. EA / EEA3. Juli 1998 Staatsoperette, Dresden
AEA14. September 2001Landestheater, Salzburg

Inhaltsangabe

Victoria Grant, eine arbeitslose Sängerin, trifft bei einem missglückten Vorsingen den älteren, homosexuellen Toddy. Beide finden sich gleich sympathisch und werden Freunde. Als ein Ex.Geliebter Victoria für einen neuen Lover seines Ex hält, ist die Idee geboren – Victoria wird als Victor Grazinsky auftreten, der sich wiedrum als Frau ausgibt. Der Erfolg im Nachtclub-Programm stellt sich ein. Selbst der amerikanische Nachtclubbesitzer King Marchand muss sich eingestehen, dass er den vermeintlichen ‚Mann‘ Victor attraktiv findet. Toddy findet seinerseits Gefallen an Kings Bodyguard Squash. Victoria gesteht endlich King Marchand, dass sie eine Frau ist und ihn auch liebt. Ihrer Karriere zuliebe , soll allerdings die Fassade noch aufrecht gehalten werden. Es seinem vermeintlich homosexuellen Chef nachmachend, gesteht Squash nun auch Toddy seine Liebe. Als das ganze Lügengerüst durch Kings eifersüchtige Freundin Norma aufzufliegen droht, gibt Victor / Victoria eine grandiose Abschiedsvorstellung.

(Klaus Baberg)

Kritiken

„Ein vielseitiges, ästhetisch ansprechendes und praktikabel einsetzbares Bühnenbild (Bill Krog, Hochachtung auch vor der technischen Realisation!) und eine schier endlose Garderobe glänzender Kostüme (Ulrike Barbara Radichevich) prägen die Aufführung ebenso wie die einfallsreiche Choreographien von Ricarda Regina Ludigkeit und das eingängig, manchmal etwas laut jazzende Orchester und Volker M. Plangg.

Stefan Huber inszeniert die Geschichte mit sicherer Hand und meistert den hochriskanten Drahtseilakt zwischen Klamotte, Sentimentalität und Tiefgründigkeit. […] Huber konnte sich in beiden Besetzungen auf hervorragende Musicaldarsteller verlassen.“

Jens Daniel Schubert: Prickelnde Situationskomik. ‚Victor/Victoria‘ – eine niveauvolle und mitreißende Staatsoperetten-Inszenierung. In: Sächsische Zeitung, 6. Juli 1998, Seite: Kultur.

„Der Plot stammt aus 1933, Reinhold Schünzel schrieb und drehte ihn mit Renate Müller und Hermann Thiemig für die Ufa. Bekannt ist auch eine Remake von 1957 mit Johanna von Koczian, Georg Thomalla, Johannes Heesters. Weltberühmt aber wurde die verwickelte Schwulenkomödie durch Blake Edwards‘ englisch-amerikanische Verfilmung 1982 mit Julie Andrews und James Garner, zu der Mancini seine Musik verfaßte. Nach der umjubelten Erstaufführung am Freitag steht dem erst vor drei Jahren am Broadway herausgebrachten Mancini-Edwards-Bühnenmusical nun wohl eine neue Erfolgsstory zumindest auf den deutschen Musicalbühnen bevor.

[…] Beim Dresdener Premierenpublikum steigerte sich der Beifall von Szene zu Szene und endete nach drei kurzweilig-amüsanten Stunden in Jubel, Trampeln, nicht enden wollendem rhythmischem Applaus. In der Tat zeigt sich die Bühne als bemerkenswert leistungsfähig und hoch motiviert, ja streckenweise ebenbürtig mit einem Haus wie dem Berliner Theater des Westens. Tänzer und Chor machen ihre Sache fast tadellos, das kleine Orchester trifft unter Volker M. Plangg den jazzigen Ton des einstigen Glenn-Miller-Arrangeurs Mancini ebenso selbstverständlich wie die Gershwin- und Georges-Bizet-Zitate.“

Ch. Kaiser: …siegt zum Happy End die Wahrheit. ‚Victor/Victoria erfolgreich an der Staatsoperette Dresden aufgeführt. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 6. Juli 1998.

„Gaststars und Ensemble bieten Musiktheater vom Allerfeinsten; schauspielerisch und gesanglich herausragend, von Regisseur Stefan Huber pointensicher inszeniert. Geradezu brillant Peter Bause als alternde Theaterschwuchtel Toddy, Marianne Larsen als Victoria im Wechselspiel der Geschlechter und Katharina Mehrling als nymphomanisches Gangsterliebchen Norma Cassidy. Dazu jazzt das Orchester unter Chefdirigent Volker M. Plangg, daß es eine wahre Freude war.

Freilich hat die Staatsoperette jetzt ein schwerwiegendes Problem: Wie kann der Erfolg nach diesem Riesending noch gesteigert werden?“

[ohne Autorenangabe]: Bravo Victor, bravo Victoria! Jubel für die Staatsoperette. In: Morgenpost am Sonntag, 5. Juli 1998.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

DVD / Video

Kommentar

Von dem Reinhold-Schünzel-Film „Viktor / Viktoria“ (1933) drehte der britische Regisseur Victor Saville 1935 seine Version unter dem Titel „First a Girl“.

Empfohlene Zitierweise

„Victor / Victoria“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/victor-victoria/

Letzte inhaltliche Änderung: 14. September 2022.