Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Weißes Gold

Musical

Musik von Hans-Peter Preu
Texte von Hans-Peter und Jonathan Preu

Inszenierung

Uraufführung: 14. Januar 2006
Landesbühne Sachsen, Radebeul, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:

Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge.

Premierenchronik

DUA14. Januar 2006Landesbühne Sachsen, Radebeul

Inhaltsangabe

„Wittenberg, Berlin und Dresden Anfang des 18. Jahrhunderts. Preußische Häscher unter Leitung des Agenten Pasch mischen sich unter die Studenten Wittenbergs. Ihre Aufgabe ist es, den flüchtigen Goldmacher Böttger nach Preußen zurückzubringen. Dazu nähert sich Pasch zunächst Anna, der Schwester Böttgers. Doch Pasch hat das Nachsehen, als plötzlich der sächsische Kurfürst August der Starke und seine Mätresse in Wittenberg erscheinen: Zwischen den renitenten Studenten entdeckt Gräfin Cosel den Goldmacher, lässt ihn verhaften und nach Dresden bringen. Der Versager Pasch wird Böttger nach Dresden hinterhergeschickt.

August lässt die Wut über seine Polit- und Finanzkrise an Hoym aus. Der Finanzbeamte erinnert Böttger: Als Goldmacher soll er die leeren Staatskassen füllen! Der Gelehrte Tschirnhaus bekommt den Auftrag, dem Alchemisten zu assistieren. Dass Tschirnhaus gerade dabei ist Porzellan zu erfinden interessiert nicht. Böttger nimmt Tschirnhaus das Heft aus der Hand.

Der Agent Pasch trifft in Dresden ein und macht sich Böttgers Schwester Anna mit Liebeserklärungen gefügig: Sie soll ihm die Rezepte zur Goldherstellung beschaffen. Auch die Gräfin Cosel hat den Auftrag, Böttger die Goldformel zu entlocken. Da ihr Böttger – zumindest damit – nicht dienen kann, rät sie ihm zu einem öffentlichen Schauexperiment. Graf Tschirnhaus sprengt das intime Gespräch. Vor den Augen des staunenden Hofstaates stellt Böttger Gold her. Dem Skeptiker Tschirnhaus wird der Mund verboten: August der Starke gibt große Mengen des Edelmetalls in Auftrag.

Anna übergibt Pasch Protokolle, die sie ihrem Bruder entwendet hat. Pasch schenkt ihr dafür das Traumbild eines Liebesidylls, das es jedoch nie geben wird, schon allein, weil der Agent im nächsten Moment entdeckt und von den Sachsen verhaftet wird. August der Starke lässt Pasch hängen und droht Tschirnhaus mit dem gleichen Schicksal, sollten Böttger und er kein Gold liefern. Tschirnhaus aber erkämpft die Erlaubnis zur Porzellanentwicklung!

Anna verlässt ihren Bruder und die Welt. Die Gräfin Cosel warnt Böttger vor Tschirnhaus: Im Gegensatz zu dem Alchemisten hat der Wissenschaftler mit Porzellan ein Erfolgsrezept parat! Als Tschirnhaus sich anschickt, im Labor wieder die Regie zu übernehmen, kommt es zwischen Böttger und ihm zu einem Streit, den Tschirnhaus nicht überlebt. Die Gräfin Cosel bahnt Böttger den Weg zu seinem Ruhm als Porzellanerfinder.

Mit einem großen Fest feiert der Dresdner Hof die erfolgreiche Herstellung von Porzellan: Endlich hat man Gold – weißes Gold! Böttger wird zum Leiter der Porzellanmanufaktur ernannt, aber freuen kann er sich nicht: Der Tod von Anna und Tschirnhaus belasten sein Gewissen.“

(aus dem Programmheft zur UA)

Kritiken

„Historisch korrekt zu sein, ist allerdings auch nicht das Ziel des Musicals „Weißes Gold“, daß am Sonnabend im Radebeuler Stammhaus seine Uraufführung erlebte. Die Librettisten Jonathan und Hans-Peter Preu wollten vielmehr ein modernes Märchen erzählen, zu dem Landesbühnen-Kapellmeister Hans-Peter Preu eine zeitgemäße Musik geschrieben hat. […] Ganz unbarock kommt die Musik zum Stück daher. Der Komponist, der auch am Dirigentenpult steht, bedient dabei unterschiedliche musikalische Stile: von jazzig, über rockig bis hin zu balladenhaft-verträumt.

[…] Das bunt-frivole Musical hat einige Längen und darmaturgische Schwächen. Begeisterungsstürme blieben aus. Es lohnt sich dennoch, den Porzellan-Krimi anzuschauen.“

Dorit Kreller: Barock-Krimi bleibt ungelöst – Uraufführung. An den Ladesbühnen Sachsen wird in einem Musical „Weißes Gold“ gemacht. In: Sächsische Zeitung, 16. Januar 2006.

Warum ging das Landesbühnen-Publikum, das ohnehin oft erst nach dem Pausensekt auftaut, dennoch so wenig mit? Da fehlt denn doch wohl das für einen Musicalerfolg unverzichtbare Entertainment. Die Sänger liefern ihre Nummern zu oft wie in einer Opera seria ab, mit großem Vibrato und relativ hölzerner Gestik. […] So bleibt es trotz des ironischen Textes und trefflicher Musik doch bei einer recht hausbackenen Hommage der Radebeuler an die 800-jährige Vorstadt Dresden.“

Michael Bartsch: Tragischer Held im Dienst der Macht – Landebühne Sachsen erinnern mit eher konventionellem Musical an den Porzellanentdecker Böttger. In: Dresdner Neueste Nachrichten, 16. Januar 2006, Seite 8.

„Magisch-effektvoller Höhepunkt des Abends: die brodelnde und Feuer sprühende Gold-Show vor dem staiunenden Hofstaat. Reichlich Beifall vom Publikum.“

Lilli Vostry: Glanz und Schatten an Augusts Hof – Premiere ‚Weißes Gold‘ an den Landesbühnen Sachsen. In: Morgenpost, 16. Januar 2006.

Medien / Publikationen

Die Uraufführung fand aus Anlass der 800-Jahrfeier der Stadt Dresden 2006 statt.

Empfohlene Zitierweise

„Weißes Gold“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/weisses-gold/

Letzte inhaltliche Änderung: 9. September 2020.