Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Wilhelm Tell und die Fürstin der Finsternis

Das erste Armbrustical der Welt

Musik von Aron Altmann / Stephan Auer / Frank Schimann / Sebastian Hackl / Menning Liebethal
Text von Alexander Liegl und Gabi Rothmüller

Inszenierung

Uraufführung: 16. Januar 2007 
Lustspielhaus, München, Bundesrepublik Deutschland

Besetzung:  

Premierenchronik

DUA16. Januar 2007Lustspielhaus, München

Inhaltsangabe

„Die Schöpfer von „Siegfried“ begeben sich diesmal in die schöne Schweiz – oder ist es Transsylvanien? Oder doch Oberbayern? Auf jeden Fall finden wir sanfte Hügel, Geld und brave Menschen. Bürger, die vor Biederkeit, Fleiß und Anstand nur so strotzen. Sie hegen und pflegen den Vorgarten, das Kaffeekränzchen und den Gesangsverein. Und mittendrin Tell, ihr Held – der beste Schütze im Tal und großer Herrscher über seinen Hobbykeller.

Was aber geschieht, wenn sich Dunkelheit über dieses gelobte Land legt? Wenn die Nacht kommt? Dann erwachen ganz andere Wesen … Wesen mit langen Zähnen und großem Durst. Die Fürstin der Finsternis und ihre Schar folgen dann gnadenlos dem unersättlichen Pulsschlag der Nacht. Und es beginnt der Kampf um Leben und Tod, um Jugend und Alter, um Leidenschaft und Hass, um Blut und Ehre. Denn: „ Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.“ ( Schiller ) Zwei Welten – die Wirklichkeit der einen ist der Traum der anderen. Und ohne Schatten gibt es kein Licht. Und weil die einen nicht so sein können wie die anderen, bekämpfen sie sich bis aufs Blut. Bis auf den letzten Tropfen sogar.“

Homepage des Lustspielhaus, München [https://www.lustspielhaus.de/kuenstler/programm/526, aufgerufen: 16. Juli 2021]

Kritiken

„Es fehlen weder „Hohle Gasse“ noch Apfelschuss. Aber ansonsten geht’s in der speziellen Version der Wilhelm-Tell-Legende, die am Dienstag im Lustspielhaus für donnernden Premierenapplaus sorgte, alles andere als hochehrwürdig zu: Biedermänner treffen auf Blutsauger, Helden auf Halsschlagadern, Sänger auf Sauna.

[…] Alexander Liegl und Gabi Rothmüller, die Autoren des erfolgreichen Germanicals „Siegfried“, haben auf der Basis der Tell-Legende ein Spektakel entworfen, das mit guter Musik (Aron Altmann) und hervorragenden Gesangseinlagen aufwartet. Garant für Qualität ist hier vor allem die aus dem Brixener „Theater Dekadenz“ stammende Antonia Tinkhauser als Fürstin der Finsternis. Ihr ist die blutsaugende Rolle der Vampirfürstin mit viel Musical-Gesang auf den Leib geschrieben, wie beim Ausfall des Mikros deutlich wurde.

[…] Das Spektakel um Apfel, Armbrust und Aderlass lebt von Spiel und Musik, welche die Schauspieler ebenso gekonnt darbieten wie die gelernte Sängerin Tinkhauser als Fürstin. Sie endet übrigens ermordet im nebelumwobenen Sarg an der Wand. Und nur der entfesselte Applaus des Premierenpublikums stört den wiedergekehrten Frieden im biederen Schwitzerland. Chapeau!!

Angela Boschert: München – Lustiges Armbrustical. Premiere im Lustspielhaus: Wilhelm Tell. In: Münchener Wochenanzeiger, 18. Januar 2007.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Empfohlene Zitierweise

„Wilhelm Tell und die Fürstin der Finsternis“. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/wilhelm-tell/

Letzte inhaltliche Änderung: 16. Juli 2021.