Siegelement der Uni Freiburg in Form eines Kleeblatts

Wonderful Town [Wien]

Musical

Musik von Leonard Bernstein
Buch von Joseph Fields und Jerome Chodorov
Frei nach dem Lustspiel „My Sister Eileen“ von Joseph Fields und Jerome Chodorov sowie den Kurzgeschichten von Ruth McKenney
Liedtexte von Betty Comden und Adolph Green
Deutsche Fassung von Marcel Prawy

Inszenierung

Deutschsprachige Erstaufführung: 9. November 1956
Volksoper, Wien, Österreich

Besetzung:  

Premierenchronik

USAUA25. Februar 1953Winter Garden Theatre, New York
GBEA23. Februar 1955Princess Theatre, London
ADspr. EA9. November 1956Volksoper, Wien
DEA7. November 1981Theater, Oberhausen

Inhaltsangabe

Das Stück erzählt von zwei jungen Frauen, die aus einer verschlafenen Kleinstadt in Ohio nach New York kommen, um dort ihr persönliches und berufliches Glück zu finden. Eileen, die jüngere, will Schauspielerin werden, ihre Schwester Ruth als Schriftstellerin ihr Geld verdienen. Es ist das Jahr 1935, und die Lebensbedingungen sind aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Situation alles andere als einfach. Die Schwestern landen in Greenwich Village, dem Künstlerviertel von New York, auf der Christopher Street und beziehen eine schäbige Kellerwohnung, unter der mit viel Lärm der U-Bahn-Bau vorangetrieben wird. In den folgenden Tagen und Wochen lernen sie alle möglichen Typen aus dem Viertel kennen, erleben einige unverhoffte Großstadtabenteuer (die sie nicht zuletzt kurzfristig ins Gefängnis bringen) und erreichen schließlich – zumindest so ungefähr – das Gewünschte. Ruth erhält einen Job als Journalistin bei der Zeitung und lernt in Robert Baker den Mann fürs Leben kennen, und Eileen erhält ein Engagement als Sängerin (wenn auch nur in einem Nachtclub).

(Wolfgang Jansen)

Kritiken

„Das Hübscheste und Überraschendste am neuen Musical ‚Wonderful Town‘ in der Volksoper liegt darin, das es so ganz anders ist als das erste. Wer eine Wiederholung oder Variante der Form von ‚Kiss me, Kate!‘ erwartet hat, wird enttäuscht sein, denn er muß umlernen, muß sich umstellen. Dort hatte sich das Stück unter die Patronanz Shakespeares begeben, der als als guter Theateronkel sich fröhlich am Bart zupfen ließ und trotzdem mit dem Segen seiner Gegenwart nicht sparte. Hier nun ist das Personal der Komödie sich selbst überlassen und muß dazuschauen, wie es aus eigenem eine Komödie zustande bringt.“

Kr.: Das Märchen von der „bezaubernden Stadt“, Das neue „Musical“ in der Volksoper. In: Die Presse, Wien, 11. November 1956, Seite 4.

„Heinz Rosen ist der besten einer. Ein Rosen ohne Dornen. Seine Ideen, en gros und en detail, auch nur anzudeuten, würde eine Sonderausgabe nötig machen. Nur so viel: er ist hier stärker und brillanter noch als in ‚Kiss me, Kate!‘, ein effektkundiger Souverän der Szenen, um naive Wirkungen ebensowenig verlegen wie um raffinierte artistische Pointen. Ein Teil der Gags muß sogar, offenbar aus Raum- und Zeitmangel, auf die Zwischenvorhänge ausweichen …
Es gibt keinen Leerlauf in dieser Vorstellung, auch nicht im Ineinandergreifen von Spiel und Tanz (Choreographie: Rosen und Dia Luca) und nicht im raschen Wechsel der Szenen, in der Beweglichkeit der von Walter Hosslin originell bebauten, von ihm und der Kostümbildnerin A. M. Schlesinger großzügig ausgestalteten Bühne.  Dafür gibt es etwas, was man so vollendet hier vermutlich noch nie sah, nämlich phantasievolles, musikalisches Theater von höchster tänzerischer Perfektion mit virtuosem Einsatz aller Prospekte und Maschinen, mit Lichtspielen – mit und ohne Leinwand.“

Herbert Schneiber: Wolkenkratzerträume am Währingergürtel, Die gestrige „Wonderful Town“- Premiere in der Volksoper: ein Abend der 1000 Einfälle und des individuellen Theaters. In: Neuer Kurier, 10. November 1956.

„Der Erfolg war groß und wenn nicht alles täuscht, wird auch dieses Musical einem Publikum, das auf der Bühne gerne die vom Film her gewohnte Vielfalt und Abwechslung sehen möchte, sehr gefallen.“

Karl Löhl: Das vollkommene Musical, Der neue Bombenerfolg: „Wonderful Town“ in der Volksoper. In: Salzburger Nachrichten, 12. November 1956.

Medien / Publikationen

Audio-Aufnahmen

Literatur

Kommentar

2016 schrieb Roman Hinze eine neue Übersetzung, die noch im selben Jahr in der Dresdner Staatsoperette zur Aufführung kam.

Empfohlene Zitierweise

„Wonderful Town“ [Wien]. In: Musicallexikon. Populäres Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum für Populäre Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. https://uni-freiburg.de/musicallexikon/wonderful-town-wien/

Letzte inhaltliche Änderung: 19. Juni 2021.