{"id":1461,"date":"2024-11-08T11:20:14","date_gmt":"2024-11-08T10:20:14","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/?p=1461"},"modified":"2025-06-20T13:24:38","modified_gmt":"2025-06-20T11:24:38","slug":"die-goldberg-variationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/die-goldberg-variationen\/","title":{"rendered":"Die Goldberg-Variationen"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Musical von Stanley Walden nach dem St\u00fcck von George Tabori<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musik und Texte von Stanley Walden<br>Deutsche \u00dcbersetzung von Ursula Gr\u00fctzmacher-Tabori<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inszenierung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urauff\u00fchrung: 26. November 2016&nbsp;<br>Badisches Staatstheater, Karlsruhe, Bundesrepublik Deutschland<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Musikalische Leitung: Clemens Rynkowski<\/li>\n\n\n\n<li>Regie: Christian Brey<\/li>\n\n\n\n<li>Choreographie: Doris Marlis<\/li>\n\n\n\n<li>B\u00fchne und Kost\u00fcme: Anette Hachmann<\/li>\n\n\n\n<li>Licht: Joachim Gr\u00fcssinger<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besetzung:&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Mr. Jay: Sascha Tuxhorn<\/li>\n\n\n\n<li>Goldberg: Jens Koch<\/li>\n\n\n\n<li>Mrs. Mops \/ Teresa \/ Eva \/ Sarah II: Florentine Krafft<\/li>\n\n\n\n<li>Ernestina \/ Goldenes Kalb \/ Raamah \/ Adam \/ Kain\/ Abraham \/ Centurion: Sven Daniel B\u00fchler<\/li>\n\n\n\n<li>Masch \/ Abel \/ Isaak \/ Erster Krimineller: Jannek Petri<\/li>\n\n\n\n<li>Japhet \/ Rauchbombe \/ Die Schlange: Meik van Severen<\/li>\n\n\n\n<li>Sarah I \/ Zweiter Krimineller \/ Mater Dolorosa: Juliane Bischoff<\/li>\n\n\n\n<li>Maria Magdalena: Mona Weiblein<\/li>\n\n\n\n<li>Ensemble \/ Showt\u00e4nzer \/ Tiere \/ Die ersten Menschen \/ Das Volk Israel \/ u.a.: Juliane Bischoff \/ Jeanette Classen \/ Susann Sinnemann \/ Mona Weiblein \/ Vera Weichel \/ Johannes Br\u00fcssau \/ Andreas Decker \/ Christian Miebach<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Premierenchronik<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>D<\/td><td>UA<\/td><td>26. November 2016<\/td><td>Badisches Staatstheater, Karlsruhe<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsangabe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;&#8218;Es werde Licht!&#8216; hei\u00dft &#8218;Scheinwerfer an!&#8216;. In seinem satirischen Meisterwerk erz\u00e4hlt Tabori die Sch\u00f6pfungsgeschichte als Parabel zwischen Wahn und Wirklichkeit. Assistent Goldberg dient dem Theater als treue Seele und erf\u00fcllt jeden Wunsch seines Regisseurs. Ihre neueste Arbeit basiert auf dem Alten und Neuen Testament und soll eine gro\u00dfe Show werden, die mit der Sch\u00f6pfung kom\u00f6dienhaft beginnt und mit der Kreuzigung Jesu tragisch endet. Doch es herrscht Chaos, und so entfaltet sich ein herrlich absurder Witz mit liebevoller Blasphemie.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Homepage des Badischen Staatstheaters Karlsruhe [http:\/\/spielzeit17-18.staatstheater.karlsruhe.de\/programm\/info\/2434\/, aufgerufen am 19. August 2021]<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kritiken<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Witz und Klamauk, Bl\u00f6delei und Tiefsinn liegen in dieser Produktion, die eine vermeintlich mehrfach scheiternde Theaterprobe als Musical pr\u00e4sentiert, dicht beieinander. Inhalt des geprobten Spektakels ist eine bissige Parodie auf die biblische Sch\u00f6pfungsgeschichte und die Christus-Passion, was \u2013 eben wegen des Probencharakters \u2013&nbsp; Pointen und Gags wie am Flie\u00dfband kreiert. Christian Breys Inszenierung \u00fcberdehnt allerdings den Spa\u00df: Wenn zum Beispiel Regieassistent Goldberg im Skript eine Szene sucht und nach endlosem Bl\u00e4ttern, das gef\u00fchlte zehn Minuten dauert, in denen nichts passiert, sein Textbuch umdreht und mit Aha-Effekt die Stelle endlich findet, ist das kein lustiger Lacher, sondern langweilig. Allerhand Ausstattungsscherze (B\u00fchne und Kost\u00fcme Anette Hachmann) verst\u00e4rken Ulk und Klamauk. Da sind auch chorisch singende Revue-Girls, die in einem Musical nicht fehlen d\u00fcrfen. Sie tanzen in glitzernden Goldf\u00e4dchen-Kost\u00fcmen mit erotisch flunkerndem Charme (Choreografie Doris Marlis).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[&#8230;] Musikeinspielungen hatte schon Tabori vorgegeben \u2013 nat\u00fcrlich von Johann Sebastian Bach, der die 30 Variationen f\u00fcr seinen Sch\u00fcler Johann Theophilus Goldberg schrieb, aber auch die \u201eCarmen\u201c-Ouvert\u00fcre und sogar \u201eHell&#8217;s Angels-Musik\u201c in der 9.Szene. Die Musical-Fassung Waldens bietet zus\u00e4tzlich englischsprachige Songs, steuert Ger\u00e4uschkulissen bei und sorgt mit Blues-, Soul- und Rock-Elementen f\u00fcr einen wirkungsm\u00e4chtigen Sound, der allerdings im Kleinen Haus des Badi-schen Staatstheaters mehrfach \u00fcbersteuert wird, so dass nur noch vokaler und instrumentaler L\u00e4rm zu h\u00f6ren sind. Daf\u00fcr k\u00f6nnen die S\u00e4nger und die von Clemens Rynkowski schwungvoll geleitete sechsk\u00f6pfige Band nichts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Irgendwann wird plakativ auf eine B\u00fchnenwand Nietzsches nihilistisches Diktum projiziert: \u201eGott ist tot\u201c. Der verbl\u00fcffende Widerspruch lautet: \u201eNietzsche ist tot\u201c. Ein Augenblick, der \u201eDie Goldberg-Variationen\u201c mit kom\u00f6diantischem Ernst akzentuiert.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eckehard Uhlig: \u00dcberdrehte Satire. Stanley Walden: Die Goldberg-Variationen. In: Die Deutsche B\u00fchne, 26. November 2016.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Der heute 84-j\u00e4hrige Stanley Walden war 1969 einer der drei Komponisten der Avantgarde-Nacktrevue &#8218;Oh! Calcutta!&#8216;, die sich hartn\u00e4ckig auf der Liste der meistgespielten Broadway-Werke h\u00e4lt. Sehr viel sp\u00e4ter schrieb er &#8218;Cafe Mitte&#8216; f\u00fcrs Berliner Grips-Theater und war ma\u00dfgeblich am Aufbau des Musical-Studiengangs an der Berliner Hochschule der K\u00fcnste beteiligt. Walden hat die Schauspielmusik f\u00fcr unz\u00e4hlige Tabori-St\u00fccke geschrieben, was ihn wohl qualifizierte, eines der ber\u00fchmtesten davon zum Musical zu machen &#8211; oder vielleicht besser: mit Musik zu illustrieren, denn die Songs wirken manchmal eher beil\u00e4ufig, nicht wie emotionale und intellektuelle Knotenpunkte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die episodenhafte Handlung st\u00e4ndig zwischen der nachgespielten Sch\u00f6pfungsgeschichte und den Befindlichkeiten des Theaters hin- und herspringt, macht Waldens Musikstil keinen Unterschied zwischen den beiden Sph\u00e4ren; vieles entspricht einem nostalgischen Musicalbegriff, klingt nach einem gem\u00fctlichen Broadway-Jazz der 60er, 70er-Jahre.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Angela Reinhardt: Die Goldberg-Variationen. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 183, Februar\/M\u00e4rz 2017, Seite 38.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Da ist sofort Atmosph\u00e4re im Raum, und die sp\u00e4ter noch in zahlreichen anderen Rollen brillierende Schauspielerin Florentine Krafft setzt als singend sinnierende Mopps-Putze mit einer virtuos groovenden Blues-Stimme ein. Leider gelingt danach nicht mehr alles so verhei\u00dfungsvoll. Dabei ist die sechsk\u00f6pfige Band, die hier unter Clemens Rynkowskis Leitung fast zwei Dutzend Instrumente spielt und mitunter einen Orchestersound zaubert, ganz fabelhaft. In den Choreografien von Doris Marlis singen und tanzen die acht Schauspieler\/-innen plus noch mal acht freien T\u00e4nzer zudem gut. Doch entwickelt Christian Breys Personenregie in den aufwendig variantenreichen B\u00fchnen- und Kost\u00fcmbildern von Anette Hachmann \u00fcber den \u00e4u\u00dferen Rahmen hinaus wenig Sinn f\u00fcr den taborisch tieferen dramatischen Zusammenhang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[&#8230;] Am Premierenende gab\u2019s f\u00fcr alle Ovationen. Das l\u00e4sst ahnen, was aus Tabori-Waldens &#8218;Goldberg&#8216;-Musical noch werden k\u00f6nnte. Es hei\u00dft, Berlins Komische Oper hat Interesse. Eine weitere Verhei\u00dfung.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Peter von Becker: Endlich wieder Licht. Stanley Waldens Musical-Adaption der \u201eGoldberg-Variationen\u201c. In: Der Tagesspiegel, Berlin, 5. Dezember 2016.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Medien \/ Publikationen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Literatur<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>George Tabori: <em>Die Goldberg-Variationen.<\/em> Deutsche \u00dcbersetzung von Ursula Gr\u00fctzmacher-Tabori. Ebook, Kiepenheuer-medien.de, 2020.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Zitierweise<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die Goldberg-Variationen&#8220;. In: Musicallexikon. Popul\u00e4res Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg. https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/die-goldberg-variationen\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte inhaltliche \u00c4nderung: 19. August 2021.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musical von Stanley Walden nach dem St\u00fcck von George Tabori Musik und Texte von Stanley WaldenDeutsche \u00dcbersetzung von Ursula Gr\u00fctzmacher-Tabori Inszenierung Urauff\u00fchrung: 26. November 2016&nbsp;Badisches Staatstheater, Karlsruhe, Bundesrepublik Deutschland Besetzung:&nbsp;&nbsp; Premierenchronik D UA 26. November 2016 Badisches Staatstheater, Karlsruhe Inhaltsangabe &#8222;&#8218;Es werde Licht!&#8216; hei\u00dft &#8218;Scheinwerfer an!&#8216;. 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