{"id":1674,"date":"2024-11-08T18:37:48","date_gmt":"2024-11-08T17:37:48","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/?p=1674"},"modified":"2024-11-14T14:44:17","modified_gmt":"2024-11-14T13:44:17","slug":"don-camillo-und-peppone-st-gallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/don-camillo-und-peppone-st-gallen\/","title":{"rendered":"Don Camillo &amp; Peppone [St. Gallen]"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Musical<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musik von Dario Farina<br>Text von Michael Kunze<br>nach den Kurzgeschichten des Autors Giovannino Guareschi<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inszenierung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urauff\u00fchrung: 30. April 2016&nbsp;&nbsp;<br>Theater, St. Gallen, Schweiz<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Musikalische Leitung und Orchestrierung: Koen Schoots<\/li>\n\n\n\n<li>Regie: Andreas Gergen<\/li>\n\n\n\n<li>Choreografie: Dennis Callahan<\/li>\n\n\n\n<li>Kost\u00fcme: Yan Tax<\/li>\n\n\n\n<li>B\u00fchnenbild: Peter J. Davison<\/li>\n\n\n\n<li>Puppendesign: Stefan Fischer<\/li>\n\n\n\n<li>Licht-Design: Michael Grundner<\/li>\n\n\n\n<li>Puppenbauer\/Puppentrainer: Stefan Fichert<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besetzung:&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die alte Gina, Erz\u00e4hlerin: Maya Hakvoort \/ Barbara Tartaglia<\/li>\n\n\n\n<li>Don Camillo: Andreas Lichtenberger \/ Thorsten Tinney<\/li>\n\n\n\n<li>Peppone: Frank Winkels \/ Andr\u00e9 Bauer<\/li>\n\n\n\n<li>Gina: Jaqueline Reinhold \/ Franziska Kemna<\/li>\n\n\n\n<li>Mariolino: Kurosch Abbasi \/ Marco Toth<\/li>\n\n\n\n<li>Filotti, Ginas Vater: Reinhard Brussmann<\/li>\n\n\n\n<li>Nonno, Ginas Gro\u00dfvater: Walter Andreas M\u00fcller<\/li>\n\n\n\n<li>Brusco, Mariolios Vater: Thorsten Tinney \/ Dean Welterlen<\/li>\n\n\n\n<li>Laura Castelli, Lehrerin: Femke Soetenga \/ Gabriela Ryffel<\/li>\n\n\n\n<li>Maria, Ginas Mutter: Patricia Hodell<\/li>\n\n\n\n<li>Cecilia: Marja Hennicke<\/li>\n\n\n\n<li>Dottore: Dean Welterlen<\/li>\n\n\n\n<li>Stimme des Gewissens \/ Jesus: Marlon Wehmeier<\/li>\n\n\n\n<li>Oberschulrat: Florian Fetterle<\/li>\n\n\n\n<li>Polini Artemio: Michael Souschek<\/li>\n\n\n\n<li>Ensemble: Colleen Besett \/ Anna-Carina Buchegger \/ Arthur B\u00fcscher \/ St\u00e9phanie Signer \/ Wolfgang Postlbauer \/ Matthias Trattner \/ Marlon Wehmeier<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Premierenchronik<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>CH<\/td><td>UA<\/td><td>30. April 2016<\/td><td>Theater, St. Gallen<\/td><\/tr><tr><td>A<\/td><td>\u00d6EA<\/td><td>27. Januar 2017<\/td><td>Ronacher, Wien<\/td><\/tr><tr><td>D<\/td><td>DEA<\/td><td>21. Juni 2019<\/td><td>Freilichtspiele, Tecklenburg<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsangabe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Don Camillo, der Pfarrer von Boscaccio, ist entsetzt. Vorwurfsvoll blickt er zum Kruzifix empor. &#8218;Wer z\u00e4hlt die Stimmen aus Jesus? Peppone ist nicht zu trauen.&#8216; Jesus antwortet, so sei nun mal die Demokratie, schlie\u00dflich h\u00e4tten die Armen Gr\u00fcnde genug, einen kommunistischen B\u00fcrgermeister zu w\u00e4hlen.&nbsp;So beginnt das heitere Musical \u00fcber den Pfarrer Don Camillo und seinen Gegenspieler Peppone, den neuen B\u00fcrgermeister von Boscaccio. Der 2. Weltkrieg ist vorbei, wir befinden uns in einem Dorf in der norditalienischen Poebene. In dem scheinbar verschlafenen Nest wird ein Streit ausgetragen zwischen den tradierten Werten und den Idealen einer sozialen&nbsp;Revolution.<br>Nicht einmal Jesus kann den aufgebrachten Pfarrer bes\u00e4nftigen. Im zur\u00fcckliegenden Krieg hat er, anders als andere Kleriker, als Partisan gegen die Faschisten gek\u00e4mpft. Jetzt wird er Peppone und seine Genossen bek\u00e4mpfen. Notfalls mit dem Gewehr, das er in der Sakristei versteckt hat.<br>Der neue B\u00fcrgermeister ist f\u00fcr Don Camillo kein Unbekannter. Im Widerstand gegen die \u00fcberwundene Diktatur stand er sogar an seiner Seite. Doch Peppones politische Richtung lehnt er entschieden ab. \u00c4hnlich entschieden ist die Haltung seines Gegners. Peppone h\u00e4lt sich f\u00fcr den Repr\u00e4sentanten einer neuen, besseren Zeit. Er k\u00e4mpft f\u00fcr eine bessere Welt, auch wenn die Schlagworte der kommunistischen Partei sich im Wortschatz dieses einfachen Mannes seltsam ausnehmen. Die Kirche betrachtet er als finstere Macht, die den Fortschritt aufh\u00e4lt.<br>So treten sie gegeneinander an: listenreich und wortgewandt der eine, sturk\u00f6pfig und unnachgiebig der andere. Auf der Seite Don Camillos stehen die reichen Gutsbesitzer und konservativen Kirchg\u00e4nger, hinter Peppone die armen Lohnarbeiter und die fortschrittliche Intelligenz. Die einen verachten die anderen, und nicht selten wird aus Verachtung blanker&nbsp;Hass.<br>Solange es nur um Worte, Ideen und Anspr\u00fcche geht, sorgt der Streit nur f\u00fcr Unfrieden im Ort. Doch eine verheerende \u00dcberschwemmung macht deutlich, dass man im Notfall aufeinander angewiesen ist. Und als bald darauf ein Streik den gesamten Viehbestand zu vernichten droht, erkennen Don Camillo und Peppone, dass die bedingungslose Konfrontation das Dorf ins Elend st\u00fcrzen wird.&nbsp;Zum wirklichen Umdenken f\u00fchrt aber erst ein junges Liebespaar. Gina, die Tochter des Grundbesitzers Filotti, liebt Mariolino, den Sohn des armen Brusco. Es ist die klassische Romeo-und-Julia-Geschichte: Zwei verfeindete Familien versuchen mit allen Mitteln die Verbindung ihrer Kinder zu verhindern. Man wei\u00df, wie das bei Shakespeare endet. Auch in&nbsp;diesem Fall sehen die Liebenden keinen anderen Ausweg, als den gemeinsamen Tod. Zum Gl\u00fcck erfahren Don Camillo und Peppone rechtzeitig, dass die beiden ins Wasser gehen wollen. Sie alarmieren die Bewohner des Orts, und gemeinsam sp\u00fcrt die Dorfgemeinschaft im allerletzten Moment das verzweifelte Paar auf. Der Schock f\u00fchrt zur Einsicht. Weder Don Camillo noch Peppone wird Boscaccio je ganz geh\u00f6ren. Statt einander zu bek\u00e4mpfen, wird man sich wohl verst\u00e4ndigen und einander ertragen m\u00fcssen.<br>Die Hochzeit von Gina und Mariolino beendet nicht allen Streit im Dorf. Aber sie wird ein Fest der Toleranz, das die Bewohner gemeinsam feiern.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(Inhaltsangabe Theater St. Gallen, 2016)<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kritiken<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Peter J. Davison l\u00e4sst in seinem aufwendigen B\u00fchnenbild dieses Dorf im Theater St. Gallen entstehen. Zweigeschossige H\u00e4user, von denen der Putz abbr\u00f6ckelt, ums\u00e4umen den Dorfplatz, in dessen Mitte ein von einem Bauzaun verdeckter Brunnen steht. In den schnell wechselnden Szenen kann der Brunnen vom Ensemble von der B\u00fchne gefahren werden und durch den ebenso beweglichen Glockenstuhl der Kirche, Kirchenb\u00e4nke oder Schultische sowie St\u00fchle, Schultafel ersetzt werden. Weitere bewegliche B\u00fchnenelemente sind das gro\u00dfe Kirchentor sowie ein mit Stacheldraht bewehrter Metallzaun, der die B\u00fchne teilt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[&#8230;] Auf der ersten Etage eines der H\u00e4user finden die vierzehn Musiker (Gitarre, Bass, Keyboard, Percussion, Drums, Violoncello, Bl\u00e4ser) der &#8218;Don Camillo &amp; Peppone&#8216;-Band unter der Leitung von Robert Paul Platz. Die ausgezeichneten Musiker scheuen sich nicht, ab und zu schr\u00e4ge T\u00f6ne zu spielen, da Dario Farina in seiner stimmungsvollen Musik verschiedenen Stile verwendet. So sind neben Popmusik, Elemente aus der klassischen italienischen Opernmusik und Banda &#8211; italienische Blasmusik, die auf Dorffesten von einem Laienorchester gespielt wird &#8211; zu h\u00f6ren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr das fast vollst\u00e4ndig durchkomponierte Musical erarbeitete Michael Kunze die dramatischen und heiteren Liedtexte, in denen er die Protagonisten ihre Geschichte erz\u00e4hlen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[&#8230;] Bravo! dem gesamten Team und Ensemble f\u00fcr die eindr\u00fcckliche, temporeiche, pointierte Urauff\u00fchrung unter der sorgf\u00e4ltigen, ideenreichen, detallierten Regie von Andreas Gergen. Zu Recht riss es das Premierenpublikum im Finale von den St\u00fchlen, um die letzten Momente des sehr empfehlenswerten Musicals mit Jubel und Standing Ovations zu w\u00fcrdigen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Martina Friedrich: Aspetta! &#8211; na, warte! Urauff\u00fchrung &#8222;Don Camillo &amp; Peppone&#8220; am Theater St. Gallen. In: blickpunkt musical, Ausgabe 82, Nr. 03\/2016, Mai &#8211; Juli 2016, Seite 6-9.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Michael Kunze hat diese Kurzgeschichten, die in kom\u00f6diantischer Form von der Dauerfehde zwischen dem handfesten Geistlichen Don Camillo und dem kommunistischen B\u00fcrgermeister Peppone berichten, nun f\u00fcr die Musicalb\u00fchne adaptiert. F\u00fcr eine Urauff\u00fchrung ein ungew\u00f6hnlicher Stoff, hat er doch schon reichlich Patina angesetzt. Angesiedelt in der postfaschistischen Nachkriegs\u00e4ra, funktionierten die kleinen Episoden seinerzeit als augenzwinkernde Parabel auf den kalten Krieg, heruntergebrochen auf eine kleine heile Welt. [&#8230;] Kunze m\u00f6chte daher seine B\u00fchnenfassung von &#8218;Il mondo picolo&#8216; auch als Allegorie auf die heutigen Konfliktherde um radikalisierte Ideologien verstanden wissen. Um den Transfer auf diese neue Sichtweise anschaulich zu vermitteln, hat Kunze in Gestalt der alten Gina eine Erz\u00e4hlerinnenfigur geschaffen, die vom heutigen Standpunkt aus \u00fcber die Geschehnisse von damals berichtet<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[&#8230;] Eine weitere Herausforderung, die der Stoff hinsichtlich seiner Aufbereitung f\u00fcr die B\u00fchne darstellt, ist der Umstand, dass es sich bei ihm in seinem literarischen Ursprung um eine Episodensammlung handelt, er also keine durchgehende Erz\u00e4hllinie mitbringt. Kunze greift f\u00fcr seine Adaption auf einige der bekanntesten Geschichten zur\u00fcck.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Markus Zeller: Don Camillo &amp; Peppone. Kann Kunze komisch? In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 179, Juni\/Juli 2016, Seite 4-7.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Medien \/ Publikationen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Audio-Aufnahmen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Don Camillo &amp; Peppone&#8220;. Live-Mitschnitt Ronacher, Wien, 2017. (2xCD)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Literatur<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Giovannino Guareschi: <em>Don Camillo &amp; Peppone<\/em>. Roman, \u00dcbersetzung von Alfons Dalma, Reinbek: Rowohlt 1957.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Zitierweise<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Don Camillo &amp; Peppone [St. Gallen]&#8220;. In: Musicallexikon. Popul\u00e4res Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg. https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/don-camillo-und-peppone-st-gallen\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte inhaltliche \u00c4nderung: 4. April 2024.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musical Musik von Dario FarinaText von Michael Kunzenach den Kurzgeschichten des Autors Giovannino Guareschi Inszenierung Urauff\u00fchrung: 30. April 2016&nbsp;&nbsp;Theater, St. Gallen, Schweiz Besetzung:&nbsp;&nbsp; Premierenchronik CH UA 30. April 2016 Theater, St. Gallen A \u00d6EA 27. Januar 2017 Ronacher, Wien D DEA 21. 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