{"id":2477,"date":"2024-11-15T11:35:31","date_gmt":"2024-11-15T10:35:31","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/?p=2477"},"modified":"2024-11-15T11:35:31","modified_gmt":"2024-11-15T10:35:31","slug":"fanny-hill-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/fanny-hill-wien\/","title":{"rendered":"Fanny Hill [Wien]"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Musical<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Buch und Texte von G\u00fcnther Schwenn<br>Nach dem Roman von John Cleland<br>Musik von Paul Kuhn<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inszenierung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6sterreichische Erstauff\u00fchrung: 25. Januar 1974\u00a0\u00a0<br>Raimund-Theater Wien, \u00d6sterreich<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Regie: G\u00fcnter K\u00f6nemann<\/li>\n\n\n\n<li>Choreografie: Bedrich F\u00fcsseger<\/li>\n\n\n\n<li>Choreographische Assistenz: Vera Avratova<\/li>\n\n\n\n<li>Musikalische Leitung: Herbert Mogg \/ Franz Wagner<\/li>\n\n\n\n<li>B\u00fchnenbild: Herbert Bayer<\/li>\n\n\n\n<li>Kost\u00fcme: Eva Maria Schr\u00f6der<\/li>\n\n\n\n<li>Choreinstudierung: Franz Wagner<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besetzung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Fanny Hill: Doris Bierett \/ Freia Lahn<\/li>\n\n\n\n<li>Charlie: Erhard Pauer<\/li>\n\n\n\n<li>Reginald: Rudolf Otahal \/ Carl G\u00fcnther<\/li>\n\n\n\n<li>Mr. Heggarth: Ferenc Bajor<\/li>\n\n\n\n<li>Sir Edward: Peter Janisch<\/li>\n\n\n\n<li>Phoebe: Birke Bruck \/ Hilde Walter<\/li>\n\n\n\n<li>Jack, ein Gauner: Manfred Hoffmann<\/li>\n\n\n\n<li>Mac, ein Gauner: Gottfried Nowak<\/li>\n\n\n\n<li>Mrs. Brown vom TROCKENDOCK: Inge Karsten<\/li>\n\n\n\n<li>Mrs. Call: Wanda kobierska<\/li>\n\n\n\n<li>Esther: Edith Molikl<\/li>\n\n\n\n<li>Mrs. Smith: Julia Drapal<\/li>\n\n\n\n<li>Der General vom BLAUEN STERN: Hans-Peter Krasa \/ Rolf Hobiger<\/li>\n\n\n\n<li>Der S\u00e4nger Alfredo: Peter Walter-Gen\u00e9e<\/li>\n\n\n\n<li>Mary-Ann: Mara Marlow<\/li>\n\n\n\n<li>Die Zimmerwirtin Mrs. Jones: Richarda Rosner<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Schneider: Jan Valchar<\/li>\n\n\n\n<li>Der Matrose James: Henryk Schubert<\/li>\n\n\n\n<li>Der Schlo\u00dfverwalter George: Adolf B\u00f6hmer<\/li>\n\n\n\n<li>Konstabler: Martin Obernigg<\/li>\n\n\n\n<li>Ein Matrose: Richard Lilly<\/li>\n\n\n\n<li>M\u00f6beltr\u00e4ger: Louis Essl \/ Heinz Roland<\/li>\n\n\n\n<li>Es tanzt das Ballett des Raimundtheaters; es singt der Chor des Raimundtheaters; es spielt das Orchester des Raimundtheaters<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Premierenchronik<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>D<\/td><td>UA<\/td><td>7. Oktober 1972<\/td><td>Musiktheater im Revier, Gelsenkirchen<\/td><\/tr><tr><td>FIN<\/td><td>EA<\/td><td>31. Oktober 1973<\/td><td>Genossenschaftstheater Kuopio, Helsinki<\/td><\/tr><tr><td>A<\/td><td>EA<\/td><td>25. Januar 1974<\/td><td>Raimund Theater, Wien<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsangabe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;An einem unhistorischen Septembermorgen erschien, so nett und sauber geputz wie es ihre l\u00e4ndliche Kleidung erlaubte, Jungfer Fanny Hill im Vermittlungs-Comptoir der Mrs. Smith. Ihr Anliegen vorzutragen, oder besser vorzustammeln, fand sie bald Gelegenheit: Der &#8218;Poet&#8216; Reginald, der im B\u00fcro die Dienste eines Kanzlisten versah, h\u00f6rte sie an und versprach ihr, von ihrem ungeschminkten Wesen symphatisch ber\u00fchrt, zu helfen. Beide Gespr\u00e4che wurde unterbrochen durch den Eintritt des Handelsherren Heggarth, dessen Wohlgefallen Fanny auf den ersten Blick erregte. Kaum hatte er den Raum verlassen, um eine ihm empfohlene K\u00f6chin in Augenschein zu nehmen, trat Mrs. Brown ein, die Inhaberin des &#8218;Trockendocks&#8216;, einer Gastwirtschaft in Hafenn\u00e4he, von der man sagt, schon in Singapur w\u00fcrde man gewarnt vor ihr. Mrs. Brown musterte Fanny vom Kopf bis zu den F\u00fc\u00dfen und, \u00fcberzeugt ein geeignetes neues Schankm\u00e4dchen gefunden zu haben, steckte sie ihr den Handschilling zu und zog sie mit sich vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend vor dem Eingang zum &#8218;Trockendock&#8216; Mac und Jack, zwei hilfsbereite Herren, B\u00fcrger und Matrosen zum Besuch des Lokals animierten und der General vom &#8222;Blauen Stern&#8220; mit seinen Br\u00fcdern und Schwestern sich die Rettungen gestrauchelter Seelen angelegen sein lie\u00df, oblag Fanny eifrig ihren Hantierungen an der Theke, von Mrs. Brown vor Verf\u00fchrung und Laster in der Absicht bewahrt, den &#8218;Goldfisch&#8216; Fanny an einen nicht mit Abl\u00f6segeld geizenden Kavalier zu versilbern. Ihre Erwartung schien sich zu erf\u00fcllen: von Heggarth beauftragt erschien Mrs. Smith, um f\u00fcr ihn Fanny zu erhandeln. Der sie begleitende &#8218;Poet&#8216; Reginald nutzte das Wiedersehen mit Fanny, ihr ein kleines B\u00fcchlein mit dem Rat zu \u00fcberreichen, sie m\u00f6ge alles, was an tiefen Erlebnissen ihr widerfahre, seinen Seiten anvertrauen. Mrs. Smith&#8217;s Handel h\u00e4tte schnell seinen Abschlu\u00df gefunden, w\u00e4re nicht mit anderen Kadetten des Schulschiffes &#8218;Britannia&#8216; ein J\u00fcngling, schlank und wohlgebaut, ins &#8218;Trockendock&#8216; gekommen: Charlie. Als seine Blicke denen Fannys begegneten, entbrannten beide in Liebe zueinander. Charlies Aufforderung, mit ihm zu fliehen, gab Fanny die ihr vom Herzen diktierte Antwort und beide verlie\u00dfen eilig das &#8218;Trockendock&#8216; durch ein Kellerfenster.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem gro\u00dfen Himmelbett genossen sie die s\u00fc\u00dfen Taumel und schmelzenden Entz\u00fcckungen ihrer Liebe. Aber die Grausamkeit des Schicksals hielt nicht ein vor dem Kissenparadies und trennte die beiden. Mr. Heggarth hatte Fanny&#8217;s Aufenthalt ausgekundschaftet und konnte, beg\u00fcnstigt von der Zimmerwirtin Jones, die Beseitigung Charlies durchf\u00fchren lassen: der als Polizist verkleidete Jack wurde zu ihm gesandt mit der Order, Charlie sofort an Bord der &#8218;Britannia&#8216; zu bringen. Charlie, dem strengstes Stillschweigen \u00fcber die schnelle Abberufung gegen\u00fcber Fanny anbefohlen wurde, mu\u00dfte gehorchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn auch Heggarths erster Versuch, die verlassene Fanny f\u00fcr sich zu gewinnen, scheiterte, so erf\u00fcllten sich doch bald seine Hoffnungen: Vom Idol ihres Herzens getrennt, mittellos in Kummer und Verzweiflung gest\u00fcrzt, blieb ihr endlich nichts anderes \u00fcbrig, als sich Heggarth anzuvertrauen. Alle Requisiten des Putzes und der Eitelkeit kamen f\u00fcr Fanny, Heggarths erkl\u00e4rter Maitresse, ins Haus und wurden von ihr angenommen. Aber obwohl der erfahrene und vitale Mann ihren K\u00f6rper immer wieder zu entflammen wu\u00dfte, dachte sie allzeit an Charlie, von dem keine Kunde sie erreichte. Reginald, der mittlerweile in der &#8218;Akademie&#8216;, einem Etablissement, das wohlhabenden Kavalieren jede Art woll\u00fcstiger Gen\u00fcsse erm\u00f6glichte, Zeremonienmeister geworden war, gab Fanny Unterricht in Anstandslehre. Er vers\u00e4umte dabei nicht, ihre Tagebucheintragungen zu pr\u00fcfen, die er poetisch zu verwerten gedachte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fanny Leben flo\u00df ohne wichtige Begebenheiten dahin, bis sie eines Tages, kurz nachdem sie Sir Edward, den gro\u00dfen Kontrahenten Haggarths kennengelernt und in diesem f\u00fcr sich Symphatie erweckt hatte, durch Zufall ein Gesp\u00e4ch Heggarths mit Mac und Jack belauschte, das ihr Heggarths sch\u00e4ndliches Spiel bei Charlies pl\u00f6tzlichem Verschwinden offenbarte. Die Ursache des Gespr\u00e4ches wurde ihr von Heggarth allzubald klargemacht: Mac und Jack waren mit der amtlichen Nachricht gekommen, die &#8218;Britannia&#8216; sei im Sturm gesunken, Charlie sei tot. Fanny mu\u00dfte nun in Heggarth den Hauptschuldigen am Tode ihres Geliebten sehen. Ihr Entschlu\u00df, der Rache bitterer S\u00fc\u00dfe ihr Herz zu \u00f6ffnen, stand fest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Sir Edward und dem getreuen Reginald unterst\u00fctzt, konnte sie bald ausf\u00fchren, was sie geplant hatte. An Heggarths f\u00fcnfzigstem Geburtstag, gerade als er mit Fanny und einigen Gesch\u00e4ftsfreunden einen fr\u00f6hlichen Wett- und Bettstreit er\u00f6ffnen wollte, erschien ein Konstabler, ihn zu verhaften. Als diejenige, die seinen Opiumschmuggel der Obrigkeit kundgetan und die Verhaftung arrangiert hatte, gab sich Fanny triumphierend zu erkennen. Von Heggarth befreit, beschlo\u00df sie, ihren Weg allein zu gehen und im feinsten Haus der Stadt ihre Jugend und Sch\u00f6nheit k\u00e4uflich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der von Mrs. Call geleiteten und mit jedem Artikel der Bequemlichkeit und des Luxus ausgestatteten &#8218;Akademie&#8216; wurde Fanny bald innerhalb einer h\u00e4uslichen Herde sch\u00f6ner M\u00e4dchen der Stolz des Instituts und Star kultivierter Liebesfeste, zu deren G\u00e4sten neben dem Protektor der &#8218;Akademie&#8216;, Sir Edward, auch Mr. Heggarth z\u00e4hlte, der nur kurze Zeit seine Freiheit entbehrt hatte. Auf einer solchen Lustbarkeit, in die der auf Rettung gestrauchelter Seelen bedachte General vom &#8218;Blauen Stern&#8216; hineingeriet, kam Fanny die Idee sich zu Gunsten der Seelenretter versteigern zu lassen. Die Versteigerung endete f\u00fcr den &#8218;Blauen Stern&#8216; mit einer Summe, die den Bau eines Heimes erm\u00f6glichte, und f\u00fcr Fanny mit Sir Edwards Heiratsantrag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die mit dem vereinnahmten Geld gef\u00fcllte Vase allerdings w\u00e4re um ein Haar abhanden gekommen. Von Mrs. Call war der Schatz Phoebe, einer Fanny schon vom &#8218;Trockendock&#8216; her bekannten Liebesverk\u00e4uferin anvertraut worden. Selbige versuchte im Bunde mit Mac und Jack sich seiner zu bem\u00e4chtigen, und nur die Tatsache, da\u00df das Wunder des so pl\u00f6tzlich erlangten Reichtums den dreien die Nerven zu sehr strapazierte, und das rechtzeitige Erscheinen eines Konstablers erm\u00f6glichten, da\u00df der Hort f\u00fcr seinen edlen Zweck erhalten blieb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sir Edward erlebte die beschlossene Verm\u00e4hlung mit Fanny nicht. Das Testament, das er vor seinem Ableben unterzeichnete, bestimmte sie zur einzigen Erbin. Wohlhabend und geehrt begann Fanny von den B\u00e4umen des Schlo\u00dfparks beschattet, zu lernen einsam zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im stolzen Bewu\u00dftsein nicht umsonst geliebt zu haben, konnte sie an der Grundsteinlegung des Heims f\u00fcr gestrauchelte Seelen teilnehmen. Der Tag brachte zwei \u00dcberraschungen f\u00fcr sie: Reginald \u00fcberreichte ihr die Erstausgabe der &#8218;Memoiren der Fanny Hill&#8216;, von ihm in k\u00fcnstlerische Form gebracht. Und der totgeglaubte, aber den Meerst\u00fcrmen entronnene Charlie eilte auf Fanny zu, mit ihr einig in dem Entschlu\u00df eine Ehe zu f\u00fchren, die keine Alltagsehe zu werden versprach.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(aus dem Programmheft der Urauff\u00fchrung)<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Medien \/ Publikationen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Audio-Aufnahmen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Single 7&#8220;, Metronome, Marlene Charell \/ Orchester Paul Kuhn A: Wer bietet mehr \/ B: Ich geh&#8216; meinen Weg allein<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Literatur<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>John Cleland: <em>Fanny Hill, Memoiren eines Freudenm\u00e4dchens<\/em>. G\u00fctersloh: Bertelsmann (o.J.).\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Zitierweise<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Fanny Hill&#8220; [Wien]. In: Musicallexikon. Popul\u00e4res Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg. https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/fanny-hill-wien\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte inhaltliche \u00c4nderung: 27. Februar 2020.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musical Buch und Texte von G\u00fcnther SchwennNach dem Roman von John ClelandMusik von Paul Kuhn Inszenierung \u00d6sterreichische Erstauff\u00fchrung: 25. 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