{"id":2582,"date":"2024-11-15T13:25:19","date_gmt":"2024-11-15T12:25:19","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/?p=2582"},"modified":"2025-06-20T14:16:20","modified_gmt":"2025-06-20T12:16:20","slug":"freier-wind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/freier-wind\/","title":{"rendered":"Freier Wind (Vol&#8217;nyy veter)"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Operette in drei Akten<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musik von Isaak Dunajewski<br>Text von Viktor Winnikow, Vladimir Kracht und Victor Tipot<br>Deutsche \u00dcbersetzung von Alice Wagner und Heinrich M\u00f6ller<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inszenierung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschsprachige Erstauff\u00fchrung: 23. April 1953&nbsp;<br>Volkstheater Rostock, DDR<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Musikalische Leitung: Wenzel Preis<\/li>\n\n\n\n<li>Regie: Richard Stamm<\/li>\n\n\n\n<li>B\u00fchnenbild: Rudi Lisske<\/li>\n\n\n\n<li>Choreographie: Inka Unverzagt<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besetzung:&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Klementina Maritsch, Seemannswitwe: Gerda L\u00fcders<\/li>\n\n\n\n<li>Stella, ihre Tochter: Eleonore Maria Koch<\/li>\n\n\n\n<li>Pepita, Kellnerin in der Hafenkneipe &#8222;Zum siebenten Himmel&#8220;:<\/li>\n\n\n\n<li>Monna, Kellnerin in der Hafenkneipe &#8222;Zum siebenten Himmel&#8220;:<\/li>\n\n\n\n<li>Berta, Kellnerin in der Hafenkneipe &#8222;Zum siebenten Himmel&#8220;:<\/li>\n\n\n\n<li>Janko, Matrose: Richard Stamm<\/li>\n\n\n\n<li>Philipp, Matrose: Paul Henkels<\/li>\n\n\n\n<li>Thomas, Matrose: Kurt B\u00f6ttger<\/li>\n\n\n\n<li>C\u00e4sar Gall, ein alter Schauspieler: Johannes Zech<\/li>\n\n\n\n<li>Der Wirt der Kneipe &#8222;Zum siebenten Himmel&#8220;:&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li>Georg Stan, Verwalter in einer Reederei:<\/li>\n\n\n\n<li>Michas Pantschitsch, sein Neffe, genannt Micky: Heinz Schickel<\/li>\n\n\n\n<li>Regina de Saint-Cloud, Mickys Braut: Inge Rietschel<\/li>\n\n\n\n<li>Mister Chesterfield, ein &#8222;Privatmann&#8220;:<\/li>\n\n\n\n<li>Ein\u00e4ugiger:<\/li>\n\n\n\n<li>Polizeiinspektor:<\/li>\n\n\n\n<li>Polizeisergeant:<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Premierenchronik<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>UdSSR<\/td><td>UA<\/td><td>29. August 1949<\/td><td>Operettentheater, Moskau<\/td><\/tr><tr><td>DDR<\/td><td>Dspr. EA<\/td><td>23. April 1953<\/td><td>Volkstheater, Rostock \/ Theater Nordhausen<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsangabe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Handlung ist angesiedelt in der seinerzeitigen Gegenwart, also kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in einer Hafenstadt am Mittelmeer. Die Witwe Klementina lebt mit ihrer Tochter Stella in bescheidenen Verh\u00e4ltnissen. Daher ist sie zun\u00e4chst hocherfreut, als der reiche Reedereiverwalter Stan um die Hand ihrer Tochter Stella bittet. Diese ist jedoch an Stan nicht interessiert, denn sie liebt den Matrosen Janko.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Hafenkneipe versammeln sich die Matrosen der Stadt, die in K\u00fcrze auf gro\u00dfe Fahrt gehen werden. Alle sprechen von dem Partisanen Stefan, der allgemein als Volksheld gefeiert, von der Polizei jedoch als Verbrecher gesucht wird. Stella und Janko, die sich unter den Anwesenden befinden, verloben sich. Der junge Matrose gibt sich seiner Braut als der gesuchte Partisan zu erkennen. Stan, der Jankos wahre Identit\u00e4t in Erfahrung gebracht hat, erpresst Stella: Entweder sie heiratet ihn, oder er verr\u00e4t der Polizei Jankos Geheimnis. Um ihren Janko zu sch\u00fctzen, ist Stella bereit, den verhassten Stan zu heiraten. Mickey, Stans Neffe, ist \u00fcber die Machenschaften seines Onkels emp\u00f6rt und legt bei der Polizei Beweise vor, wonach Stan fr\u00fcher mit den Faschisten kollaboriert habe. Beim Versuch, sich an Mickey zu r\u00e4chen, wird Stan von Polizisten verhaftet. Derweil erz\u00e4hlt Janko den Matrosen, dass ihre Schiffe Waffen geladen haben, mit denen Aufst\u00e4nde in den Kolonien niedergeschlagen werden sollen. Trotz ihrer Armut und Not erkl\u00e4ren sich die Matrosen mit den Aufst\u00e4ndischen der Kolonien solidarisch und weigern sich, die Schiffe auslaufen zu lassen. Der Heirat von Stella und Janko steht nichts mehr im Wege.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(<em>Wolfgang Jansen<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kritiken<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Das Libretto birgt trotz seines ernsten, zeitnahen Themas alles das in sich, was der Besucher von einem musikalischen Lustspiel erwartet: Liebe, Humor und Tanz in spr\u00fchender Lebensfreude. Die gediegen gearbeitete Musik gibt dem Orchester die M\u00f6glichkeit zu ausdrucksreicher Klangentfaltung und verlangt sch\u00f6ne gro\u00dfe Stimmen und einen disziplinierten Chor, um den vielen mitrei\u00dfenden Gesangsnummern und ausgedehnten Chors\u00e4tzen gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Besetzung fast aller wichtigen Partien mit Opernkr\u00e4ften war deshalb voll gerechtfertigt, zumal da die Inszenierung durch Operndirektor Richard Stamm, der selbst die Hauptrolle wohl etwas zu vornehm im Aussehen gab, pr\u00e4chtig gelang. Die saubere musikalische Wiedergabe durch Wenzel Preis, die vielseitig t\u00e4nzerische Ausstattung durch Inka Unverzagt, sowie die treffenden B\u00fchnenbilder und Kost\u00fcmausstattung trugen das ihre dazu bei, diesem Werk zu einem st\u00fcrmischen Erfolg zu verhelfen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Curt Beck: &#8218;Freier Wind&#8216; von Dunajewski. In: Neue Zeit, Zentralorgan der Christlich-Demokratischen Union Deutschlands, Nr. 117, 22. Mai 1953, Seite 4.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Ausgezeichnet haben es die Librettisten verstanden, dieses Thema in eine echte und spannende Handlung umzusetzen. Bei allem Ernst doch so locker, heiter und optimistisch, da\u00df es immer die Leichtigkeit beh\u00e4lt, die f\u00fcr die Operette Voraussetzung ist. Es sind eben Menschen, die zugleich zu k\u00e4mpfen und zu lachen verstehen. Diese Leichtigkeit liegt nicht im Inhalt oder gar in der oberfl\u00e4chlichen Behandlung des Inhalts, sondern in der Form. Wie hier ein politisch so wichtiges Thema heiter gestaltet wird, kann beispielhaft f\u00fcr unser dramatisches Schaffen sein, das leider so oft \u00fcber die Klippen des tierischen Ernstes stolpert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[&#8230;] Entscheidend f\u00fcr den Erfolg dieser Operette ist vor allem die Musik Isaak Dunajewskijs. Dieser Meister der leichten Musik ist bei uns schon lange kein Unbekannter mehr. Sein Einfallsreichtum an Melodien und Harmonien besticht in diesem Werk aufs neue. Jede seiner Nummern und seine Ensembles z\u00fcnden und versetzen den H\u00f6rer augenblicklich in heitere, lebensfrohe und beschwingte Stimmung. [&#8230;] Alles in allem: eine ausgezeichnete Operette in einer anerkennungswerten Auff\u00fchrung.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Kurt G\u00fcnther: Freier Wind von Isaak Dunajewskij. In: Theater der Zeit, Heft 6, Juni 1953, Seite 58-60.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Medien \/ Publikationen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Audio-Aufnahmen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Freier Wind&#8220;. Operettenquerschnitt mit Solisten, Chor und Orchester des Senders Leipzig, 1960. Amiga 540126 (1xEP)<\/li>\n\n\n\n<li>&#8222;Freier Wind&#8220;. Operettenquerschnitt mit Solisten, Chor und Orchester des Senders Leipzig, 1960; zusammen mit Eberhard Schmidt &#8222;Bolero&#8220; und Hans H. Wehding &#8222;Der goldene Pavillon&#8220;. Hamburger Archiv f\u00fcr Gesangskunst 30268. (1xCD).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Literatur<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Matthias Stadelmann: <em>Isaak Dunaevskij, S\u00e4nger des Volkes<\/em>. K\u00f6ln \/ Weimar \/ Wien: B\u00f6hlau 2003.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kommentar<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die deutschsprachige Erstauff\u00fchrung war eine Doppelpremiere. Gleichzeitig mit der Rostocker Produktion brachte das Theater Nordhausen das St\u00fcck auf die B\u00fchne.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Programmheft der Rostocker Inszenierung, auf die sich der Eintrag beschr\u00e4nkt, liegt bislang nicht vor. Die Namen der beteiligten K\u00fcnstler wurden der zeitgen\u00f6ssischen Presse entnommen. Sobald der Besetzungseinleger vorliegt, werden die Angaben verglichen und erg\u00e4nzt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Zitierweise<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Freier Wind&#8220; (&#8222;Vol&#8217;nyy veter&#8220;). In: Musicallexikon. Popul\u00e4res Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg. https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/freier-wind\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte inhaltliche \u00c4nderung: 7. Februar 2022.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Operette in drei Akten Musik von Isaak DunajewskiText von Viktor Winnikow, Vladimir Kracht und Victor TipotDeutsche \u00dcbersetzung von Alice Wagner und Heinrich M\u00f6ller Inszenierung Deutschsprachige Erstauff\u00fchrung: 23. April 1953&nbsp;Volkstheater Rostock, DDR Besetzung:&nbsp;&nbsp; Premierenchronik UdSSR UA 29. August 1949 Operettentheater, Moskau DDR Dspr. EA 23. 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