{"id":3280,"date":"2025-02-07T14:27:21","date_gmt":"2025-02-07T13:27:21","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/?p=3280"},"modified":"2025-07-11T09:02:22","modified_gmt":"2025-07-11T07:02:22","slug":"leonce-und-lena","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/leonce-und-lena\/","title":{"rendered":"Leonce und Lena"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ein Lustspiel<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musik von Herbert Gr\u00f6nemeyer<br>Zus\u00e4tzliche Musik von Alfred Kritzer \/ Hans-J\u00f6rn Brandenburg \/ Alex Silva<br>Liedtexte von Herbert Gr\u00f6nemeyer und Arezu Weitholz<br>Buch von Georg B\u00fcchner<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inszenierung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urauff\u00fchrung: 1. Mai 2003&nbsp;<br>Theater am Schiffbauerdamm (Berliner Ensemble), Berlin, Bunderepublik Deutschland<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Regie, B\u00fchne, Lichtkonzept: Robert Wilson<\/li>\n\n\n\n<li>Musikalische Leitung: Hans-J\u00f6rn Brandenburg \/ Stefan Rager<\/li>\n\n\n\n<li>Musikalische Arrangements: Herbert Gr\u00f6nemeyer \/ Alfred Kritzer \/ Alex Silva<\/li>\n\n\n\n<li>Kost\u00fcme: Jacques Reynaud<\/li>\n\n\n\n<li>Mitarbeit Regie: Ann-Christin Rommen<\/li>\n\n\n\n<li>Mitarbeit B\u00fchne: Serge von Arx<\/li>\n\n\n\n<li>Mitarbeit Kost\u00fcme: Yashi Tabassomi<\/li>\n\n\n\n<li>Licht: Andreas Fuchs<\/li>\n\n\n\n<li>Kl\u00e4nge, Ger\u00e4usche, Atmosph\u00e4re: Arno Jiri P. Kraehahn<\/li>\n\n\n\n<li>Akustische Einrichtung: Alex Silva<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besetzung:&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>K\u00f6nig Peter: Walter Schmidinger<\/li>\n\n\n\n<li>Prince Leonce: Markus Meyer<\/li>\n\n\n\n<li>Prinzessin Lena: Nina Hoss<\/li>\n\n\n\n<li>Valerio: Stefan Kurt<\/li>\n\n\n\n<li>Die Gouvernante: Angela Schmidt<\/li>\n\n\n\n<li>Der Hofmeister: Norbert St\u00f6\u00df<\/li>\n\n\n\n<li>Der Pr\u00e4sident des Staatsrates: Gerd Kunath<\/li>\n\n\n\n<li>Zeremonienmeister: Axel Werner<\/li>\n\n\n\n<li>Hofprediger: Michael Rothmann<\/li>\n\n\n\n<li>Landrat: Rainer Philippi<\/li>\n\n\n\n<li>Schulmeister: Stephan Baumecker<\/li>\n\n\n\n<li>Rosetta: Ursula H\u00f6pfner<\/li>\n\n\n\n<li>Zwei Kammerdiener: Philippe Graber \/ Dirk Ossig<\/li>\n\n\n\n<li>Zwei Bediente: Henning Hertmann \/ Georgios Tsivanoglou<\/li>\n\n\n\n<li>Bauern: Mareile Blendl \/ Anke Engelmann \/ Oliver Urbanski \/ Michael Kinkel \/ Detlef Lutz \/ Mathias Kopetzki \/ Elmar Nettekoven<\/li>\n\n\n\n<li>Hofdamen: Maike Droste \/ Ruth Gl\u00f6ss \/ Eva-Maria Hofmann<\/li>\n\n\n\n<li>Orchester &#8222;B\u00fcchners Erben&#8220;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Premierenchronik<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>D<\/td><td>UA<\/td><td>1. Mai 2003<\/td><td>Theater am Schiffbauerdamm (Berliner Ensemble), Berlin<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anmerkung: Die Urauff\u00fchrung Georg B\u00fcchners &#8222;Leonce und Lena&#8220; fand am 31. Mai 1895 in einer Freilichtauff\u00fchrung des M\u00fcnchner Theatervereins &#8222;Intimes Theater&#8220; statt.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsangabe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Ort der Handlung ist das Reich Popo, gleich neben Pipi. Das poetische Luftschloss handelt vom zynischen Prinzen Leonce, der vom Leben gelangweilt ist und mit dem kalauernden Nichtsnutz Valerio fortl\u00e4uft, um sich vor der Heirat mit Prinzessin Lena zu dr\u00fccken. Auch sie leidet an Lebens\u00fcberdruss, die beiden treffen sich auf der Flucht, verlieben sich unerkannt und entdecken erst bei der Heirat, wer sie wirklich sind.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Angela Reinhardt: Leonce und Lena. Fast zu sch\u00f6n, um wahr zu sein. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 101, Juni\/Juli 2003, Seite 78.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kritiken<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Avantgarde-Regisseur Bob Wilson hat scheinbar sein Verfallsdatum erreicht, Herbert Gr\u00f6nemeyer geht einem sowieso auf die Nerven, und jetzt toben sich beide am ehrw\u00fcrdigen Berliner Ensemble aus, das unter der Leitung des ehemaligen Burgtheater-Chefs Claus Peymann steht. Die erste Schauspielb\u00fchne des Bundeshauptstadt spielt Musical &#8211; da wendet sich das Feuilleton mit Grausen ab. Was f\u00fcr das National Theatre in London gilt, muss doch hier bitte nicht sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[&#8230;] B\u00fcchners Happy End ist durchaus zweideutig, so wie das gesamte St\u00fcck mit ganz undeutscher Heiterkeit Volkstheater-Sp\u00e4\u00dfe aus der Commedia dell&#8217;Arte, ironische Kommentare zur damaligen Literatur und die reine Lyrik gro\u00dfen Welttheaters vereinigt. Und exakt letzteres macht Regisseur und B\u00fchnenbildner Bob Wilson daraus: einen gro\u00dfartigen Theaterabend aus Parodie und Poesie, der perfekt ausgekl\u00fcgelt und bis in die Kr\u00fcmmung jedes Fingers choreografiert ist und doch seine gesamten, pausenlosen zwei Stunden lang wie hingetupft wirkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[&#8230;] Herbert Gr\u00f6nemeyers Songs &#8211; anders als die Tom-Waits- oder Lou-Reed-Nummern in Hamburg werden sie deutsch gesungen &#8211; passen mit ihrer fr\u00f6hlich-absurden Lyrik ganz fabelhaft zu B\u00fcchners Dialogen und erinnern doch entfernt an den spezifischen Gr\u00f6nemeyer-Ton, selbst im greinenden Wienerlied des K\u00f6nigs oder in einem traumsch\u00f6nen Duett f\u00fcr Leonce und Lena.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Angela Reinhardt: Leonce und Lena. Fast zu sch\u00f6n, um wahr zu sein. In: musicals, Das Musicalmagazin, Heft 101, Juni\/Juli 2003, Seite 78.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Das \u00e4sthetische System des 62-j\u00e4hrigen Regie-Avantgardisten aus Texas ist seit Jahren etabliert. Auch f\u00fcr diese Auff\u00fchrung zitiert er aus seinem breiten Repertoire stilisierter Gesten, surreal entr\u00fcckter Lichtstimmungen und mit dem Ensemble gleichwertig agierenden Kulissen. Die Leistung der Schauspieler aber bleibt individuell so stark, dass die zwei Stunden doch unerwartet spannend und unterhaltsam ausfallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[&#8230;] Die Musik von Herbert Gr\u00f6nemeyer ist die eigentliche Entt\u00e4uschung des Abends. Sie bleibt seltsam undefiniert in ihren Konturen, und dies nicht, weil man als Zuschauer statt eines Musicals ein Gr\u00f6nemeyer-Konzert erwartet h\u00e4tte. Es wirkt mehr, als w\u00e4re die akustische Jacke f\u00fcr die meisten Szenen falsch angepasst. So springt die erste Begegnung von Leonce und Valerio aus B\u00fcchners beil\u00e4ufigem Wortgepl\u00e4nkel in das schwere Pathos der Ballade &#8222;Von Gleichmut ger\u00fchrt&#8230;&#8220;. Leonces Abschied von seiner Geliebten Rosetta, eine der ber\u00fchrendsten Momente des St\u00fccks, dagegen erh\u00e4lt eine \u00fcberaus herbe Flamenco-Stimmung. Ausnahmen gibt es auch hier. Das Rap-Thema des K\u00f6nigs und seines Hofstaats (&#8222;ich bin a K\u00f6nig und ka Herz&#8220;) hat b\u00f6sartigen Schmiss, und Nina Hoss macht ohnehin aus allem etwas H\u00f6renswertes. Doch die Wuchtigkeit, mit der die Musik gegen die Rokoko-Eleganz der Inszenierung anrennt, bildet insgesamt keinen prickelnden Kontrast. W\u00e4hrend die Schauspieler fein ziseliert die Todessehnsucht ihrer Figuren ausagieren, trompetet es im n\u00e4chsten Moment aus ihnen oder dem Orchestergraben nur so hervor.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Henrike Thomsen: Todessehnsucht mit Tschingderassabum. Alt-Avantgardist Robert Wilson inszenierte Georg B\u00fcchners &#8222;Leonce und Lena&#8220; am Berliner Ensemble als witzig-bildgewaltige Satire mit herausragenden Darstellern. Einziger St\u00f6rfaktor: die fast immer unpassende Musik von Herbert Gr\u00f6nemeyer. In: Der Spiegel, 2. Mai 2003.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Es beginnt als Spektakel mit einer ranschmei\u00dferischen Parade. Zu greller, jazzig dr\u00f6hnender Showmusik einer Band mit dem sinnigen Namen \u201eB\u00fcchners Erben\u201c rennt und zappelt B\u00fcchners Kom\u00f6dien-Personal vor dem Vorhang entlang. Dabei \u00e4hneln sich in den schrill eleganten Kreationen des Kost\u00fcmbildners Jacques Reynaud alle Figuren, trotz unterschiedlichster Kost\u00fcmierung. Denn der Regisseur stellt einen einheitlichen, k\u00fcnstlichen Skurrilit\u00e4ts-Typus aus. Der erscheint mit wei\u00dfgeschminktem Gesicht, die Haare hochgestylt zu schr\u00e4ger Tolle, die Gliedma\u00dfen albern abgespreizt, wie die \u00fcberdrehte Karikatur von Wilhelm Buschs Figuren. Es sind theatralische Zeichenelemente aus Robert Wilsons bekanntem \u00e4sthetischem Figurenarsenal, ausgestellt zur Beschmunzelung und Unterhaltung. Was sofort zu Szenenapplaus f\u00fchrt, weil ungemein kunstvoll gebastelt wurde. So wie an der gesamten Inszenierung. Die mit phantasievollen B\u00fchnenbildern prunkt und mit szenisch-optischen Gags verbl\u00fcfft, und die ihre Figuren immer wieder in farblich wechselndem Licht oder in hell-dunkel-Kontrasten vor uns ausstellt.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Hartmut Krug: Leonce und Lena am Berliner Ensemble. <\/em><em>Ein Projekt von Robert Wilson und Herbert Gr\u00f6nemeyer nach Georg B\u00fcchner. In: Deutschlandfunk, 2. Mai 2003 (aufgerufen am 29. September 2021).<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Medien \/ Publikationen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Audio-Aufnahmen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Leonce und Lena&#8220;. Berliner Ensemble, 2003. Gr\u00f6nland (EMI), 2003. (2xCD).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">DVD \/ Video<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Leonce und Lena&#8220;. Aufzeichnung der Ausstrahlung vom Fernsehsender ZDF Theaterkanal am 03.07.2009. [Label unbekannt], 2003 (DVD).<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Literatur<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Georg B\u00fcchner: <em>Leonce und Lena<\/em>. Ein Lustspiel. Suhrkamp Verlag; Originalausgabe Edition, 2011.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kommentar<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl im Programmheft des Berliner Ensembles zu Georg B\u00fcchners &#8222;Leonce und Lena&#8220; als Gattungsbezeichnung &#8218;ein Lustspiel&#8216; angegeben ist, erf\u00fcllt es mit der von Herbert Gr\u00f6nemeyer speziell daf\u00fcr komponierten Musik die Aufnahme ins Musicallexikon.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Zitierweise<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Leonce und Lena&#8220;. In: Musicallexikon. Popul\u00e4res Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg. https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/leonce-und-lena\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte inhaltliche \u00c4nderung: 29. September 2021.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Lustspiel Musik von Herbert Gr\u00f6nemeyerZus\u00e4tzliche Musik von Alfred Kritzer \/ Hans-J\u00f6rn Brandenburg \/ Alex SilvaLiedtexte von Herbert Gr\u00f6nemeyer und Arezu WeitholzBuch von Georg B\u00fcchner Inszenierung Urauff\u00fchrung: 1. Mai 2003&nbsp;Theater am Schiffbauerdamm (Berliner Ensemble), Berlin, Bunderepublik Deutschland Besetzung:&nbsp;&nbsp; Premierenchronik D UA 1. 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