{"id":3699,"date":"2025-02-14T11:41:20","date_gmt":"2025-02-14T10:41:20","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/?p=3699"},"modified":"2025-07-11T12:29:37","modified_gmt":"2025-07-11T10:29:37","slug":"pfui-martina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/pfui-martina\/","title":{"rendered":"Pfui Martina"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Musical-Burleske in 16 Bildern<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musik von Hans Moeckel<br>Text von Hans Gm\u00fcr und Karl Suter<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inszenierung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urauff\u00fchrung: 30. Dezember 1968<br>Theater am Hechtplatz, Z\u00fcrich, Schweiz<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Musikalische Leitung: Walter Baumgartner<\/li>\n\n\n\n<li>Regie: Karl Suter<\/li>\n\n\n\n<li>Choreografie: Michael J. Boyle<\/li>\n\n\n\n<li>B\u00fchnenbild: Fritz Butz&nbsp;<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besetzung:&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Martina: Ines Torelli<\/li>\n\n\n\n<li>Theaterdirektor \/ Maitre Wladimir \/ Patient \/ ein Metzger \/ Herr Stocker \/ Direktor \/ Chef eines Night Club \/ Fernsehdirektor \/ Franco Pizzalunga \/ ein Fotograf \/ Dr. Weiss: Inigo Gallo<\/li>\n\n\n\n<li>Playboy \/ Zahnarzt \/ Direktor Pfiffer \/ Pr\u00e4sident \/ 1. Soldat \/ Gemeinderat H\u00e4berli: Paul B\u00fchlmann<\/li>\n\n\n\n<li>Secretaire du Maitre \/ Vorhangzieher \/ Regisseur bei TV \/ Ricardo \/ ein Modell \/ Boss von Planet Uranos \/ Inspektor: Vincenzo Biagi<\/li>\n\n\n\n<li>Playboy \/ Feuerwehrmann \/ Herr Heinzelmann \/ Filmproduzent \/ Abteilungsleiter TV \/ Kosmonaut \/ Sekret\u00e4r in Sex-Agentur: Eduard Huber<\/li>\n\n\n\n<li>Oberspielleiter \/ Ballettmeister Ogjanovitch \/ T\u00e4nzer Jos\u00e9 \/ 2. Soldat \/ Marsmensch \/ Herr Guggisberg \/ Sekret\u00e4r: Kurt Bigger<\/li>\n\n\n\n<li>Ballteuse \/ Trixi \/ eine T\u00e4nzerin \/ Clothilde \/ eine Sch\u00f6nheit \/ 1 leichtes M\u00e4dchen: Inge Hugenschmidt<\/li>\n\n\n\n<li>Ballteuse \/ Fr\u00e4ulein Doktor \/ 2. leichtes M\u00e4dchen \/ Kosmonautin \/ ein M\u00e4dchen vom Lande \/ Telefonistin: Fay Kaufmann<\/li>\n\n\n\n<li>Ballteuse \/ Genevi\u00e8ve, eine Stripteaseuse \/ 3. leichtes M\u00e4dchen \/ Carla, ein Modell \/ Kosmonautin \/ Girl: Yolanda<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musikalische Begleitung: Walter Baumgartner (am Fl\u00fcgel) und Bodo Suss (Bass)<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Premierenchronik<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>CH<\/td><td>UA<\/td><td>30. Dezember 1968<\/td><td>Theater am Hechtplatz, Z\u00fcrich<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsangabe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Pfui Martina&#8220; nimmt satirisch Bezug auf die seinerzeitige, sogenannte \u201eSex-Welle\u201c. Die Geschichte ist in einzelne Episoden aufgeteilt, die den Lebenslauf der Titelheldin nachzeichnen, beginnend mit ihrem vergeblichen Versuch, als dramatische Schauspielerin auf die B\u00fchne zu kommen. Auch als T\u00e4nzerin scheitert sie: Statt in k\u00fcnstlerisch seri\u00f6sen H\u00e4usern landet sie im Variet\u00e9, wenig sp\u00e4ter im Nachtclub und findet von dort in einem eher m\u00fchevollen Weg durch die Welt der zeitgen\u00f6ssischen Nacktkultur mit ihren Softpornos und sexualkundlichen Fotoserien \u2013 bis Martina schlie\u00dflich die Seiten wechselt, und eine eigene Agentur er\u00f6ffnet f\u00fcr m\u00e4nnliche und weibliche Sexmodells. Damit hat sie endlich auch \u00f6konomischen Erfolg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(<em>Wolfgang Jansen<\/em>)<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kritiken<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Laut vorwiegend ungl\u00fccklich formuliertem Waschzettel haben die Autoren versucht, einen neuen Weg einzuschlagen. In &#8218;Bibi-Bal\u00f9&#8216; und in &#8218;Golden Girl&#8216; nahmen sie die Ausw\u00fcchse der Wohlt\u00e4tigkeit, die Werbung und ihre Manager aufs Korn. Heute sei es &#8211; &#8218;wie k\u00f6nnte es 1968 anders sein&#8216; &#8211; die Sex-Welle. [&#8230;]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweifellos wird auch die Musical-Burleske &#8218;Pfui Martina&#8216; &#8211; \u00fcbrigens mit insgesamt 14 Musiknummern &#8211; ein Publikumserfolg mit vielen Lachern sein. Dem Berichterstatter geht dieses und jenes zu weit. Von Homosex-Einlagen, auch von sehr gut gespielten, sowie von \u00fcberreichlich dotierten Hinweisen auf Busen, Bordell und Beischlaf hat er schon lange, volkst\u00fcmlich ausgedr\u00fcckt, die Nase voll. Er ist nicht zuletzt deshalb auch vom Grundthema des neuen Halb-Musicals nicht unbedingt begeistert.&#8220;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>he.: Martina und das grosse Sexmaleins. In: Tages-Anzeiger, Z\u00fcrich, 31. Dezember 1968.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die auf Leinwand und Druckpapier wogende Sex-Welle hat die Eignungspr\u00fcfung als Vorlage f\u00fcr eine Parodie nicht bestanden, sei es, weil das Thema dem Z\u00f6tchen n\u00e4her liegt als dem Witz, sei es, weil den V\u00e4tern von &#8218;Martina&#8216; diesmal im Gegensatz zur erstgeborenen &#8218;Bibi-Bal\u00f9&#8216; und zum liebensw\u00fcrdigen Schwesterchen &#8218;Golden Girl&#8216; zu wenig eingefallen ist. Auf eine durchgehende Handlung haben sie weitgehend verzichtet, jagen daf\u00fcr die Drittgeborene im Laufe eines B\u00fchnenabends wild durch die Gegend. [&#8230;]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was sich vor- und nachher abspielt, schwankt zwischen Parodieren und Kokettieren; man will sich \u00fcber die Sexwelle lustig machen, kokettiert aber zur gleichen Zeit mit ihr. Man distanziert sich von ihr und tr\u00e4gt ihr Rechnung. Man lacht \u00fcber den Spie\u00dfer, mit dem Leinwand und deutsche Illustrierte ihr Gesch\u00e4ft machen, und bedient sich mit viel Unterw\u00e4sche-Schau der gleichen Mittel. Das ist der Teufelskreis der Parodie: Sie mu\u00df das Vorbild zeigen. Im besten Falle mit Ueberlegenheit. Im vorliegenden mit blo\u00dfem Augenzwinkern.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>pz.: Zwischen Parodieren und Kokettieren, Urauff\u00fchrung im Theater am Hechtplatz: &#8222;Pfui Martina&#8220;. In: Neue Z\u00fcrcher Zeitung, 3. Januar 1969.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die Z\u00fcrcher Erfolgsautoren Hans Gm\u00fcr und Karl Suter wollen nicht eigentlich Sextheater spielen lassen, sondern nennen ihr Produkt &#8218;Musical-Burleske&#8216;. Entstanden ist nun aber eine rund drei Stunden dauernde &#8218;Sexorgie&#8216;, die diese heute so hoch im Kurs stehende Zeiterscheinung nach allen Kanten und Ecken w\u00e4lzt. [&#8230;]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das alles t\u00f6nt &#8211; besonders f\u00fcr M\u00e4nner &#8211; verlockend. Eine Zeitlang kann man sich denn auch am\u00fcsieren, mit der Zeit aber wird es doch etwas zuviel. Nicht zuletzt darum, weil sich eigentlich kein roter Faden durch das St\u00fcck zieht. Es sind vielmehr 14 aneinander gereihte Kabarettszenen, die einen gut, die anderen schwach bis langweilig. Hans Moeckel, der dazu die Musik komponierte, hat ebenfalls keine Stricke zerrissen. Es gibt keine tragende Melodie, kein St\u00fcck, das nach Schluss der Vorstellung in den Ohren weiterklingen w\u00fcrde.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>nr.: Mit viel Sex ins 69, &#8222;Pfui Martina&#8220; im Hechtplatz-Theater. In: Die Tat, Z\u00fcrich, 3. Januar 1969.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Medien \/ Publikationen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Audio-Aufnahmen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Pfui Martina&#8220;. Original Schweizer Cast, Theater am Hechtplatz, Z\u00fcrich, Studio-Einspielung 1968, Ex Libris EL 15021. (Vinyl, 1xLP)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Literatur<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Nicolas Baerlocher, Dominik Flaschka (Hrsg.): <em>Jetzt erst Hecht, 50 Jahre Theater am Hechtplatz<\/em>. Z\u00fcrich: Neue Z\u00fcrcher Zeitung 2008.<\/li>\n\n\n\n<li>Wolfgang Jansen: <em>&#8222;Me muess halt mit dr Zyt goh&#8220;, Zu den Anf\u00e4ngen des schwyzerd\u00fctschen Musicals. <\/em>In: Ders.: <em>Musicals, Geschichte und Interpretation<\/em>. M\u00fcnster u.a.: Waxmann 2020, Seite 170-180.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kommentar<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die musikalische Live-Begleitung erg\u00e4nzte das ansonsten durchgehend angewandte Playbackverfahren.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Zitierweise<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Pfui Martina&#8220;. In: Musicallexikon. Popul\u00e4res Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg. https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/pfui-martina\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte inhaltliche \u00c4nderung: 2. Mai 2021.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musical-Burleske in 16 Bildern Musik von Hans MoeckelText von Hans Gm\u00fcr und Karl Suter Inszenierung Urauff\u00fchrung: 30. Dezember 1968Theater am Hechtplatz, Z\u00fcrich, Schweiz Besetzung:&nbsp;&nbsp; Musikalische Begleitung: Walter Baumgartner (am Fl\u00fcgel) und Bodo Suss (Bass) Premierenchronik CH UA 30. 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