{"id":401,"date":"2024-10-18T09:20:29","date_gmt":"2024-10-18T07:20:29","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/?p=401"},"modified":"2025-06-20T10:11:20","modified_gmt":"2025-06-20T08:11:20","slug":"alle-helfen-lidotschka","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/alle-helfen-lidotschka\/","title":{"rendered":"Alle helfen Lidotschka (Moskva, \u010cer\u00ebmu\u0161ki)"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Musikalische Kom\u00f6die in sieben Bildern<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musik von Dimitri Schostakowitsch<br>Text von Wladimir Mass und Michail Tscherwinski<br>Deutsche B\u00fchnenfassung Erhard Fischer und Wilfried Serauky<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inszenierung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschsprachige Erstauff\u00fchrung der Originalfassung: 3. November 1962&nbsp;<br>Theater Kleines Haus Dreilinden, Leipzig, DDR<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Musikalische Leitung: Diether Noll<\/li>\n\n\n\n<li>Regie: Erhard Fischer<\/li>\n\n\n\n<li>B\u00fchne: Jochen Schube<\/li>\n\n\n\n<li>Kost\u00fcme: Eleonore Kleiber<\/li>\n\n\n\n<li>Tanzeinstudierung: Waltraud Morawitz<\/li>\n\n\n\n<li>Chor: Armin Oeser<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besetzung:&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Drebednjew, Abteilungsleiter f\u00fcr Wohnungswesen: Wolfgang Fuch\u00df<\/li>\n\n\n\n<li>Wawa, seine Geliebte: Ilha K\u00fcrten<\/li>\n\n\n\n<li>Boris, sein Chauffeur: Rudolf Riemer<\/li>\n\n\n\n<li>Barabschkin, Hausverwalter: Johannes Fritsch<\/li>\n\n\n\n<li>Baburow, ein alter Moskauer: Paul Reinecke<\/li>\n\n\n\n<li>Lidotschka, seine Tochter: Helga Pink<\/li>\n\n\n\n<li>Sascha, Museumsf\u00fchrer: Achim Wichert<\/li>\n\n\n\n<li>Mascha, seine Frau: Christa Nowak<\/li>\n\n\n\n<li>Eine junge Frau: Helga-Marlis Karhan<\/li>\n\n\n\n<li>Eine Bauarbeiterin: Elisabeth Heyn<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Premierenchronik<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>UdSSR<\/td><td>UA<\/td><td>24. Januar 1959<\/td><td>Operettentheater, Moskau<\/td><\/tr><tr><td>DDR<\/td><td>Dspr. EA<\/td><td>4. Juli 1960<\/td><td>Platz der Jugend, Rostock<\/td><\/tr><tr><td>DDR<\/td><td>Dspr. EA<\/td><td>3. November 1962<\/td><td>Theater Kleines Haus Dreilinden, Leipzig<\/td><\/tr><tr><td>GB<\/td><td>EA<\/td><td>19. Oktober 1994<\/td><td>Lyric Theatre, Hammersmith London<\/td><\/tr><tr><td>D<\/td><td>EA<\/td><td>2. Juni 2000<\/td><td>Theater, Regensburg<\/td><\/tr><tr><td>A<\/td><td>EA<\/td><td>7. Mai 2005<\/td><td>Kammeroper, Wien<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsangabe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Im Museum f\u00fcr die Geschichte und den Wiederaufbau Moskaus begleitet der Fremdenf\u00fchrer Bubenzow eine Besuchergruppe durch die S\u00e4le. Unter den Museumsbesuchern befindet sich auch Bubenzows junge Frau Mascha. Obwohl sie und Bubenzow nun schon mehrere Monate verheiratet sind, k\u00f6nnen sie wegen der allgemeinen gro\u00dfen Wohnungsnot nicht zusammen leben. Sie sind daher gezwungen, sich im Museum oder im Kaufhaus zu treffen. Boris Korezki und Sergej Gluschkow kommen in den Saal \u2013 die Freunde haben sich nach langer Trennung wiedergetroffen. Auch Korezki wartet auf die Zuweisung eines Zimmers. Als die Fremdenf\u00fchrerin Lidotschka den Raum betritt, beginnt Boris, der sich augenblicklich in sie verliebt, heftig mit ihr zu flirten. Aufgeregt st\u00fcrmt Baburow mit der Nachricht herein, dass das Haus, in dem er und Lidotschka wohnen, eingest\u00fcrzt sei. Die erschreckende Nachricht hat jedoch sehr erfreuliche Folgen: Pl\u00f6tzlich obdachlos geworden, sind nun nicht nur Lidotschka und ihr Vater, sondern auch die Bubenzows berechtigt, Wohnungen in den soeben errichteten Neubauten im Vorort Tscherjomuschki zu beziehen. Boris schl\u00e4gt vor, augenblicklich nach Tscherjomuschki zu fahren. Kurz entschlossen und voller Vorfreude fahren alle Anwesenden im Wagen von Sergejs Chef Drebednjow zum Neubaugebiet. Indessen warten Drebednjow und seine energische Frau, die auch nach Tscherjomuschki fahren wollen, vergeblich auf ihren Wagen; w\u00fctend machen sie sich zu Fu\u00df auf den Weg. In Tscherjomuschki herrscht Emp\u00f6rung \u00fcber den schikan\u00f6sen Hausverwalter Barabaschkin, der behauptet, das Haus sei noch nicht abgenommen worden, weshalb den verzweifelt wartenden neuen Mietern die ersehnten Wohnungsschl\u00fcssel nicht ausgeh\u00e4ndigt werden k\u00f6nnten. Schlie\u00dflich lassen sich Boris, Lidotschka und ihr Vater mit Hilfe eines Krans auf die Balkone ihrer Wohnungen heben. Von allen Seiten versuchen nun die neuen Mieter, in ihre Wohnungen zu gelangen. Bevor aber jeder gl\u00fccklich in seinen eigenen vier W\u00e4nden leben kann, m\u00fcssen noch allerlei Widrigkeiten \u00fcberstanden werden. Besonders hart trifft es die arme Lidotschka, deren Wohnung sich kurzfristig noch einmal mit Schutt und Staub f\u00fcllt, da ihr anma\u00dfender Nachbar Drebednjow seine eigene Wohnung zu vergr\u00f6\u00dfern beabsichtigt und einfach die trennende Wand niederrei\u00dfen l\u00e4sst. Doch mit vereinten Kr\u00e4ften gelingt es den Hausbewohnern und Bauarbeitern, Drebednjow und den bestechlichen Hausverwalter in die Schranken zu weisen. Am Ende treffen sich alle Nachbarn mit Spaten, Harken, Blumen und Setzlingen, um den neuen Garten anzulegen, und schlie\u00dflich werden auch Boris und Lidotschka ein gl\u00fcckliches Paar.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>(aus: Online-Angaben des B\u00fchnenverlags Sikorski Hamburg, 2022)<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kritiken<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Die Leipziger Bearbeitung hat sich offenbar darauf beschr\u00e4nkt, das Original sinnvoll ins Deutsche zu \u00fcbertragen und hiesiger Mentalit\u00e4t anzupassen. Das ist beim Text im wesentlichen gegl\u00fcckt. Man ist erstaunt, einem in seiner Idee und Fabelf\u00fchrung recht geschickten heiteren Gegenwarts-Libretto zu begegnen &#8211; war doch die &#8218;Unspielbarkeit&#8216; von Schostakowitschs Opus bislang immer von Libretto-Fragen her her begr\u00fcndet worden. [&#8230;] Entweder fehlt uns wirklich das Organ zum Verst\u00e4ndnis einer solchen Moskauer Milieu-Operette oder aber es hat ausnahmsweise einmal dem Komponisten an Phantasie gemangelt: Schostakowitschs Vertonung wirkt langatmig, gestaltlos, nicht operettengem\u00e4\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[&#8230;] Die Leipziger Inszenierung Erhard Fischers kleidet das Werk in ein modernes, stark stilisierendes Operettengewand und damit vom Standpunkt unserer Operettentradition aus Recht. Sie enth\u00fcllt dadurch allerdings auch viele Fremdheiten und Antiquiertheiten in der musikalischen Gestalt des Werks. Musiziert wurde unter der Leitung von Diether Noll genau und frisch, voll inneren Tempos (soweit dies m\u00f6glich ist). Unter den Solisten, die sich s\u00e4mtlich mit \u00dcberzeugungskraft f\u00fcr ihre Partien einsetzten sind Helga Pink, Rudolf Riemer und Gerhard Schmengler zu nennen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Horst Seeger: Alle helfen Lidotschka. In: Theater der Zeit, Heft 1\/1963, Seite 33-34.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Medien \/ Publikationen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Audio-Aufnahmen<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Moskva, Cheremushki&#8220;. Premiere recording of the complete operetta, Russian State Symphonic Capella, Dirigent: Gennady Rozhdestvensky. Chandos Records 1997, CHAN 9591(2). (2xCD)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Video \/ DVD<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>&#8222;Cheriomushki&#8220; (engl. Titel: &#8222;Cherry Town&#8220;). UdSSR 1963, Regisseur: Herbert Rappaport, Released als DVD 2007, Universal. (1xDVD)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Literatur<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wolfgang Jansen: <em>From &#8222;Trembita&#8220; (1952) to &#8222;The King David Report&#8220; (1989), Operettas and musicals from European socialist countries in the repertoire of the GDR<\/em>. In: Ders. (Hrsg.): <em>Popular Music Theatre under Socialism, Operettas and Musicals in the Eastern European States 1945 to 1990<\/em>. Popul\u00e4re Kultur und Musik, Band 30, M\u00fcnster u.a.: Waxmann 2020, Seite 143-172.<\/li>\n\n\n\n<li>Krzysztof Meyer: <em>Schostakowitsch: Sein Leben, sein Werk, seine Zeit<\/em>. Mainz: Schott 1998.<\/li>\n\n\n\n<li>Stefan Weiss: <em>Die Gro\u00dfstadt im Musiktheater Dmitri Schostakowitschs, Zwei Studien<\/em>. In: Stefan Weiss, J\u00fcrgen Schebera (Hrsg.): <em>Street Scene, Der urbane Raum im Musiktheater des 20. Jahrhunderts<\/em>. Ver\u00f6ffentlichungen der Kurt-Weill-Gesellschaft Dessau, Band 6, M\u00fcnster u.a.: Waxmann 2006, Seite 161-188.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kommentar<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 4. Juli 1960 fand auf dem &#8222;Platz der Jugend&#8220; in Rostock unter dem Titel &#8222;Meine junge alte Stadt&#8220; eine erste deutschsprachige Fassung von &#8222;Moskva, \u010cer\u00ebmu\u0161ki&#8220; statt. Das Textbuch schrieb &#8222;Kuba&#8220; (Kurt Barthel). Es bezog sich im Rahmen der &#8222;Ostseewoche&#8220; auf die Stadt Rostock und hatte wenig mit dem Original von Schostakowitsch zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als &#8222;Erstauff\u00fchrung der deutschen B\u00fchnenfassung&#8220; betitelte daher das Kleine Haus Dreilinden (heute Musikalische Kom\u00f6die) in Leipzig ihre Auff\u00fchrung unter dem Titel &#8222;Alle helfen Lidotschka&#8220;; Premiere 3. November 1962. Die \u00dcbersetzung entsprach dem Original-Textbuch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die erste bundesdeutsche Inszenierung in neuer \u00dcbersetzung fand in Regensburg statt. Erstmals wurde auch der Originaltitel \u00fcbernommen.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Zitierweise<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Alle helfen Lidotschka&#8220; (&#8222;Moskva, \u010cer\u00ebmu\u0161ki&#8220;). In: Musicallexikon. Popul\u00e4res Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg. https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/alle-helfen-lidotschka\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte inhaltliche \u00c4nderung: 19. Juli 2023.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musikalische Kom\u00f6die in sieben Bildern Musik von Dimitri SchostakowitschText von Wladimir Mass und Michail TscherwinskiDeutsche B\u00fchnenfassung Erhard Fischer und Wilfried Serauky Inszenierung Deutschsprachige Erstauff\u00fchrung der Originalfassung: 3. November 1962&nbsp;Theater Kleines Haus Dreilinden, Leipzig, DDR Besetzung:&nbsp;&nbsp; Premierenchronik UdSSR UA 24. Januar 1959 Operettentheater, Moskau DDR Dspr. EA 4. 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