{"id":415,"date":"2024-10-18T09:43:58","date_gmt":"2024-10-18T07:43:58","guid":{"rendered":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/?p=415"},"modified":"2025-06-20T10:14:06","modified_gmt":"2025-06-20T08:14:06","slug":"alles-fuer-figaro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/alles-fuer-figaro\/","title":{"rendered":"Alles f\u00fcr Figaro"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Musical<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Musik von Rolf Zimmermann<br>Text von Therese Angeloff<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inszenierung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Urauff\u00fchrung: 28. Juni 1972<br>Staatsoperette Dresden, DDR<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Musikalische Leitung: Manfred Grafe<\/li>\n\n\n\n<li>Musikalische Einstudierung: Manfred Grafe, Karl-Heinz Hanicke<\/li>\n\n\n\n<li>Regie: Fritz Steiner<\/li>\n\n\n\n<li>Ausstattung: Peter Friede, Eberhard Ahner<\/li>\n\n\n\n<li>Ch\u00f6re: Siegfried Fischer<\/li>\n\n\n\n<li>Choreographie: Rudolf Kl\u00fcver<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besetzung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Pierre-Augustin Caron de Beaumarchais: Peter Herden<\/li>\n\n\n\n<li>Hortense: Maja Rosewith-Riemer<\/li>\n\n\n\n<li>Paul, ein junger Stra\u00dfens\u00e4nger: G\u00fcnter Weichert<\/li>\n\n\n\n<li>Armand, sein Freund: G\u00fcnter Fritzsche<\/li>\n\n\n\n<li>Gudin: Werner Heintzsch<\/li>\n\n\n\n<li>Choiseul: Horst Ludwig<\/li>\n\n\n\n<li>Croix, General: Karl-Heinz M\u00e4rtens<\/li>\n\n\n\n<li>Vaudrieul: Reinhold St\u00f6vesand<\/li>\n\n\n\n<li>Madame de Polignac: Gardy Herzfeld<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00f6nigin Marie-Antoinette: Maria Rolle \/ Helga Schulze-Markgraf<\/li>\n\n\n\n<li>Bertin, Sekret\u00e4r bei Beaumarchais: Gerhard Berger \/ Falk Girod<\/li>\n\n\n\n<li>Theaterdirektor der Com\u00e9die Fran\u00e7aise: Rudolf-Karl Schroeder<\/li>\n\n\n\n<li>Preville, Schauspieler: Frithjof Hoffmann \/ J\u00fcrgen Muck<\/li>\n\n\n\n<li>Emilie, Souffleuse: Helene Gramont<\/li>\n\n\n\n<li>Robert, Gef\u00e4ngnisw\u00e4rter in der Bastille: Paul Schmidt \/ Hans-Rudolf Schwarze<\/li>\n\n\n\n<li>Spitzel: G\u00fcnter Kawalek<\/li>\n\n\n\n<li>Zeremonienmeister: Heinz Zimmer<\/li>\n\n\n\n<li>Fischweiber von Marseille: Helma Reuter \/ Charlotte Sch\u00f6norn \/ Ingeborg Kassner<\/li>\n\n\n\n<li>Gendarm: Erich Bohne<\/li>\n\n\n\n<li>Ausrufer: Martin Kleber<\/li>\n\n\n\n<li>Schauspieler: Karl-Heinz Hoffmann<\/li>\n\n\n\n<li>K\u00f6nig Ludwig XVI: J\u00fcrgen M\u00f6ller \/ Gerhard Seifert<\/li>\n\n\n\n<li>Marktfrauen, B\u00fcrger, Hofgesellschaft: Damen und Herren des Chores und Balletts<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Premierenchronik<\/h4>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>DDR<\/td><td>UA<\/td><td>28. Juni 1972<\/td><td>Staatsoperette, Dresden<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Inhaltsangabe<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Beaumarchais, Waffenlieferant f\u00fcr den Unabh\u00e4ngigkeitskrieg in Amerika, anonymer Verfasser von Schm\u00e4hschriften gegen die K\u00f6nigin, findet Verbindung zu einem jungen Menschen aus dem Volk, der ihn als Frankreichs gr\u00f6\u00dften Schriftsteller bewundert. Er zieht diesen jungen Paul nach Paris. Dort erweist sich Beaumarchais, gemeinsam mit seiner Freundin, der Schauspielerin Hortense, als Meister des h\u00f6fischen Intrigenspiels, das er auch benutzt, um seinen &#8218;Figaro&#8216; zur Auff\u00fchrung zu bringen. Doch schlie\u00dflich f\u00e4ngt er sich selbst im Netzwerk der Intrigen und landet mit Paul und dessen Freunden in der Bastille, wo sich die Denkungsart des Dichters zu \u00e4ndern scheint; er sucht Anschlu\u00df an die revolution\u00e4ren Kr\u00e4fte des Volkes. Ein Fanfan-Streich seiner Hortense befreit ihn und seine Freunde aus der Bastille. Monate sp\u00e4ter wird vom K\u00f6nig endlich die Auff\u00fchrung einer, wenn auch gek\u00fcrzten Fassung des &#8218;Figaro&#8216; gestattet. Es kommt zum Skandal, denn Paul hat daf\u00fcr gesorgt, da\u00df verbotene Textstellen gesprochen werden. Der Funke springt \u00fcber auf das Publikum. Spontan beginnt vom Theater aus die Revolution mit dem Sturm auf die Bastille unter Pauls F\u00fchrung. An diesem entscheidenden Punkt aber versagt Beaumarchais: &#8218;Ich habe immer von der Revolution getr\u00e4umt. Von der Revolution des Geistes&#8230; aber Gewalt, nein Gewalt ist nicht die Sache des Dichters.'&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eckart Kr\u00f6plin: Besseres vom heiteren Musiktheater. In: Theater der Zeit, Ausgabe 11\/1972, Seite 28-30.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kritiken<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Greifen wir zun\u00e4chst Paul heraus. Selbstverst\u00e4ndlich ist nicht er, sondern Beaumarchais die Hauptfigur. Aber er wird gebraucht als Antipode und bessere Alternative und mu\u00df gerade hierf\u00fcr seine Glaubw\u00fcrdigkeit und Gewicht besitzen. In der Dramaturgie des St\u00fccks fungiert er aber zu episodenhaft, zu zuf\u00e4llig und zu unprofiliert. Er ist der konstruierte abstrakte Gegenpart zu einem sehr lebendigen, geistspr\u00fchenden Beaumarchais. Der Vergleich f\u00e4llt zwar nicht nur zu seinen Ungunsten&nbsp; aus, er hat durchaus Sympathien, aber als Volksf\u00fchrer und Held der Revolution ist er zu naiv und spontan. Seine Verbindung zum Volk bzw. seine Herkunft aus dem Volk (im ersten Bild nur tangiert &#8211; von hier h\u00e4tte aufgebaut werden m\u00fcssen) bleibt in Andeutungen und wortreichen Erkl\u00e4rungen stecken. Und was f\u00fcr ein Volk ist das, mit dem er es zu tun hat? Es wird in zwei Bildern vorgestellt als lach-, spott- und sangeslustig, auch ein wenig aufs\u00e4ssig. Doch Individualit\u00e4ten sind nicht erkennbar &#8211; das Gesicht des Volkes bleibt bla\u00df. Somit ist die zweite, historisch perspektivgebende Handlungslinie Paul &#8211; Volk zwar gut gemeint, aber nicht tragf\u00e4hig. Die revolution\u00e4ren Aktionen des Volkes am Schlu\u00df des St\u00fccks geraten in die N\u00e4he des Plakativen. Das ist schade und h\u00e4tte aufgebessert werden k\u00f6nnen, wenn man die Handlungslinie &#8211; die Entwicklung des Beaumarchais &#8211; ein wenig gestrafft h\u00e4tte und ihr, um sie zu relativieren, eine fundierte Alternative gegen\u00fcbergestellt h\u00e4tte, und: Das Zusammenf\u00fchren zweier historischer Daten, der ersten Auff\u00fchrung des &#8218;Figaro&#8216; (1784) und des Ausbruchs der Revoolution (1789) mag k\u00fcnstlerisch durchaus legitim sein, aber der beabsichtigte inhaltliche Bezug &#8218;Figaro, das ist die Revolution, in Aktion&#8216; wirkt verflachend, mechanisch. So einfach sollten die Dinge auch im heiteren Musiktheater nicht dargestellt werde.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Eckart Kr\u00f6plin: Besseres vom heiteren Musiktheater. In: Theater der Zeit, Ausgabe 11\/1972, Seite 28-30.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Medien \/ Publikationen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Literatur<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Therese Angeloff: <em>Meine Seele hat ein Holzbein, Eine Werdegang, Mit Gedichten und Liedern, Bildern und Kabarett-Texten<\/em>. M\u00fcnchen: Damnitz 1982.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<div style=\"height:25px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfohlene Zitierweise<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Alles f\u00fcr Figaro&#8220;. In: Musicallexikon. Popul\u00e4res Musiktheater im deutschsprachigen Raum 1945 bis heute. Herausgegeben von Wolfgang Jansen und Klaus Baberg in Verbindung mit dem Zentrum f\u00fcr Popul\u00e4re Kultur und Musik der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg. https:\/\/uni-freiburg.de\/musicallexikon\/alles-fuer-figaro\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte inhaltliche \u00c4nderung: 7. Januar 2020.<\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:100px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musical Musik von Rolf ZimmermannText von Therese Angeloff Inszenierung Urauff\u00fchrung: 28. Juni 1972Staatsoperette Dresden, DDR Besetzung: Premierenchronik DDR UA 28. 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